HERRLICH!NICHTS MUSS!!
Bei uns am Bildschirm gibt's statt exponenzieller Aufregung seit gestern nur noch zahlreiche graue Streifen

Also wir sind nackt, ohne andere zu provozieren, das reicht aus.
Wir missionieren nicht, wir freuen uns lieber über all die Vögel, die zu uns kommen (wenn nicht Nachbarn läuten):
Nicht etwa, weil wir so lieb aussähen oder selbst deutlich sichtbar einen Vogel hätten, sondern weil bei uns störungsfrei das leckerste Futter der Umgebung rumliegt. Und wir - entgegen jeder Logik - nicht selber zugreifen, sondern es offenbar verschenken.
Bisweilen unterhalten wir uns auch mit denen.
Krähen, vor allem. Die haben so einen verständnisvollen Blick.
Wir wissen voneinander, dass unser Gekrähe ihnen nichts Besonderes bedeutet, aber sie mögen es, zu Tisch gerufen zu werden (wobei sie aber so tun, als gäbe es da gar nichts Besonderes zu holen) und schätzen es auch, wenn die Futterstelle jeden Tag schön gereinigt ist, sie lassen uns im Gegenzug unsere komisch flatternde Wäsche draußen aufhängen und bügeln, können sich kaum fassen, wenn eine Maus sich gefangen hat und ihnen dann zur Verfügung steht.
Wir sind die Maus los, und die Gattin Krähe hat einen Helden zum Mann.
Was der alles kann!
Vor allem aber sagen sie nicht das Geringste zu unserer Nacktheit.
Sie kennen uns nur so.
Keinerlei Ansprüche an Formalismen seitens unserer Gäste.
Eher wären sie befremdet über Gewand, wie unsereins befremdet wäre, einem Freund mit blau geschwollener Backe zu begegnen.
Krah! - Krah. Krah. Was ist denn mit dir los...
Der Zahnarzt. Krah.
Hat mir das Leben gerettet.
Aha. Krah.
Fehlt noch, dass sie uns für die Sonntagsmaus einen bunten Kieselstein brächten - weil Menschen wohl sowas mögen.
Ab nun brüten sie wieder, da gibt es auch Leckerli, wie es sonst nur das brave Hunderl vom lieben Frauerl gekauft kriegt.
Langsam scheinen wir uns zu sonderbaren Figuren zu entwickeln. (Selbstironie??)
Aber was macht man als Nackte/r, wenn draußen in der Welt der Wahnsinn zur Regel wird?
Jeff Bezos kauft für 44 Milliarden(!) das Twitter, bloß um da für "Meinungsfreiheit zu sorgen - was Trump gleich zum orgiastischen Stöhnen bringt. Bald darf er wieder.
Zum Phänomen der Nacktheit, und wie diese vom Haustier betrachtet wird, gibt's eine berühmte Abhandlung des Philosophen Jacques Derrida: "Das Tier, das ich also bin."
https://www.perlentaucher.de/buch/jacques-derrida/das-tier-das-ich-also-bin.htmlBitte, damit ist nicht gemeint, dass Nackte zu Katzen mutierten.
Keine Bange: Selbst sowas Nettes fordern wir hier nicht.
Im Grunde sind Hunde empathischer - wenn man sie nur lässt.
Über die Empathiefähigkeit der Krähen gibt es nette Abhandlungen - Kooperation mit anderen Tieren.
Eben fand ich online einen echt netten Beitrag:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/darwins-schildkroete-derridas-katze-tiere-sehen-uns-an-100.htmlDas war's für heute.
Seid gegrüßt!
V.