Ich denke, die Gründe, weshalb so wenig Menschen nackt in der Öffentlichkeit sind
und sich dabei auch noch wohl fühlen, sind vielfältig.
- Da kann die Erziehung eine Rolle spielen, ob es einem ermöglicht wurde, in der Kindheit ein gesundes
und selbstbewusstes Körpergefühl zu entwickeln und Nacktheit als etwas ganz Normales empfunden werden konnte.
Ich bin in einer FKK-Familie (West) groß geworden und habe daher ein natürliches und positives Verhältnis zu meinem Körper.
Es stört mich auch überhaupt nicht, wenn ich nackt unter angezogenen Menschen bin, z.B. an einem C.O.-Strand.
- Ich stimme yndra zu: es macht einfach einen Unterschied, ob man sich an einem öffentlichen Strand aufhält,
wo gefühlt Alle mit ihren Mobilgeräten hantieren, oder in einer Therme, oder Sauna, wo Handys nicht erwünscht sind.
- Na ja, und dann kommt noch der Aspekt der Scham dazu, wenn der Körper nicht (mehr) den Idealmaßen entspricht.
Aber es geht eben glücklicherweise auch anders: Heute war ich für eine kurze "Verschnaufpause" an meinem geliebten Baggersee
und während ich mich warm eingepackt am Ufersaum in die Sonne gesetzt habe, sind vier Besucher baden gegangen.
Zwei Frauen und zwei Männer, wie selbstverständlich alle nackt! Mein kleines FKK-Herz hat einen Freudenhüpfer gemacht.
Es gibt sie nach wie vor und wird es immer geben: Die Menschen, die sich das Nacktsein in der freien Natur nicht
verbieten, oder vermiesen lassen wollen. Und ich habe ein bisschen das Gefühl, je prüder die Gesellschaft wird und je mehr
Gebote und Verbote es gibt, umso mehr werden es, die sich ihrer Klamotten entledigen und das freie Gefühl des Nacktseins genießen.