riedfritz hat geschrieben:Weder die Konjunktur und Wessies noch Zuwanderer sind verantwortlich für den Rückgang der FKK.
Klar hat es auch (einzelne) Wessis gegeben, die ihren Teil zum Niedergang der FKK im Osten nach 1990 beigetragen haben. Z.B. das Verschwinden ortsnaher FKK-Strände an der Ostsee auf Druck (westlicher) Investoren, die Angst hatten dass die Nackten ihre betuchten (d.h. westlichen) Gäste abschrecken könnten, hat nun mal stattgefunden. Aber daraus lässt sich eben
nicht pauschal ableiten "die Wessis" hätten die FKK im Osten ruiniert. Schon weil dazu einfach nicht genug Wessis rübergekommen sind damals. Und selbst die waren nicht alle gegen FKK. Ich erinnere mich noch gut an eine Kommilitonin aus dem Westen, die begeisterte FKK-Anhängerin war.
Und was die Zuwanderer angeht: Es gab in den 90ern keine signifikante Zuwanderung von Ausländern in den Osten [1]. Der Ausländeranteil in den östlichen Bundesländern lag 1995 zwischen 1% (Thüringen) und gut 2% (Sachsen, Brandenburg) [2]. Und schon gar nicht aus den von manchen Leuten offensichtlich als problematisch angesehen arabischen bzw. islamischen Kulturkreis. In den früher 90ern war die Einwanderung nach Deutschland nämlich von den Flüchtlingen des Jugoslawienkriegs dominiert (d.h. hauptsächlich Kroaten und Bosnier), und die sind größtenteils im Westen geblieben.
Und den Zusammenhang mit der Konjunktur verstehe ich gleich überhaupt nicht.
A.
PS. Ich bin gebürtiger Ossi, d.h. ich weiß wovon ich rede. Auch wenn ich Ende der 90er aus beruflichen Gründen dort weggegangen bin.
PPS. @riedfritz, @Matheo: eine pauschale "Ostmentalität" gibt es nicht. Der Osten ist diesbezüglich (mindestens) genauso heterogen wie der Westen.
[1] In (Ost-)Berlin mag das evtl. anders ausgesehen haben, aber das dürfte für die Entwicklung der FKK in den ostdeutschen Flächenländern wenig relevant sein
[2]
https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/314193/auslaender-in-ostdeutschland/