Im Vorfeld einer herannahenden Kaltfront hatten wir heute nochmals einen föhnig-warmen Tag (ca. 16°C) - die Sonne scheint gedämpft durch hohe Wolken mit Sahara-Staub - und so bin ich vor Mittag zu "meinem"
Nackt-Paradies geradelt, um dort - abseits von Ausflugs- und Aussichtspunkten - wieder einige Stunden barfuß und nackt zu verbringen. Üblicherweise bin ich dort mit nahezu 99%er Wahrscheinlichkeit völlig alleine...
Ich hatte gerade die beiden Leberkas-Semmeln verdrückt, das Bier halb ausgetrunken - ja, als Naturist frei jeglicher FKK-
Zwänge darf ich das

- da ist eine Frau (wohl ähnlich alt wie ich) mit Kamera um den Hals "meinen" Pfad entlang gekommen und steht nun völlig unvermittelt in meiner Nähe.

Oha. Ich sitze (nackt) etwas erhöht, bin aber völlig unaufgeregt, es ist nun eh "zu spät"...
"Hallo", grüße ich.
"Da haben Sie aber einen wunderschönen Platz, wahrscheinlich den schönsten auf der Welt" antwortet sie mir.
"Äh - ja - wohl vielleicht..." - irgendwie fällt mir gerade nichts Kluges ein...
Sie macht ein Foto (in meine Richtung, aber vom Bildausschnitt wohl knapp an mir vorbei) und geht weiter.
Ich bin von der Situation immer noch etwas überrascht und denke mir, dass sie sicher eine Runde drehen wird und weil sie mich ja nackt gesehen hat, wohl vermeiden wird, wieder zurück zu kommen.
Doch falsch vermutet, nach einer Weile sehe ich sie wieder und ziehe mir - aus Anstand - die Short über, denn nun möchte ich - ihr gegenüber stehend - etwas ratschen.
Es entwickelt sich ein nettes Gespräch über die Geschichte dieses Gebiets, das (Natur-)Fotografieren, einige Tipps für interessante Foto-Plätze in der Nähe werden ausgetauscht, etwas über das Barfusslaufen und die Orientierung im unbekannten Gelände gesprochen, dann verabschieden wir uns.
Mit Sicherheit wird sie bei besserem Fotowetter wieder hierher kommen - und mich dann möglicherweise dort erneut nackt antreffen... OK, zu 98% bin ich dort stets allein.
