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Nacktheit und Sexualethik

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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von Zett » Di 3. Jun 2025, 19:19

@Eule
Wenn man alles sich aus der Luft greift, erfindet, kann man natürlich keine Quellen nennen, ist schon klar. Du lebst in einer anderen Welt.

 
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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von Eule » Mi 4. Jun 2025, 17:02

@ Zett
Nur weil dir der Unterschied zwischen einer genetisch bedingten körperlichen Reaktion und einem Ausklöser aufgrund eines Lerninhaltes nicht bekannt zu sein scheint, du mit meinem Hinweis nichts anfangen kannst, muss ich jetzt nicht an der Hochschule die entsprechenden Seminarunterlagen anfordern. Diese Arbeit ist dir durchaus zumutbar.

 

Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von Zett » Fr 6. Jun 2025, 11:47

Ach lass es, Eule, ist doch eh nichts Substantielles, was da von Dir kommen könnte.

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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von nudamus » Mi 18. Jun 2025, 10:19

Ich beneide (nur in diesem Punkt) manche Volksgruppen auf der Erde, wo sich diese Frage bzgl. Nacktheit nicht stellt. Scham wird auch dort erlebt, aber bzgl. ganz anderer Dinge.

Ich wünschte mir, unter Menschen zu leben, die Nacktheit als das sehen, was es ist: nackt sein. Nicht mehr.
Sexualethik wird dadurch im Kontext mit Nacktheit interessant, wo wie bei uns Nacktheit vornehmlich im Kontext mit Sex gesehen wird. Nackt ist man beim Sex. Wer kein FKKler ist, kennt kaum die Losgelöstheit von Nacktheit und Sex.

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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von BOeinNackter » Mi 18. Jun 2025, 11:03

@nudismus

Eine Haltung, die Nacktheit von allem Anderen distanzieen möchte, hat im ahn Lbn keine Relevanz.
Es gibt keine Möglichkeit, im wahren Leben nackt zu sein, ohne dass sie zahlreiche Gedanken und Gefühle auslöst und ohne dass in unterschiedlichster Weise darauf reagiert wird.
Die Weigerung, das auch nur gedanklich zu realisieren ist offenbar erade unter Naturist*innen verbreitet. Was für eine Nacktht ist da gemeint? Ist sie dem irdischen Leben entrückt? Ist es der Wunsch, der Traum von einer reinen, sauberen, von allem Weltlichen entrückten Nacktheit, der da geträumt wird?
Selbst das Wort, Sexualethik, darf diese Nacktheit nicht beschmutzen? Gibt es immer noch die naturistischen Eltern, die meinen, die Nacktheit der Kinder würde jede Sexualpädagogik unnötig machen? Hinter all diesen Vorstellungen und Bemühungen steht ein sehr negatives Bild der Sexualität, das einst sogar die Nacktheit mit einbezoen hatte und für viele heute noch lebendig ist.
Ist man eigentlich wirklich nackt, wenn mann versucht, sich so sehr von einem Teil der eigenen Körperlichkeit zu distanzieren?

 
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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von Eule » Mi 18. Jun 2025, 13:40

@ nudamus
Sexualethik wird dadurch im Kontext mit Nacktheit interessant, wo wie bei uns Nacktheit vornehmlich im Kontext mit Sex gesehen wird.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum die Sexualethik durch die Nacktheit interessant werden soll. Für mich spielt bei der Sexualethik der Grad der Bekleidung keine Rolle.
Nackt ist man beim Sex.
Muss man dieses wirklich so sein?
Wer kein FKKler ist, kennt kaum die Losgelöstheit von Nacktheit und Sex.
Diese Feststellung ist zu undifferenziert und nicht zutreffend.

@ BOeinNackter
Es gibt keine Möglichkeit, im wahren Leben nackt zu sein, ohne dass sie zahlreiche Gedanken und Gefühle auslöst und ohne dass in unterschiedlichster Weise darauf reagiert wird.
Die Weigerung, das auch nur gedanklich zu realisieren ist offenbar erade unter Naturist*innen verbreitet.
Hier hilft meiner Meinung nach nur die wissenschaftliche Definition der Nacktheit, um den Begriff der Nacktheit von den zugefügten wesensfremden Begriffsinhalten zu befreien. Wenn in der Allgemeinheit, auch innerhalb der FKK'ler, von der Nacktheit gesprochen wird, so wird hier die Frage der Bekleidung erörtert. Der Mensch ist und bleibt nackt, auch wenn dieser seinen Körper mehr oder weniger umhüllt. Und wenn wir von der Nacktheit reden und dabei die Umhüllung des Körpers meinen, dann sprechen wir von der Kleidung und nicht von der Nacktheit.
Selbst das Wort, Sexualethik, darf diese Nacktheit nicht beschmutzen?
Wer eine solche Meinung äußert, kennt die Rolle der Ethik nicht. Ebenso ist die Sexualität nichts schmutziges, es sei denn, wir missbrauchen diese entsprechend.
Gibt es immer noch die naturistischen Eltern, die meinen, die Nacktheit der Kinder würde jede Sexualpädagogik unnötig machen?
Hier hoffe ich, dass dieses nicht mehr so ist, denn diese Meinung geht von falschen Voraussetzungen aus.

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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von nudamus » Mi 18. Jun 2025, 22:22

BOeinNackter hat geschrieben:@nudismus

Eine Haltung, die Nacktheit von allem Anderen distanzieen möchte, hat im ahn Lbn keine Relevanz.


Ich verstehe den Text nicht, zu viele Tippfehler, sorry - und warum mein Name darüber steht. Hat das etwas mit meinem Beitrag zu tun? Ich finde keinen Berührungspunkt.

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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von BOeinNackter » Do 19. Jun 2025, 17:00

Tut mir leid,
meine Tastatur ist manchmal etwas spröde und ich hatte meine Lesebrille nicht auf.

Es sollte wohl heißen:
Eine Haltung, die Nacktheit von allem anderen distanzieren zu wollen, hat im wahren Leben keinen Platz.

Gern wird von reiner Nacktheit gesprochen, so als gäbe es so eine Nacktheit. Wir alle leben aber in einer Welt, in der Nacktheit mit sehr vielen Geschichten, die uns aus während unserer Lebenszeit begegnet sind, verknüpft ist.
Mit den üblichen Interpretationen des Sündenfalls, eine dieser Geschichten, wurde Frauen die Schuld an der Verführung der Männer zugewiesen. Beide erkannten, dass sie nackt waren und schämten sich dafür. Nacktheit, Sexualität und Sünde bildeten und bilden, schon lange und immer noch, enge Verbindungen in unserem Denken. Mit diesem Denken, einschließlich der persönlichen Betroffenheiten, sollten sich alle Menschen, besonders Eltern und gerade Naturist*innen unter ihnen, auseinandersetzen.

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Re: Nacktheit und Sexualethik

Beitrag von HTJ » Do 29. Jan 2026, 09:46

Im Thread "Gründe für Rückgang der Popularität der FKK" ist ja viel diskutiert worden. Unter anderem war die Aussage, daß der Umgang mit Nacktheit davon bestimmt wird, wie die Gesellschaft Nacktheit bewertet. Also hat eine Neubewertung der Nacktheit durch die Gesellschaft stattgefunden. Ich habe die Diskussion mal in diesen Thread verschoben, da dies nur durch die Sexualethik erklärbar ist. Für mich sind drei Punkte entscheidend:

Punkt 1:
Wie ich schon mal geschrieben habe, ist das Schamgefühl eine Art Schutzfunktion, um die sexuelle Selbstbestimmung durchzusetzen. Durch welche Fakten setzt sich aber die Erkenntnis, sich mehr schützen zu müssen, in der Gesellschaft durch. Das sind zwei Dinge.
Zum einen, wenn eine Gesellschaft sehe gewalttätig ist. Nicht umsonst ist die gewalttätige Gesellschaft der USA besonders prüde. Jetzt werden manche sagen: Ja, aber die Religion. Vielleicht ist aber die starke Religiosität in den USA nur die Folge dieser Gewalttätigkeit, um in dieser Gesellschaft überleben zu können. Mit Gewalttätigkeit meine ich übrigens nicht nur körperliche Gewalt, sondern vor allen Dingen der tägliche Kampf ums Überleben. Nun hat sich aber die Gesellschaft weltweit geändert. In der 1960/70er Jahren hatten wir einen eher linken Zeitgeist. Dies hat sich schon in de1980er Jahren gewandelt. So sind größere Schamgefühle ein Ergebnis dieser gesellschaftlichen Veränderungen.
Zum anderen der Fakt, daß Sexualität als etwas gefährliches gesehen wird. Durch die Pille und Antibiotika hat ja eine Befreiung der Sexualität in den 1960er Jahren stattgefunden. Daß beim Rückgang von FKK und das Aufkommen von Aids ein zeitlicher Zusammenhang besteht ist wahrscheinlich kein Zufall. Auch die Diskussion um sexuellen Missbrauch in der heutigen Zeit dürfte da eine Rolle spielen. Ganz besonders sieht man das bei dem sexuellen Missbrauch von Kindern.

Punkt 2:
Stichwort Sexualität: Es gibt neben der "normalen" Sexualität auch abweichende Formen der Sexualität. Fachausdruck hierfür ist Paraphilie. Hier besonders interessant sind die Paraphilien Exibitionismus und Voyeurismus. Nun gab es in der DDR ein sehr gutes Buch: "Mann und Frau intim" Hier zu stand geschrieben, daß sich solche Paraphilien aus der "normalen" Sexualität ableiten lassen. Es gibt also gewissermaßen einen "gesunden" Exibitionismus und einen "gesunden" Voyeurismus. Ich denke, daß sich jeder mal gerne nackte Menschen anschaut. Und über die Funktion des "sich gerne nackt zeigen " habe ich in diesem Thread schon geschrieben. Das Prinzip FKK verbindet diese beiden Sachen auf idealer Art und Weise miteinander.
Dem "gesunden" Exibitionismus steht aber das Schamgefühl entgegen. In der heutigen Zeit sind aber Darstellungen von nackten Menschen ständig verfügbar. Man muß also nicht mehr an den FKK-Strand gehen, um mal einen nackten Menschen zu sehen. Dazu kommt, daß im Kapitalismus alles zu Geld gemacht wird,. Das heißt, daß Nacktheit zu einer Ware wird. Daraus entsteht die Gedankenverbindung: Wer sich öffentlich nackt zeigt, der prostituiert sich gewissermaßen. So ist die Verbreitung von FKK in der Gesellschaft umgekehrt proportional der Verfügbarkeit von Darstellung nackter Menschen.

Punkt 3:
Ich habe einiges gelesen über die psychologischen Hintergründe für die Einstellung zur Nacktheit. Es ist so, daß Menschen, die in ihrer Kindheit zu sehr großen Schamgefühlen erzogen wurden, dies später aufarbeiten, indem sie sehr schamlos auftreten. Vielleicht hat ja die ganze Generation der 68er so ihre prüde Kindheit in den 1950er Jahren aufgearbeitet. Es wäre also gewissermaßen heutzutage die "Normalität" in Sachen Nacktheit. Denn die heutige Zeit ist (noch?) nicht vergleichbar mit den 1950er Jahren. Die Sexualität ist immer noch frei, man kann vor und auch vollkommen unabhängig von einer Ehe Sex haben usw.

So, die Diskussion ist eröffnet.

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