Liebe Campingliesel,
Was garantiert stimmt ist deine Meinung - nämlich für dich. Ob diese Meinung noch für andere ebenso gültig ist, weiß ich nicht. Hier zumindest werden viele Einwände getätigt.
Ich glaube, dass die Welt viel bunter und vielfältiger ist, als wir alle glauben. Es gibt so viel mehr Gründe warum Menschen etwas tun als ich mir vorstellen kann. Daher ist es aus meiner Sicht tatsächlich ein Vorurteil oder Bevormundung zu behaupten ich tue etwas weil... Ohne dass du mich kennst. Tatsächlich würde ich gerne in der Gruppe gehen. Nur hier in Innsbruck habe ich noch niemanden getroffen der gern mit geht.
Außerdem sollte es auch bergsteigerisch passen, denn ich bin sehr zügig unterwegs, habe viel Bergerfahrung und bin besonders im felsdurchsetzten Gelände sehr trittsicher. Daher sind meine Touren oft deutlich länger als üblich (durch Kombination mehrerer Routen). Auch das Auswahlkriterium für meine Routen ist die landschaftliche Schönheit und technische Herausforderung. Was ich oftmals an das Nacktsein anpassen sind Ausgangspunkte. Hier suche ich schon selten genutzte, da ich am liebsten nackt aus dem Auto steige und losgehen.
Daß es DIR nichts ausmacht, anderen zu begegnen, wenn Du nackt wanderst, glaube ich Dir sogar. vielleicht bist Du auch inzwischen nicht mehr so eine Seltenheit als Nacktwanderer, sodaß das bei den Bergsteigern auch nicht mehr so unbekannt ist.
Es ist nett, dass du mir das SOGAR glaubst.
In 15 Jahren nackt am Berg und Joggen in der Umgebung habe ich exakt 1x einen anderen nackten Menschen getroffen. Die Häufigkeit des Ereignisses kann daher nicht der Grund sein, warum es so einfach ist nackt bergzusteigen. Vielleicht sind Menschen, die im alpinen Gelände unterwegs sind (etwas) toleranter als viele andere???
Zusammengefasst: ich gehe alleine, weil mir entsprechende Bergpartner fehlen.
An manchen Tagen genieße ich das vollkommene Allein-Sein in den Bergen (z. B. 10 Stunden 3 Menschen getroffen und viel mehr Gämsen und Murmeltiere).
An anderen Tagen genieße ich es andere zu treffen, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen und sich über dies und das auszutauschen.
Ein Versuch (d)ein Weltbild minimalst zu vergrößern.