Normal ist sicher immer subjektiv. Dennoch wird eine persönliche Idee oder ein persönliches Gefühl von Normalität immer in der jeweiligen Umwelt Anstoß erregen, wenn sie nicht dem Mainstream oder gar Richtlinien oder Gesetzen entspricht.
Eine nur auf sich selbst bezogene Normalität wirkt in dieser Welt nur in einem sehr kleinen Bereich.
Grenzüberschreitungen sind schon vom Wortsinn her Befreiungen.
Wir kennen doch überall Grenzen und spezielle Regeln für Nacktbereiche, die auch individuell verschieden sein können. Nackt ist man weiterhin nur an bestimmten Orten. Auf FKK-Geländen ist Nacktheit sogar geboten. Dort gehört es zum guten Ton. Manche tun es sogar nur, weil es sich hier gehört. Zuhause, im Bett, im Garten erlauben sich das viele nicht. Auch auf FKK-Geländen wird in Arbeitskleidung die Terasse gekehrt oder Sport gemacht.
Wohin unsere Blicke gehen, wie wir jemanden berühren, ist unter Nackten besonders. Auch die Körperhaltung und Bewegungen sind nackt anderen Regeln unterworfen. Es geht meist darum, Geschlechtsteile nicht zu offen zu zeigen und unser Fleisch nicht zu sehr wackeln und zappeln zu lassen.
Leider stößt schon das reden über ungeliebte Themen (Errektion

) auf Widerstand. Wie ehrlich gehen wir alle eigentlich mit unseren Gedanken und Gefühlen um? Auch reden kann befreien.
Das kann man alles akzeptieren, man kann aber auch über manches nachdenken un miteinander reden, vielleicht sogar zu grenzüberschreitenden Naktivitäten finden.
Menschen werden nie ganz frei sein, weil sie nicht vollkommen sind. Freiheit ist immer nur relativ und hat gemeinsame Grenzen mit der Freiheit und der Macht Anderer.
Grenzen bieten Schutz, sichern uns Freiräume, können aber auch einsperren und hindern. Wenn es gelingt, Grenzen zu überwinden, werden Menschen immer einen neuen Rahmen suchen, der ihnen die gewünschte Freiheit in Sicherheit gibt. Zu Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung, auch unserer Nacktheit, gehört eine gewaltarme Gesellschaft. Deshalb mag man auch keine Revolutionen, die zuviel auf einmal einreissen.
Auch wenn ein Tabubruch sehr erwünscht war, kann die neue Situation überraschende Folgen haben. Wir selbst erleben und erfahren uns auf neue Art, wenn wir etwas ungewohntes tun. Man sollte es nicht zur Seite schieben und so tun, als gäbe es dies und das nicht.
Sein wollen wie wir sind, das ist ja auch eigentlich utopisch. Solange wir leben sind wir immer wieder anders. Kein Moment ist wiederholbar. Diesem Werden mehr Freiraum zu bieten, das sollte Ziel sein. So meint es auch sicher diese engagierte Frau in dem Artikel.