BOeinNackter hat geschrieben:Seit über 100 Jahren gibt es, vielleicht von Deutschland ausgehend, eine Kulturpraxis, in der es darum geht, gemeinsam mit und in Gesellschaft von anderen Menschen bei alltäglichen Aktivitäten nackt zu sein, auch jegliche Kleidung zu verzichten. Dazu gehören Bemühungen, Möglichkeiten und Räume zu schaffen, die es erlauben, diese Praxis unbehelligt praktizieren zu können.
Ja, das wäre die Kernaussage über die FKK.
BOeinNackter hat geschrieben:Zur aktuellen Praxis können die Vereine, die Verbände, die kommerziellen Angebote, Nacktbadestrände, Saunen, Nacktbadezeiten in Schwimmbädern, die freien Nacktwandernden und Nacktbadenden, freier Nacktsport, Nacktyoga, Nackttanz, Nackttheater, nackte Feiern, die Foren und vielleicht auch nackte Zoomkonferenzen, beschrieben werden.
Ja, mit Ausnahme von Internetforen und Zoomkonferenzen waren das alles Aktivitäten, die es schon in der ersten FKK-Blütezeit während der 1920er Jahre gab. Das hat die FKK-Bewegung durch die Trennung von Nacktheit und Sex ermöglicht. Sie hat damit eine einzigartige Kulturpraxis etabliert, die es zuvor nicht oder nicht in dieser Form gab. Das durfte Grund genug sein, einen Antrag zu stellen.
Auf die wechselvolle Geschichte der FKK-Bewegung sollte man dabei gar nicht eingehen, es müsste genügen, auf den Status quo im In- und Ausland zu verweisen. So wird auch deutlich, dass die deutsche FKK-Bewegung wichtige Impulsgeberin für das Ausland war und ist.
BOeinNackter hat geschrieben:Ich fände es nur wichtig und wahrscheinlich schwierig, die ganze Kulturpraxis darzustellen, ohne zu umfangreich zu werden und ohne wichtige Aspekte wegzulassen.
Ein Antrag hat mehr Aussichten auf Erfolg, wenn er kurz ist, denn kurz waren auch die anderen erfolgreichen Anträge.
Wichtig wären vor allem diese Punkte:
1. In welchem Bundesland sollte der Antrag gestellt werden? Mein Vorschlag: Im protestantischen Norden oder Osten, weil da weniger Ressentiments zu erwarten sind.
2. Wer sollte den Antrag stellen? Mein Vorschlag: DFK als Repräsentant beinahe aller FKK-Vereine. Oder der
FSV Adolf Koch e.V. aus Berlin, weil der Verein der Beweis für immer noch lebendige FKK-Bewegung ist – das im Unterschied zu anderen FKK-Vereinen, in denen nur noch die „Alten“ dahinvegetieren.
3. Es müssen 2 Gutachter gefunden werden, die der FKK freundlich gesinnt sind, ohne selbst FKK zu betreiben. Mein Vorschlag: Maren Möhring, die eine Doktorarbeit über die FKK-Bewegung verfasst hat – siehe dazu auch dieses
Profil. Ihre Ansichten kann man auch
hier hören. Über das, was in dieser Sendung zu hören war bzw. ist, haben wir schon eine
Diskussion geführt. In der Sendung wurde auch unsere Zeit thematisiert, insofern war das schon aktuell und nicht nur vergangenheitsbezogen.
BOeinNackter hat geschrieben:Für mich ist das Phänomen, dass diese Bestrebungen zu mehr Nacktheit bis zur heutigen Situation erreicht haben, als Teil unserer Kultur wahrgenommen und akzeptiert werden, breiter als oft unter den Begriffen, FKK, Naturismus oder Nudismus verstanden wird.
Dass die Freikörperkultur in anderen Ländern anders genannt wird, sollte nur in einem Nebensatz gesagt werden, denn sie alle gehen auf die FKK-Bewegung in Deutschland zurück.
BOeinNackter hat geschrieben:Für mich gehört z.B. auch Nacktheit in der Kunst (Texten, Bildern, Tanz und Theater) dazu. Es kann alles dazu gehören, was der Nacktheit mehr Raum schafft. Auch die wissenschaftliche, philosophische Auseinandersetzung gehört dazu. Andere Sparten fallen mir gerade nicht ein. Deshalb bin ich mir nicht sicher, wie man die Kulturpraxis nennen soll, ohne das Bild zu sehr zu verengen.
Auch das alles gehört zwar mehr oder weniger zur FKK, weil erst durch sie die Nacktheit im öffentlichen Raum (wieder) möglich wurde, aber ich würde diesen Dingen nicht zu viel Raum einräumen, sondern nur auf das eben Gesagte verweisen.