was sich einmal Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt hat.
Kurz in der Kaffeepause geschrieben: "entwickeln" - das ist hier das Schlüsselwort. So wie sich die Idee einmal Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt hat, so entwickelt sie sich auch weiter. Manches aus den Anfangsjahren ist (berechtigterweise) inzwischen nicht mehr Bestandteil der Idee, anderes ist längst zum gesellschaftlichen Gemeingut geworden. Beispiel: Aus der veganen Ernährung ist vegetarische Ernährung geworden - Aldi/Lidl machen entsprechende Angebote. Ein weiteres Beispiel: Heutzutage ist z.B. die Überwendung falscher Körperscham ein gutes Beispiel für eine Weiterentwicklung - oder (vermutlich eher in deinem Interesse) die Gesellschaft zu mehr Toleranz zu trainieren.
Man kann doch nicht mit „ein über 80 Jahre alte Titelbild einer hiesigen FKK-Zeitschrift", die nicht aus Deutschland ist, den Beweis antreten, dass sich, abgesehen von den letzten Jahren dieses Jahrhunderts, FKK-Vereine und der FKK-Verband für redliche Nacktheit in der Öffentlichkeit engagiert hätten.
Das ist ein Irrtum. Es ist tatsächlich eine deutsche Zeitschrift, auf die ich allerdings erst durch Bruno aufmerksam wurde. Aber ein Beweis ist es dadurch natürlich immer noch nicht. Soll es auch nicht sein. Es ist nur ein Lemma. Genannt - damit sich kein falscher Eindruck verfestigt. Sozusagen als Gegenbeispiel.
Wie sich die Vereine und Verbände generell verhalten haben, interessiert in diesem Zusammenhang kaum, denn nicht die Vereine/Verbände wären Träger des "immateriellen Kulturerbes", sondern die Idee wäre - im Falle einer Anerkennung - Träger.
19.572.000 Bürger Deutschlands, die sich laut statista „sehr wohl“ oder mindestens „wohl unter Nackten fühlen“
Das wage ich zu bezweifeln. Nicht das ich mir das wünschen würde. Aber wenn sich tatsächlich rund 1/4 der hiesigen Bevölkerung zumindest „wohl unter Nackten fühlen“, dann ist es unverständlich, warum es z.B. nicht deutlich mehr Angebote in Hallenbädern/Thermen etc. gibt, diese nackt zu nutzen. Im Gegenteil: Die Nacktbadezeiten werden von den Betreibern gerne auf unattraktive Randzeiten verschoben. Das es natütrlich auch noch einmal ein Unterschied ist, sich "wohl unter Nackten zu fühlen" oder selbst nackt zu sein, will hier niemand in Abrede stellen.
Es gibt einen weiteren (fast schon banalen) Grund, warum sich meiner Ansicht nach deutlich weniger "wohl unter Nackten fühlen": Es kommt selten vor, dass Nackte und Bekleidete aufeinander treffen. Das begünstigt Unsicherheit, was das Gegenteil von "Wohlfühlen" ist. In kurz: So schön es wäre, aber mit den Zahlen "stimmt was nicht".
manche Kultur verschwindet auf immer
Abgesehen von Naturkatastrophen (die hier natürlich nicht gemeint sind) lag das immer - wirklich immer - daran, dass die verschwundenen Kulturen nicht bereit oder nicht fähig waren, sich auf neue Aufgaben einzustellen. Sich also nicht weiter entwickelt haben.
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