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Cyclonudista in Brüssel

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Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von regenmacher » Mi 1. Jul 2026, 11:51

Ich weiß nicht, ob das angesichts der zahlreichen, erfolgreichen WNBRs noch von Bedeutung sein kann, will hier aber trotzdem die vor wenigen Tagen bei brütender Hitze in Brüssel verannstaltete "Cyclonudista" - wie die WNBRs dort heißen - bzw. zwei Berichte dazu kurz erwähnen.

Das hat in diesem Fall genau zwei Gründe:

(1.) Die "Cyclonudista" findet bereits seit 2 Jahrzehnten statt und ist daher nun schon lange fester Bestandteil im Veranstaltungsplan, was man als Zeichen des Erfolges lesen kann.

Und

(2.) kann ich so noch einmal den dortigen Initiator und wichtisten Protagonisten, der das über die Jahrzehnte dort möglich gemacht hat nennen:

Jerome Jolibois


https://www.bruzz.be/actua/samenleving/billen-bloot-voor-de-verkeersveiligheid-naaktfietsers-doorkruisen-brussel-2026-06-20

https://www.rtbf.be/article/cyclonudista-150-cyclistes-nus-a-bruxelles-pour-la-securite-routiere-le-climat-la-sante-et-l-acceptation-de-soi-11744404

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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von regenmacher » Mi 1. Jul 2026, 12:13

Ein kleines Zitat aus einem der Artikel:
„Soziale Medien sind eine Katastrophe für die meisten Menschen, die sich in den ständig zur Schau gestellten Personen nicht wiederfinden“, erklärt Jérôme, einer der Anführer der Bewegung.
setzt die Cyclonudista in einen "Body Positivity"-Kontext.

 
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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von onbydus » Mi 1. Jul 2026, 16:36

Leider auch hier wieder nur zu 99% männliche Teilnehmer, wie man im Video hinter obigem Link sehen kann.

Und, lieber Regenmacher, wo du mich im anderen Thread bzgl. Vermummung "abgewatscht" hast, auch hier ist mir gleich wieder der Teilnehmer mit der Schweinskopf-Maske aufgefallen. ;)

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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von regenmacher » Mi 1. Jul 2026, 19:59

onbydus hat geschrieben: .. auch hier ist mir gleich wieder der Teilnehmer mit der Schweinskopf-Maske aufgefallen.
Mir ist das erst auf den dritten Blick aufgefallen, was auch daran liegen könnte, dass ich mich immer auf die eigentlichen Macher konzentrieren muss. In diesem Fall war der Maskierte nicht nur am "sprichwörtlichen" Rand, sondern auch tatsächlich am Bildrand. Es gibt sie also tatsächlich - die Maskierten, wenngleich in sehr, sehr geringer Zahl. Verstehen kann ich es trotzdem nicht. Wenn jemand bei einer öffentlichen Aktion nicht erkannt werden will, dann würde ich doch eher den Verzicht auf eine Teilnahme empfehlen. Auf die ein oder zwei Personen von - in deisem Fall über 100 Teilnehmenden - kann man gerne verzichten. Ihr Fehlen würde gar nicht groß auffallen.

onbydus hat geschrieben: auch hier wieder nur zu 99% männliche Teilnehmer, wie man im Video hinter obigem Link sehen kann.
Wenn von dritter Seite ein höherer "Frauenanteil" gefordert wird, bin ich immer etwas skeptisch, weil ich schwer einschätzen kann, was hinter der Forderung steckt. Aber generell hat du natürlich Recht, wenn du bemerkst, dass, je "öffentlicher" und je "nackter" eine Aktion abläuft, je geringer ist der "Frauenanteil". Zusätzlich spielt dabei auch noch die Umgebung, in der Werbung für die Aktion gemacht wird, eine Rolle.

Aber wenn Jerome (Noch einmal: das ist der Macher der Cyclonusista) der Frauenanteil nicht tangiert, wer - um alles in der Welt - bist du (und wer bin ich), das sonderlich zu kritisieren.

Welche Silblüten so etwas treibt, konntest du vor einiger Zeit hier im Forum ablesen, als ein damals allgemein als intelektuell geltender, intensive poster den Vorschlag machte, weiblichen Teilnehmern für die Teilnahme extra zu bezahlen(!). Das so etwas definitiv in einen falschen Weg führen und allein der Vorschlag schon eine tiefe Beleidigung für die weiblichen Teilnemer darstellen würde, musste man ihm dann noch einmal extra klar machen.

Aber irgendwie scheint das Thema "Frauenanteil" für etliche hier doch von Interesse zu sein. Vielleicht sollte man da mal was machen. Es gibt ja gut dokumentierte Vorbilder: z.B. eine Nacktwanderung, an der zwei dutzend Frauen teilnahmen. Aber Achtung: In diesem Fall waren es NUR Frauen, was einigen hier dann auch wieder nicht Recht sein wird. Außerdem war das in Südafrika - also "ganz weit weg".

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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von HTJ » Do 2. Jul 2026, 00:05

regenmacher hat geschrieben:
Aber irgendwie scheint das Thema "Frauenanteil" für etliche hier doch von Interesse zu sein.


Also ich hatte das Thema "Frauenanteil " beim Thema "WNBR in Berlin " mal diskutiert. Mir ging es dabei nur um die Außenwirkung. Wenn da einige Frauen mitfahren blickt die Allgemeinbevölkerung vielleicht "wohlwollender " auf die Demo. Ralf Sprenger hat dazu gesagt, dass man sich frei machen muss von der Bewertung durch andere,. Kann man man so sehen. Ich weiß ja nicht, ob beim Thema Frauenanteil jemand noch ganz andere Gedanken hat.

 
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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von onbydus » Do 2. Jul 2026, 16:48

Genau. Es geht ja nicht darum, einen höheren Frauenanteil zu "fordern".

Es fällt eben nur auf, dass die Gesellschaft annähernd gleich aus Frauen und Männern besteht, bei solchen Veranstaltungen aber fast ausschließlich Männer teilnehmen.

Und jetzt versetze ich mich mal in die Rolle eines Passanten, der mit FKK, Naturismus und einem WNBR nichts am Hut hat. Der spaziert durch durch die Stadt und wird zufällig Zeuge eines WNBR:

Variante 1: er sieht hunderte nackte Radfahrer, Männer und Frauen bunt gemischt. Das wird er vielleicht kurios und witzig finden, aber tendenziell neutral bis positiv bewerten.

Variante 2: er sieht nur nackte Männer, überwiegend im fortgeschrittenen Alter. Da wird er vielleicht eher denken "Oha, was sind das denn für Typen? Was stimmt denn mit denen nicht?" und das vielleicht eher negativ bewerten.

Ich will damit sagen: die Akzeptanz für solche Events und Nacktheit wäre deutlich größer, wenn sie auch der Gesellschaft entsprechend stattfinden würde. Bei "nur Männern" hat es immer diesen "schmuddeligen" Beigeschmack.

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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von ynda » Do 2. Jul 2026, 17:10

onbydus hat geschrieben:hat es immer diesen "schmuddeligen" Beigeschmack.

Ich komme nicht umhin dir da gewissermaßen zu zustimmen! Auch wenn es einigen nicht gefallen wird. :?

 
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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von FreshAndFree » Do 2. Jul 2026, 18:22

deswegen ja der eine oder andere Schweinskopf zur Auflockerung. Da fragt sich ja der Passant unwillkürlich, ob da möglicherweise eine Frau drunter ist. Wie soll er zur Antwort gelangen? Zudem lässt sich das ja heutzutage eh nur am Eintrag im Personalausweis zweifelsfrei feststellen.

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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von regenmacher » Fr 3. Jul 2026, 00:23

onbydus hat geschrieben:die Akzeptanz für solche Events und Nacktheit wäre deutlich größer, wenn sie auch der Gesellschaft entsprechend stattfinden würde.
Es gibt natürlich immer Möglichkeiten die Akzeptanz noch weiter zu steigern, aber wenn Jerome nun schon über 20 Jahre die "Cyclonodista" in Brüssel organisiert (quasi ist er so etwas wie der "Vater" der Veranstaltung - jawohl, es gibt auch eine "Mutter", ob die aber in diesem Jahr dabei war, kann ich nicht sagen) und dafür auch immer Akzeptanz von den entscheidenden Leuten erfahren hat, dann muss ja schon einmal ein gewisses Maß an Akzeptanz vorhanden sein. Das dies von "Berufs-Aufregern" anders gesehen wird, tut dem keinen Abbruch. 20 Jahre sind halt 20 Jahre.

Nebebei: Jerome scheint es auch nicht geschadet zu haben, sonst wäre er nicht als Kandidat für den Stadtrat aufgestellt worden.

onbydus hat geschrieben:Bei "nur Männern" hat es immer diesen "schmuddeligen" Beigeschmack
An dieser Stelle kommt von mir immer ein kleines Lemma, und das geht - in aller Kürze - so: Auch wegen meiner früheren beruflichen Tätigkeit, habe ich gelegentlich Kontakt zu einer Gruppe von Hobby-Astronomen, die sich ihre Teleskope basteln, und alles, was des Nachts am Himmel sichtbar ist, fotographieren. Es ist ihr Hobby. Die Gruppe besteht zu über 97 % aus männlichen, überwiegend älteren Personen. Das Verhältnis der Geschlechter entspricht somit überhaupt nicht dem der Bevölkerung. Das ist auffallend, aber würdest du da auch sagen: "Das hat einen "schmuddeligen" Beigeschmack ??" Natürlich nicht!

Das, was du als "schmuddeligen" Beigeschmack beschreibst, folgt aus miteinander verketteten Erwartungshaltungen: Es wird dabei vermutet, dass unbeteiligte Passanten wiederum vermuten, es könne sich um (getarnten) Exibitionismus handeln. Mehrstufige Vermutungen. Aber natürlich ist das im Einzelfall nicht auszuschließen, wenngleich natürlich zu hoffen ist, dass dies selten vorkommt. Vielleicht tragen Maskierungen zu solchen Vermutungen unbeteiligter Passanten bei ?

Lassen wir den "schmuddeligen" Beigeschmack einmal beiseite, und betrachten etwas breiter das Geschlechterverhältnis unter den Nackten. Irgendwo schieb ich schon einmal: "Je 'öffentlicher' und je 'nackter' eine Aktion ist, desdo größer ist der Anteil der männlichen Teilnehmer". Dafür gibt es Gründe. Um das etwas einfacher zu machen, sortiere ist die Aktivitäten immer gerne nach dem Grad ihrer Öffentlichkeit :

(1) FKK-Vereine
(2) FKK-Abend in der XY-Therme
(3) FKK am offiziell dafür ausgewiesenen FKK-Strandabschnitt
(4) FKK am nicht offiziell dafür ausgewiesenen, aber allgemein so genutzen Strandabschnitt
(5) Nacktwandern/radeln im Wald / einsamer Gegend.
(6) Nacktwandern/radeln in nicht so einsamer Gegend.
(7) WNBR in der Innenstadt

In (1) erklärt sich das Verhältnis der Geschlechter zu einem großen Teil schon dadurch, dass in der Regel Familien gemeinsam Mitglied sind. Aber: Trotdem sind dort unterschiedliche Zugänge zum Nacktsein beobachtbar. Während im statistischen Mittel männliche Mitglieder deutlich mehr Wert auf das Nacktein legen (Ich schreibe dann gern: "Nackt mit Ausrufezeichen!") ist für die weiblichen Mitgieder das gemeinsame Leben im Verein häufig mindestens ebenso wichtig. In kurz, knapp und sehr, sehr stark vereinfacht: Männer werden durch das "Nacktsein" und Frauen durch das "Gemeinschaftsgefühl" an den FKK-Verein gebunden. Dieser Unterschied zieht sich jedesmal deutlich verstärkt bis in die höheren Nummern der obigen Aufzählung durch und kann teilweise den Prozentsatz der männlichen Teilnehmer z.B. an den WNBR-Demos (Stufe 7, noch einmal: "Nackt mit drei Ausrufezeichen !!!") erklären.

Dazu kommt wieder so etwas wie eine "Erwartungshaltung". Ein Beispiel kann das erläutern: Bei einer wirklich sehr großen Nacktwanderung (mit 100+ Teilnehmenden) irgendwo nahe Herborn, die in obiger Liste so etwa zwischen (5) und (6) einzusortieren wäre, begleitete uns ein Reporter einer örtlichen Radiostation. Er war überrascht, woher denn die beteiligten Frauen kamen. Wenn eine Erwartungshaltung der Art "nur Männer" verbreitet ist (wie bei dem Radioreporter), dann fühlen sich Frauen in der Mehrzahl weniger angesprochen und dann sind es hinterher tatsächlich "(fast) nur Männer".

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Re: Cyclonudista in Brüssel

Beitrag von HTJ » Fr 3. Jul 2026, 10:58

Es ist doch so,daß die meisten hier ein bißchen in ihrer Blase leben. Ein Hobby, was mit Nacktheit zu tun hat, ist eben nicht vergleichbar mit (in dem Fall) Hobby- Astronomen. Zumindest aus der Sicht der Allgemeinbevölkerung.
Ich hatte ja schon mal an anderer Stelle geschrieben: Ich bin seit einem Monat in einem Sportverein. Gegenüber auf der anderen Seite des Flusses hat sich eine wilde Badestelle etabliert, wo teilweise auch nackt gebadet wird. Da gab es schon öfters abfällige Bemerkung. Das ging meist in die Richtung Zeigefreudigkeit und Exhibitionismus.
Und das weniger Frauen mitmachen hat nichts mit einer Erwartungshaltung zu tun. Frauen sind eben da eher vorsichtiger.


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