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Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

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Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von OliverND3 » Do 27. Jan 2022, 15:31

Liebe FKK-Freunde,

ich bin Journalist und arbeite für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gerade an einer Reportage, die sich mit der Frage beschäftigt, wie, wo und von wem heutzutage Nackt-Sein in unserer Gesellschaft gelebt wird und ob es vielleicht die Tendenz gibt, dass mehr Menschen ein Problem mit dem Thema Nackt-Sein haben als vielleicht früher.

Vor kürzerer Zeit hatte bereits meine Kollegin Laura hier dazu einen Post veröffentlicht. Da sie aber gerade mit anderen Projekten beschäftigt ist, habe ich die Recherche übernommen.

Ich würde gerne von euren Erfahrungen hören. Der Austausch ist für mich reine Hintergrundrecherche, um mir einen Überblick zu verschaffen, und wird nicht veröffentlicht.

Also - ich würde mich freuen, von euch zu hören!

Liebe Grüße
Oliver Matthes

 

Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von elfe » Fr 28. Jan 2022, 09:23

"dass mehr Menschen ein Problem mit dem Thema Nackt-Sein haben als vielleicht früher. "

Sehr geehrter Herr Matthes,

es sind nicht die Menschen, die ein Problem mit Nackt-Sein haben, es sind vielmehr die Behörden und die Justiz.
Deren Rechtsanwendungspraxis hat sich gegenüber den 1970er und 1980er Jahren verändert. Warum das so ist, könnte ein interessanter Gegenstand einer professionellen Recherche sein. Deren Ergebnisse könnten Sie dann auch veröffentlichen. Die FKK-Freunde, die uns bekannt sind, haben "nothing to hide".

Beste Grüße
elfe

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Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von ad peter » Fr 28. Jan 2022, 11:28

Es gilt auch die Frage zu klären, wie das Internet - insbesondere Digitalfotos und -filme - das Ganze beeinflussen. Auch wegen Nachwuchssorgen.

 

Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von elfe » Fr 28. Jan 2022, 11:50

Bei der Fotografiererei gibt es zumindest Rechtssicherheit. Wer einen anderen Menschen ohne dessen Einverständnis fotografiert, begeht eine Straftat. Im Gegensatz zur FKK, die ist weder strafbar noch - Einzelfälle ausgenommen - ordnungswidrig.

 
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Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von OliverND3 » Fr 28. Jan 2022, 12:43

Hallo,

als Journalist arbeite ich mich immer in meine Themen gewissenhaft ein. @Elfe - Du schreibst, dass sich die Rechtsanwendungspraxis seit den 1970er- und 1980er-Jahren geändert hat. Wie kommst du darauf? Gibt es da beispielhafte Vorfälle?

Und weil @adpeter angesprochen hat, wie leicht es mittlerweile ist, Aufnahmen von Menschen zu machen: Gibt es unter euch FKK-ler, die sich mittlerweile anders verhalten, weil sie sich schützen wollen?

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Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von ynda » Fr 28. Jan 2022, 13:12

OliverND3 hat geschrieben:Gibt es unter euch FKK-ler, die sich mittlerweile anders verhalten, weil sie sich schützen wollen?

Ich denke ja, mit den heutigen Handys ist es zum einen sehr leicht unbeachtet Fotos zu machen und zum anderen
gibt es genug Webseiten, auf denen dann solche Fotos landen können, bzw auch in der Tat landen.
Niemand, vor allem vermutlich Frauen, will ein Nacktfoto von sich auf irgendeiner Pseudo-FKK-Seite sehen.
Ich weiß von Menschen die genau aus diesem Grund FKK eher nicht versuchen werden oder aber mal FKK betrieben
haben, jetzt aber genau darum nicht mehr.

 
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Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von Tim007 » Fr 28. Jan 2022, 13:28

OliverND3 hat geschrieben:Hallo,

als Journalist arbeite ich mich immer in meine Themen gewissenhaft ein. @Elfe - Du schreibst, dass sich die Rechtsanwendungspraxis seit den 1970er- und 1980er-Jahren geändert hat. Wie kommst du darauf? Gibt es da beispielhafte Vorfälle?


Nicht nur die Rechtsanwendung, sondern auch die neuen strafrechtichen Bestimmungen, s. u.a. § 201a StGB.

 

Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von elfe » Fr 28. Jan 2022, 16:36

@OliverND3
Es freut mich sehr, dass Du Dich der Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit verpflichtet fühlst und nicht Deinem berühmten „Kollegen“ Relotius vom Spiegel nacheifern willst.

Weil ich Dich nicht persönlich kenne und Dein Auftritt hier im Forum noch sehr neu ist, bitte ich um Verständnis, dass ich mich zum jetzigen, frühen Zeitpunkt noch nicht konkreter und detailierter zu Deiner Frage äußern möchte. Etwa zu persönlichen Erlebnissen, die wir mit den Freunden und Helfern hatten. Das kann ich zu einem späteren Zeitpunkt nachholen und möchte zunächst noch meine Beiträge allgemein halten.
Ich schlage vor, dass Du einstweilen im Rahmen Deiner Recherche ganz offiziell bei den Polizeipräsidenten in NRW anfragst, wie denn in deren Verantwortungsbereich im polizeilichen Alltag das bloße Nackt-Sein, ohne strafrechtlich relevante Tatbestandsmerkmale gehandhabt wird, wenn Bürger, die gerne Hilfssheriff spielen, in Unkenntnis der Rechtslage oder mit vorsätzlich falschen Verdächtigungen die Polizei herbeirufen.

Die Frage:“Gibt es unter euch FKK-ler, die sich mittlerweile anders verhalten, weil sie sich schützen wollen? „ kann ich aber auch jetzt schon – für uns - beantworten, wir ändern unser Verhalten nicht! Wenn ein Nacktfoto von uns, auf dem unser Gesicht oder andere eindeutige Identitätsmerkmale erkennbar sind, in irgendwelchen Medien auftauchen sollten, würden wir sofort Strafanzeige erstatten. Hier hätten wir dann mal erfreulicherweise die Staatsgewalt auf unserer Seite.

BG elfe

 
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Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von Westerwälder » Mo 14. Feb 2022, 09:36

Ich vermute, dass es noch zu Viele gibt, die nackt sein, egal, ob im öffentlichen Raum oder unter Gleichgesinnten, mit Sexualität oder noch schlimmer, mit einer erhöhten Bereitschaft dazu verbinden. Heutzutage muss doch nur ein Rock zu kurz, ein Ausschnitt zu tief oder anderweitig eine Brust oder andere Geschlechtsteile zu sehen sein, schon ist die Gefahr groß, dass es jemanden stört oder sich veranlasst fühlt, sexuell aktiv zu werden.

 
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Re: Reportage zum Thema "Nackt-Sein"

Beitrag von Campingliesel » Mo 14. Feb 2022, 22:55

Ich meine auch, daß sich das seit der "Wende" stark verändert hat und die Prüderie als Gegenreaktion der zum Massenartikel gewordenen Sexvideos und später dem Internet und der dort stark verbreiteten Vermischung der Nacktheit bei der FKK und der bei sexuellen Darstellungen gefördert hat. Die Möglichkeiten durch die Smartphoneknipserei und eben auch die verstärkten Vorkommnisse durch Pädophile gehören da natürlich auch dazu. Eben das, was ich die allgemeine Sexualisierung nenne, die quasi "überall" anzutreffen ist.
So ist es kein Wunder, daß wieder sehr viele Leute die Nacktheit am ehesten mit sexuellen Interessen verbinden.
Die echten FKKler wissen natürlich, daß das alles mit FKK nichts zu tun hat.
Auf offiziellen FKK-PLätzen merkt man daher auch nicht viel davon. Klar, die haben nichts zu verstecken und wohl auch kaum ein Problem damit.
Aber leider gibts halt genug Leute, die die FKK auch mißbrauchen.

Deshalb sind es eben die Nicht-FKKler, die aus all diesen Gründen auch kein Interesse an der FKK haben. Es gibt sicher auch welche, die sich auf Grund von schlechten Erfahrungen davon abgewendet haben.

Ich glaube aber nicht, daß die Wessis diese Prüderie in den Osten getragen haben, sondern daß sich nach der Wende und den damit verbundenen Möglichkeiten der Medien die Folgen auch im Osten genauso gezeigt haben. Die Leute der ehem. DDR waren natürlich genauso neugierig auf diese Medien.
Deshalb darf man auch nicht Schuld der FKK-Müdigkeit bei den Vereinen suchen, weil es die im Osten ja kaum gab. Sie hatten ja all die offenen FKK-Möglichkeiten, die es im Westen noch kaum gab. Trotzdem waren die Auswirkungen der sexuellen Medien im Osten genauso zu beobachten, obwohl sie ja ein etwas lockereres Verhältnis zur Sexualität im Allgemeinen hatten.
Im Westen war man ja nach der Wende auch kaum noch auf die Vereine angewiesen, um FKK zu machen. Die Mitgliederzahlen gingen zwar merklich zurück, aber diese Leute hatten ja die FKK nicht aufgegeben, sondern eben auf andere öffentliche Plätze verlagern können.
Trotzdem war hüben wie drüben dieselbe negative Entwicklung zu beobachten.
Diese wirkte sich auch auf andere ausländische FKK-Plätze und Campingplätze aus, besonders stark im ehem. Jugoslawien.
Die Beobachtung, daß vor allem junge Leute unter 40 relativ wenig an FKK interessiert sind, kann man leider fast überall machen.
In den Ländern, wo es bis vor wenigen Jahren noch kaum FKK gab, wie z.B. Spanien, Italien, Griechenland, fehlen natürlich auch die gefestigteren älteren Generationen. Dort finden sich dann auch hauptsächlich Touristen. Ob das nun mehr jüngere oder ältere sind, kann ich nicht sagen. In Frankreich gibt es natürlich auch die älteren Generatiionen, die schon lange die FKK kannten. In Italien höchstens die, die früher schon gerne nach Jugoslawien oder Frankreich ausgewichen sind.

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