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FKK als immaterielles Kulturerbe

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Re: FKK als immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Bingo » Do 22. Okt 2026, 06:28

Wo FKK drauf steht, muss FKK nicht drinnen sein, wenn unter FKK das verstanden werden soll, was sich einmal Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt hat. FKK ist für viele schlicht nur Ersatz für das Wort NACKT – auch im „roten Milieu“. Die frühere FKK-Bewegung war deutlich mehr als nur nackt hinter Tuyahecken.
Man kann doch nicht mit „ein über 80 Jahre alte Titelbild einer hiesigen FKK-Zeitschrift", die nicht aus Deutschland ist, den Beweis antreten, dass sich, abgesehen von den letzten Jahren dieses Jahrhunderts, FKK-Vereine und der FKK-Verband für redliche Nacktheit in der Öffentlichkeit engagiert hätten. Das Gegenteil ist der Fall. Das ist ein sehr unredlicher Versuch, ein Erbe schön zu reden, das tatsächlich kaum einer angetreten hat. Die heutige rechtlich erlaubte Nacktheit im öffentlichen Raum ist nicht aus dem Anfang des 20. Jahrhundert geerbt worden.
Unter Erbe versteht man gemeinhin die Erhaltung von Brauchtum und Pflege des Überkommenen. Das mögen die von mir weiter oben erwähnten ca. 5 Prozent der FKK-Vereinsmitglieder als ihre Aufgabe sehen. Aber nicht die 19.572.000 Bürger Deutschlands, die sich laut statista:

https://drive.google.com/file/d/1qiOYFQ ... sp=sharing

„sehr wohl“ oder mindestens „wohl unter Nackten fühlen“.

Axel Geertz

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Re: FKK als immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Bingo » Do 22. Okt 2026, 07:45

Und auch dazu:

„Ein "immaterielle Kulturerbe" macht nur dann Sinn, wenn es - im gewissen Sinne - "lebt", was u.A. auch eine Weiterenticklung beinhaltet.“

noch einige Anmerkungen:
Wenn unter „Weiterenticklung“ verstanden werden soll, dass es den „wahren“ FKKlern nun doch eingegangen ist, dass eigene Nacktheit nicht hinter Tuyahecken versteckt werden muss und Nacktheit im öffentlichen Raum rechtlich erlaubt sozialadäquat praktiziert werden kann, ist das nicht unbedingt eine „Weiterentwicklung“. Historisch betrachtet, gabt es auch in Deutschland immer wieder Zeitepochen, in denen öffentliche Nacktheit weitgehend akzeptiert wurde. Also sollte man hinsichtlich der gegenwärtigen Toleranz der Nacktheit eher von einem Wiederaufleben einer bestimmten Lebensart sprechen/schreiben. Nichts ist beständiger als der Wandel!
Und manche Kultur verschwindet auf immer. So wird es der Freikörperkultur aus dem vorigen Jahrhundert ergehen! Die Freude am Nacktsein ist aber ein naturbedingtes Bedürfnis und bedarf keiner besonderen "Kultur".

Axel Geertz

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Re: FKK als immaterielles Kulturerbe

Beitrag von regenmacher » Do 22. Okt 2026, 10:01

was sich einmal Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt hat.
Kurz in der Kaffeepause geschrieben: "entwickeln" - das ist hier das Schlüsselwort. So wie sich die Idee einmal Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt hat, so entwickelt sie sich auch weiter. Manches aus den Anfangsjahren ist (berechtigterweise) inzwischen nicht mehr Bestandteil der Idee, anderes ist längst zum gesellschaftlichen Gemeingut geworden. Beispiel: Aus der veganen Ernährung ist vegetarische Ernährung geworden - Aldi/Lidl machen entsprechende Angebote. Ein weiteres Beispiel: Heutzutage ist z.B. die Überwendung falscher Körperscham ein gutes Beispiel für eine Weiterentwicklung - oder (vermutlich eher in deinem Interesse) die Gesellschaft zu mehr Toleranz zu trainieren.

Man kann doch nicht mit „ein über 80 Jahre alte Titelbild einer hiesigen FKK-Zeitschrift", die nicht aus Deutschland ist, den Beweis antreten, dass sich, abgesehen von den letzten Jahren dieses Jahrhunderts, FKK-Vereine und der FKK-Verband für redliche Nacktheit in der Öffentlichkeit engagiert hätten.
Das ist ein Irrtum. Es ist tatsächlich eine deutsche Zeitschrift, auf die ich allerdings erst durch Bruno aufmerksam wurde. Aber ein Beweis ist es dadurch natürlich immer noch nicht. Soll es auch nicht sein. Es ist nur ein Lemma. Genannt - damit sich kein falscher Eindruck verfestigt. Sozusagen als Gegenbeispiel.
Wie sich die Vereine und Verbände generell verhalten haben, interessiert in diesem Zusammenhang kaum, denn nicht die Vereine/Verbände wären Träger des "immateriellen Kulturerbes", sondern die Idee wäre - im Falle einer Anerkennung - Träger.

19.572.000 Bürger Deutschlands, die sich laut statista „sehr wohl“ oder mindestens „wohl unter Nackten fühlen“
Das wage ich zu bezweifeln. Nicht das ich mir das wünschen würde. Aber wenn sich tatsächlich rund 1/4 der hiesigen Bevölkerung zumindest „wohl unter Nackten fühlen“, dann ist es unverständlich, warum es z.B. nicht deutlich mehr Angebote in Hallenbädern/Thermen etc. gibt, diese nackt zu nutzen. Im Gegenteil: Die Nacktbadezeiten werden von den Betreibern gerne auf unattraktive Randzeiten verschoben. Das es natütrlich auch noch einmal ein Unterschied ist, sich "wohl unter Nackten zu fühlen" oder selbst nackt zu sein, will hier niemand in Abrede stellen.
Es gibt einen weiteren (fast schon banalen) Grund, warum sich meiner Ansicht nach deutlich weniger "wohl unter Nackten fühlen": Es kommt selten vor, dass Nackte und Bekleidete aufeinander treffen. Das begünstigt Unsicherheit, was das Gegenteil von "Wohlfühlen" ist. In kurz: So schön es wäre, aber mit den Zahlen "stimmt was nicht".

manche Kultur verschwindet auf immer
Abgesehen von Naturkatastrophen (die hier natürlich nicht gemeint sind) lag das immer - wirklich immer - daran, dass die verschwundenen Kulturen nicht bereit oder nicht fähig waren, sich auf neue Aufgaben einzustellen. Sich also nicht weiter entwickelt haben.

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Re: FKK als immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Konrad R. » Do 22. Okt 2026, 10:33

regenmacher hat geschrieben:
19.572.000 Bürger Deutschlands, die sich laut statista „sehr wohl“ oder mindestens „wohl unter Nackten fühlen“
Das wage ich zu bezweifeln. #

Warum? Die Frage ist doch, ob damit auch ein regelmäßiges Bedürfnis nach Nacktheit verbunden ist und in welcher Umgebung.
aus:
https://www.fitreisen.de/blog/google-ra ... der-sauna/
"Über 30 Millionen Deutsche zieht es laut Sauna-Bund regelmäßig in das Heißluftbad."
Dazu kommen Aufenthalte an Stränden und FKK-Urlaube im In- und Ausland. Das dürfte m.E. die von Dir angezweifelte Anzahl stützen. Und offenbar reichen der Mehrheit die bestehenden Angebote aus.

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