Bingo hat geschrieben: Ich sehe nicht – und das aus eigener Erfahrung, dass Nackte in der Öffentlichkeit pauschal als „als Spinner bezeichnet und abgelehnt werden“.
Da wäre ich eher bei @SachsenPaar70+ Vielleicht nicht immer und nicht pauschal, aber ich höre in Unterhaltungen mit Bekannten typischerweise schon ein, diplomatisch ausgedrückt, "gewisses Unverständnis" heraus wenn in den Medien etwas über nackte Aktivitäten in der Öffentlichkeit abseits "etablierter" FKK-Orte berichtet wird.
regenmacher hat geschrieben: Wenn es keine Begegnungen von Nackten mit Bekleideten mehr gibt, die jeweiligen Bereiche also strikt voneinander getrennt sind, entsteht schnell ein ernstes Problem:
Ich glaube nicht dass "Begegnungen" hier wirklich das Entscheidende sind. Ich denke, dass die Präsenz der FKK im gesellschaftlichen und medialen Diskurs da wesentlich wichtiger ist. D.h. dass medial über FKK berichtet wird und das (a) realistisch und (b) auch und vor allem über die "Mainstream"-FKK (baden, sonnen, etc. am FKK-Strand oder See), die von schätzungsweise 2-3 Millionen Menschen in Deutschland betrieben wird und nicht nur über "Randbereiche" (das ist
keine Wertung meinerseits!!) der FKK die nur von ein paar hundert oder bestenfalls wenigen tausend Menschen betrieben werden.
regenmacher hat geschrieben: Die Lücke, die duch nicht sichtbare, einfache Nackte entsteht wird durch sexuelle Fantasie der Bekleideten gefüllt: "Welch unmoralischen Dinge wohl hinter den Hecken passieren ??"
Ich denke aber nicht dass es da hilft, wenn die Leute plötzlich im Wald einem Nacktwanderer gegenüberstehen - schon gar nicht, wenn es sich dabei, um das Klischee zu bedienen, um einen einzelnen älteren Herrn handelt.
regenmacher hat geschrieben: Die Situation verbesserte sich erst, als FKKler in breiter Öffentlichkeit durch Berichte in Presse/TV sichtbar wurden. Ein gewisser Grad an Öffentlichkeit ist also der Idee förderlich.
Da würde ich absolut mitgehen. Wobei es aber eben auch auf die
Art der Öffentlichkeit ankommt (siehe oben).
Auch wenn ich mich bei einigen Leuten hier jetzt wahrscheinlich ziemlich in die Nesseln setze:
Ich denke, dass die eine oder andere beiläufig Erwähnung populärer / gut besuchter FKK-Strände in einer Fernseh-Reisereportage über entsprechende Gebiete (Ostseeküste, frz. Atlantik,...)
mehr zur gesellschaftlichen Akzeptanz der FKK als "normal" beitragen würde als so mancher Bericht über Nackt-"Aktionen" (Wandern, Radtouren, Museumsbesuche ...) einiger weniger Aktivisten, die, bei aller Wertschätzung für Macher und Beteiligte
von meiner Seite, dann doch von einem großen Teil der Bevölkerung als Außenseiter angesehen werden - was heutzutage ja mehr oder weniger gleichbedeutend mit "Spinner" ist.
Auch hier gilt halt "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler" - und der Fisch ist nun mal die breite Bevölkerung und nicht die bereits von FKK überzeugten.
A.