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NATURISMO, NUDISMO Y SEXO / Newsletter der NATURATÉN

Beitrag von Hans H. » Mi 6. Mai 2026, 19:30

Diesen neuen Hinweis hänge ich jetzt mal hier dran, um keinen neuen Thread zu erstellen. Es geht wieder um einen Newsletter der Naturaten (Teneriffa). Dieses Mal haben sie sich zum Thema Naturismus, Nudismus und Sexualität Gedanken gemacht.

Natürlich sind viele Punkte enthalten, die wir auch hier schon ausgiebig diskutiert hatten. Dennoch finde ich es interessant, wie dieses Thema im Ausland gesehen wird. Zum Beispiel die Sichtweise, dass Nudismus eine Unterform des Naturismus sei. Darüber kann man natürlich diskutieren, oder es einfach zur Kenntnis nehmen, dass es auch diese Sichtweise gibt. Insgesamt finde ich viele der Gedanken in dem Text sehr gut zum Ausdruck gebracht.

Hier der Link (Übersetzung folgt gleich):
https://naturaten.wordpress.com/2026/04/19/naturismo-nudismo-y-sexo/

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NATURISMO, NUDISMO Y SEXO / Newsletter der NATURATÉN

Beitrag von Hans H. » Mi 6. Mai 2026, 19:36

Hier die Übersetzung. Ich habe "FKK" überall im Text vermieden, damit genau zu sehen ist, wo das Wort Naturismus und wo Nudismus im Original gewählt wurde. Mir scheint, dass die Wortwahl mehr zufällig als systematisch gefallen ist.

NATURISMUS, NUDISMUS UND SEX, Veröffentlicht am 19.04.2026 von Naturaten
In vielen Gesellschaften, insbesondere in solchen mit einem starken kulturellen Erbe der Scham vor dem eigenen Körper, wird Nudismus als eine Ausdrucksform des Naturismus oft automatisch mit Sex in Verbindung gebracht. Diese zutiefst falsche Assoziation sagt jedoch mehr über die kulturellen Vorurteile dieser Gesellschaft aus als über die Realität selbst.

Beim Nudismus geht es nicht um eine sexuelle Praxis, sondern um eine Lebensphilosophie, die die Verbindung zur Natur, die Akzeptanz des nackten Körpers und den Respekt gegenüber sich selbst und anderen fördert.

Gerade die Entsexualisierung des menschlichen Körpers ist eine der Säulen des Naturismus/Nudismus. Das heißt, den Körper als etwas Natürliches und Nicht-Sexuelles zu behandeln und zu betrachten. Im Alltag ist der Körper aufgrund von Werbung, Kino oder Mode oft mit sexuellen Bedeutungen aufgeladen. Im naturistischen Kontext hingegen wird der Körper als etwas Natürliches, Vielfältiges und urteilsfreies wahrgenommen.

Befindet sich eine Person in einer nudistischen Umgebung – wie einem Strand oder einem naturistischen Gelände –, ist Nacktheit nichts Außergewöhnliches oder Provokatives mehr, sondern wird normalisiert, wodurch die sexuelle Bedeutung, die viele Menschen von außen darauf projizieren, wegfällt.

Vor diesem Hintergrund ist der Naturismus – und innerhalb dessen der Nudismus – an sich eine Philosophie der Akzeptanz und des Respekts, die zutiefst menschliche Werte fördert, wie zum Beispiel:

- Körperakzeptanz: Körper aller Altersgruppen, Formen und Größen existieren nebeneinander, ohne ästhetische Hierarchien.

- Gegenseitiger Respekt: Einvernehmlichkeit, ein respektvoller Blick und die Nicht-Verletzung des persönlichen Raums sind von grundlegender Bedeutung.

- Persönliche Freiheit: ohne gesellschaftliche Vorgaben darüber, wie der Körper auszusehen oder sich zu zeigen hat.

In diesem Zusammenhang ist der Körper nicht mehr Gegenstand ständiger Begierde, sondern wird einfach zu dem, was er ist: ein natürlicher Teil des Menschen.

Sex und Naturismus: unterschiedliche Bereiche

Sex ist eine intime und private Dimension des menschlichen Lebens. Naturismus hingegen ist eine soziale Praxis, die auf dem Zusammenleben und der Harmonie mit der Umwelt basiert.

In etablierten nudistischen Bereichen sind explizite sexuelle Handlungen nicht erlaubt, gerade weil sie dieses Gleichgewicht aus Respekt und Wohlbefinden zwischen den Menschen stören würden. Gemeinsame Nacktheit ist keine Einladung zum Sex, sondern eine Form, auf natürliche Weise miteinander in Beziehung zu treten.

Nudismus mit Sexualität zu verwechseln, ist ähnlich wie zu glauben, dass das Tragen einer Badehose im Schwimmbad eine sexuelle Absicht impliziert; es handelt sich also um eine äußere Interpretation, die nicht der tatsächlichen Erfahrung entspricht.

Diese Verwirrung, die diesem Missverständnis zugrunde liegt, hat mehrere Ursachen:

– Restriktive Erziehung in Bezug auf den Körper: Nacktheit wird automatisch mit Tabus oder Begierde in Verbindung gebracht.

– Kulturelle Hypersexualisierung: Jede Zurschaustellung des Körpers wird als erotisch angesehen.

– Unwissenheit: Viele Menschen äußern sich dazu, ohne jemals ein naturistisches Umfeld erlebt zu haben.

Für diejenigen, die Nudismus praktizieren, ist dieser eine Möglichkeit, wieder eine Verbindung zur Natur herzustellen, und man kann sie als eine befreiende Erfahrung beschreiben, da es weniger Vorurteile, weniger Künstlichkeit und mehr Authentizität gibt. Es geht nicht darum, sich zur Schau zu stellen, sondern darum, aufzuhören, sich zu verstecken.

Weit davon entfernt, das sexuelle Verlangen zu fördern, zielt Nudismus darauf ab, es auszugleichen und in den richtigen Kontext zu stellen: den der Intimität, nicht den des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Letztendlich bedeutet Nudismus nicht Sex, sondern ist vor allem Ausdruck einer Philosophie, die auf Natürlichkeit, Respekt und die Akzeptanz des menschlichen Körpers setzt, so wie er ist.

Nudismus auf eine sexuelle Frage zu reduzieren, ist nicht nur falsch, sondern verhindert auch das Verständnis seines wahren Wertes, der in einer freieren, bewussteren und stärker mit dem Wesentlichen verbundenen Lebensweise besteht. Sich dieser Lebensweise anzuschließen, bedeutet eine drastische und äußerst gesunde Veränderung unserer geistigen und körperlichen Gesundheit.

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von Hannes 2.0 » Mi 6. Mai 2026, 23:28

Ich stimme da mit Vielem überein.
Anderes finde ich einfach zu platt und undifferenziert.

Wohl niemand würde behaupten, dass wir auf diese Welt kommen, um uns zu verstecken!

Menschen, die sich in ihrer Freizeit nicht nackt zeigen, aus welchen Gründen auch immer,
haben nicht pauschal das Gefühl, dass sie sich dadurch verstecken wollen.
Die Gründe dafür, sich zu bekleiden sind sehr vielfältig und haben nicht unbedingt immer
etwas mit Schamgefühl zu tun. Das ist viel zu kurz gedacht!

Das vermeintliche "Versteckenwollen" betrifft ja häufig nur einen relativ kleinen Teil unseres Alltags. ;)

Und ich finde, es ist völlig legitim, wenn sich Menschen in der Öffentlichkeit nicht
nackt zeigen wollen. Das sollten wir auch respektieren und nicht so tun, als wäre es ein Heilmittel für Alle.

 
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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von Bingo » Do 7. Mai 2026, 06:42

Meine Nacktheit im öffentlichen Raum verstehe ich – und insoweit stimme ich nur Teilaussagen im obigen Text zu; z. B.: „Persönliche Freiheit: ohne gesellschaftliche Vorgaben darüber, wie der Körper auszusehen oder sich zu zeigen hat“ – als selbstbestimmend darüber, welchen üblichen Konventionen ich folge oder nicht folge und meine Gründe habe ich dafür sehr präsent. Die ideologischen Überlegungen von FKK, Nudismus und Naturalismus sind mir zum einen zu selbstgefällig und für mich völlig überflüssig. Notwendig bleibt immer die Sozialadäquatheit

Ich bin „ersatzweise“ Verfassungspatriot und der Bezug zu unserem Grundgesetz reicht mir, meine öffentliche Nacktheit zu rechtfertigen.

Eine Empfehlung als Extra:
Ein Credo für alle Freunde der Freude an der Nacktheit im öffentlichen Raum:
https://drive.google.com/file/d/1K-tRyv ... sp=sharing

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von BOeinNackter » Do 7. Mai 2026, 20:17

"Gerade die Entsexualisierung des menschlichen Körpers ist eine der Säulen des Naturismus/Nudismus. Das heißt, den Körper als etwas Natürliches und Nicht-Sexuelles zu behandeln und zu betrachten."

Diese Sätze finde ich unglaublich. Da wird eine Entsexualisierung des menschlichen Körpers angestrebt? Natürlich wird in einen Gegensatz zu sexuell gebracht?
Ich hoffe, das ist ein Übersetzungsfehler.
Immerhin wird beim gegenseitigen Respekt die Einvernehmlichkeit erwähnt, die ja auch sexualethisch bedeutsam ist. Daraus folgt eigentlich auch der Verzicht auf sexuelle Aktivitäten vor Unbeteiligten. Ebenso wird damit Sex mit Kindern ausgescchlossen, weil mit ihnen eine Einvernehmlichkeit ausgeschlossen wird.

Unter dem Punkt, persönliche Freiheit steht:
"In diesem Zusammenhang ist der Körper nicht mehr Gegenstand ständiger Begierde, ..."

Von welcher, möglicherweise üblichen Art mit Körpern umzugehen, wird da ausgegangen?

In den letzten Sätzen wird in leicht unterschiedlicher Weise versucht, Sexualität und Nacktheit voneinander zu distanzieren. Ich finde das unglaubwürdig und falsch. Es sollte auch Nudist*innen darum gehen, die positiven, sozialverträglichen Seiten der Sexualität hervorzuheben und zu klären, welcher Umgang damit inakzeptabel bis kriminell ist. Das betrifft seit Jahrzehnten auch intime Bereiche, weil z.B. Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat ist.

Nacktheit wird immer wieder mit etwas Verbotenem verbunden, der Sexualität.
Nur, was ist so schlimm an Sexualität?

Anna Halprin, amerikanische Tänzerin, 1920-2021

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von Hannes 2.0 » Do 7. Mai 2026, 23:31

BOeinNackter hat geschrieben:...Nur, was ist so schlimm an Sexualität?
Anna Halprin, amerikanische Tänzerin, 1920-2021


Gar nichts! :)
Wir Menschen sind auch sexuelle Wesen und das ändert sich nicht, wenn wir an den FKK-Strand gehen,
oder in die Sauna, oder nackt wandern, oder ins Kino, oder zum Shoppen in die Innenstädte...
Entscheidend ist nur, wie wir damit umgehen!

Wenn sich die FKK von der Sexualität distanziert, entfernt sie sich automatisch auch von den meisten Menschen.

Den sozialverträglichen Umgang mit der eigenen Sexualität lernt man normalerweise im Laufe seines Lebens.
Dafür braucht es keine späte Gebrauchsanweisung im erwachsenen Alter.

"Entsexualisierung" (was für ein absurder Begriff) ist sicher nicht eine der Säulen der FKK oder des Naturismus.
Das käme einer Gehirnwäsche gleich.

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von ynda » Fr 8. Mai 2026, 00:58

Hannes 2.0 hat geschrieben:Wir Menschen sind auch sexuelle Wesen und das ändert sich nicht, wenn wir an den FKK-Strand gehen,
. . . . .
Entscheidend ist nur, wie wir damit umgehen!

Vielleicht haben die, die sagen dass Sex und FKK unvereinbar sind, genau das gemeint, nämlich dieses
"wie man damit umgeht", eben dass man einen FKK Platz, wo immer der ist, nicht zum Tummelplatz für
irgendwelche sexuellen Spielchen macht.
Und noch mal: Sexualität ist nicht gleich Sex, aber Sex hat was mit Sexualität zu tun, ist ein Teil davon!
Also bitte die Begriffe im richtigen Zusammenhang einsetzen. ;)

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von regenmacher » Fr 8. Mai 2026, 01:07

BOeinNackter hat geschrieben:
"Gerade die Entsexualisierung des menschlichen Körpers ist eine der Säulen des Naturismus/Nudismus. Das heißt, den Körper als etwas Natürliches und Nicht-Sexuelles zu behandeln und zu betrachten."
Diese Sätze finde ich unglaublich. Da wird eine Entsexualisierung des menschlichen Körpers angestrebt? Natürlich wird in einen Gegensatz zu sexuell gebracht?
Nein - das wird sicherlich nicht angestrebt - Warum sollte man eine Entsexualisierung anstreben, wo doch FKK am Strand nichts mit sexuellen Handlungen am Strand zu tun hat ?
Wenn dort von "Entsexualisierung" geschrieben wird, dann ist damit eine Distanzierung von explizit sexuellen Handlunge am FKK Strand gemeint.

Nacktheit wird immer wieder mit etwas Verbotenem verbunden, der Sexualität.
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Auch hier wieder: Nicht die Sexualität ist verboten - sondern explizit sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit, die ja Unbeteiligte quasi zwangsweise mit einbezieht.

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von Bingo » Fr 8. Mai 2026, 07:26

Dazu – einer Erläuterung von Regenmacher:

Wenn dort von "Entsexualisierung" geschrieben wird, dann ist damit eine Distanzierung von explizit sexuellen Handlunge am FKK Strand gemeint.“

Eine solche "Entsexualisierung" gibt es aber doch wohl an jedem Strand und auch im Wald und auf den Feldwegen, wenn man in diesen Arealen nicht alleine ist! Muss das den sogenannten FKKlern ausdrücklich gesagt/geschrieben werden?

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Re: Kampagne „Body Positive“ der INF / Newsletter der NATURA

Beitrag von regenmacher » Fr 8. Mai 2026, 10:30

Eine solche "Entsexualisierung" gibt es aber doch wohl an jedem Strand und auch im Wald und auf den Feldwegen, wenn man in diesen Arealen nicht alleine ist! Muss das den sogenannten FKKlern ausdrücklich gesagt/geschrieben werden?
Der Text richtet sich nicht an FKKler, sondern an die weitere Allgemeinheit. Das wird auch leicht ersichtlich, wenn man die anderen Absätze im Text liest. Es gilt, gegen eine ungerechtfertigte "Erwartungshaltung" vorzugehen, die in Teilen der Allgemeinheit zu beobachten ist.

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