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In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von holgi » Mo 14. Jan 2019, 11:13

Die Frage ist eher, ob Wettkämpfe überhaupt sein müssen. Ich war mal Leistungsschwimmer und hatte - wie viele andere auch - mit Anfang 20 die Nase gestrichen voll davon. Wer das möchte, kann sich das ja antun, aber viele wollen das nicht. Die Veranstaltung von Wettkämpfen kostet darüber hinaus eine Menge Zeit, Geld und Personal.

Das Argument mit der durch Nacktheit bedingten mangelhaften Hygiene verstehe ich genauso wenig wie Du. Erstens würde ich selbstverständlich vorher duschen, allein schon, weil ich mich dann wohler fühlen würde, zweitens wäre ein Handtuch oder eine Matte selbstverständlich und drittens sind mir die meisten Hallenböden eher dreckig in Erinnerung, so daß nachher auf jeden Fall eine Dusch fällig wäre. Auf dem Boden einer Turnhalle würde ich nicht ohne eigene Unterlage liegen wollen.

Für deine Tanzveranstaltung wünsche ich Dir viel Erfolg! Vielleicht ergibt sich ja auch noch was ganz anderes daraus und wir sehen uns mal in der Halle. Nackt.

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von BOeinNackter » Mo 14. Jan 2019, 15:47

Tatsächlich wird der Boden in unserer Tanzschule manchmal vorher und nachher von Staub und Flusen befreit. Wir haben einmal auf dem ungereinigten Boden einer Kirche in Dortmund getanzt, meist mit schwarzer Kleidung. Nachher waren wir auch an vielen nicht bedeckten Stellen ziemlich schwarz. Da gab es nicht einmal Duschen und es hat sich niemand aufgeregt.
Das Problem mit der Sauberkeit ist, dass es schwer fällt, sich dem Trend nach immer noch mehr Sauberkeit zu widersetzen. Dann gilt man schnell als Schmutfink.
Ich finde es auch übertrieben, zur Klärung wissenschaftliche Untersuchungen zu fordern. Der heutige Aufwand an Chemie und Plastischutzkleidung kann nicht wirklich gesund sein. Das macht Dreck. Aber inzwischen werden Rasenflächen gemäht als wollte man die Bundesliga darauf spielen lassen und im Gebüsch wird das letzte bisschen Laub mit lautstarkem Gebläse entfernt. Wegen zu viel Laub werden sogar Bäume gefällt. Wenn man fragt was das mit Naturismus zu tun hat, erntet man verständnislose Reaktionen. Der Ordentlichste bestimmt, was Ordnung ist.
Man muss sicher nicht unbedingt unbekleidet über Hallenböden rutschen. Manchmal ist eine textile Zwischeschicht sinnvoll. Man gleitet besser. Mit Decken und Tüchern geht das auch, aber anders. Was einschränkt kann kein Weg zu freiem Tanz sein. Ich habe es mal mit einer Mittelaltertunika probiert. Die kann man schnell an- und ausziehen, bedeckt aber große Teile des Körpers. Vielleicht könnte man hüsche Tanzhemden schneidern. ;)

 
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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von holgi » Mo 14. Jan 2019, 16:08

Tatsächlich wird der Boden in unserer Tanzschule manchmal vorher und nachher von Staub und Flusen befreit

Vorbildlich!
Da gab es nicht einmal Duschen und es hat sich niemand aufgeregt.

Würde mich auch nicht aus der Fassung bringen.
Das Problem mit der Sauberkeit ist, dass es schwer fällt, sich dem Trend nach immer noch mehr Sauberkeit zu widersetzen. Dann gilt man schnell als Schmutzfink.

Das sehe ich etwas anders. Ich habe im Sommer meist leicht schmuddelige Fußsohlen, weil ich zuhause und im Garten gar keine Schuhe trage. Irgendwann krieg ich den Dreck nicht mehr abgeschrubbt.
Ich hätte grundsätzlich auch kein Problem mich mit nacktem Hintern auf den Hallenboden zu setzen, aber da die einst gute Sitte, in der Halle auch nur Hallenschuhe zu benutzen, längst Geschichte ist, weiss ich eben auch, daß ich mit meinem Hintern in dem Straßendreck sitzen würde, den andere vor mir reingetragen haben und das will ich einfach nicht.
Ich arbeite im öffentlichen Dienst und weiss, wie mangelhaft die Reinigung aller öffentlichen Gebäude ist, bei der miesen Bezahlung der Reinigungskräfte kann man wohl auch nichts anderes erwarten.

 
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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von Blood Moors » Mo 14. Jan 2019, 20:12

Zum Thema "Nackttanz" habe ich hier ein sehr schönes Video gefunden:
http://www.isar-nacktsport.de/tag/nackttanz/
Das Video beginnt mit einem Orchester. Der Nackttanz beginnt bei etwa 03:15 Min.

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von Aria » Di 15. Jan 2019, 01:04

Blood Moors hat geschrieben:Zum Thema "Nackttanz" habe ich hier ein sehr schönes Video gefunden:
http://www.isar-nacktsport.de/tag/nackttanz/
Sehr schön! Das Stück von Jean-Philippe Rameau hatte im Jahr 1735 Premiere und war als Kritik an den damaligen Zuständen gedacht.

Im Prolog sehen wir Menschen im Paradies in völliger Unschuld – symbolisiert durch die völlige Nacktheit – leben, bis der sog. Sündenfall eintritt. Besonders beeindruckend der Einmarsch der Bekleideten, sinnigerweise angeführt durch den Papst, der damals wie heute eine Kirche vertritt, die von allen züchtige Bekleidung fordert. Und das Paradies ist jetzt woanders, nämlich da, wo Europäer noch nicht sind – bei den sogenannten (nackten) Wilden –, aber es gibt Reisen dahin, bis sich auch dort die „Wilden“ züchtig bekleiden werden.

Das ist vor dem Hintergrund der damals laufenden Aufklärung zu sehen: Auf der einer Seite Rousseau mit seiner Forderung „Zurück zur Natur“, und auf der anderen Seite die konservativen Kräfte, die, weil alle Macht innehabend, alles so lassen wollten wie es war.

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von hajo » Di 15. Jan 2019, 13:00

Aria hat geschrieben:Das ist vor dem Hintergrund der damals laufenden Aufklärung zu sehen: Auf der einer Seite Rousseau mit seiner Forderung „Zurück zur Natur“, und auf der anderen Seite die konservativen Kräfte, die, weil alle Macht innehabend, alles so lassen wollten wie es war.

Nach dem, was ich gelesen hab, hat Jean-Jacques Rousseau den im zugesprochenen Ausdruck nicht verwendet. Sein Frauenbild war zudem alles andere als emanzipatorisch.
Warum "konservative Kräfte" - also diejenigen, die alles so lassen wollen, wie es ist conservare = erhalten, nun das Gegenteil darstellen sollen, müsste zumindest mir retardiert Intelligentem erläutert werden...

;)

 
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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von holgi » Di 15. Jan 2019, 15:19

Den Link zum Film / nacktem Tanztheater find ich an sich ja gut, aber mit dem Thema nackter Hallensport hat das nicht viel zu tun...

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von Aria » Di 15. Jan 2019, 16:14

hajo hat geschrieben:Nach dem, was ich gelesen hab, hat Jean-Jacques Rousseau den im zugesprochenen Ausdruck nicht verwendet.
Der Ausdruck wird ihm nur zugeschrieben, aber was macht das schon, ob er oder ein anderer diesen Spruch gemacht hat - es hat sich so eingebürgert. Er war ein wichtiger Protagonist der Aufklärung, die übrigens schon vor ihm begann, aber nicht der einzige.

hajo hat geschrieben:Sein Frauenbild war zudem alles andere als emanzipatorisch.
Du muss unterscheiden zwischen dem Künstler und der realen Person: Er hat Ideale beschrieben, die erst nach seinem Tod ihre Macht entfalteten und z.B. bis ins 20. Jahrhundert reichten, war aber anscheinend zu schwach, das Geschriebene auch real umzusetzen. Ist deswegen sein Werk weniger wert?

hajo hat geschrieben:Warum "konservative Kräfte" - also diejenigen, die alles so lassen wollen, wie es ist conservare = erhalten, nun das Gegenteil darstellen sollen, müsste zumindest mir retardiert Intelligentem erläutert werden...
Wenn du das wirklich nicht wissen solltest - lese es einfach nach: z.B. hier.

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von BOeinNackter » Di 15. Jan 2019, 16:58

holgi hat geschrieben:Das sehe ich etwas anders. Ich habe im Sommer meist leicht schmuddelige Fußsohlen, weil ich zuhause und im Garten gar keine Schuhe trage. Irgendwann krieg ich den Dreck nicht mehr abgeschrubbt.
Ich hätte grundsätzlich auch kein Problem mich mit nacktem Hintern auf den Hallenboden zu setzen, aber da die einst gute Sitte, in der Halle auch nur Hallenschuhe zu benutzen, längst Geschichte ist, weiss ich eben auch, daß ich mit meinem Hintern in dem Straßendreck sitzen würde, den andere vor mir reingetragen haben und das will ich einfach nicht.
Ich arbeite im öffentlichen Dienst und weiss, wie mangelhaft die Reinigung aller öffentlichen Gebäude ist, bei der miesen Bezahlung der Reinigungskräfte kann man wohl auch nichts anderes erwarten.


Deine Gedanken sind sicher ein Beispiel dafür, wie ein Ekelgefühl entstehen kann. Da würde es auch nicht nutzen, wenn ein Hygieniker meint, das sei kein Problem, der Dreck ist sauber. Interessant ist deine Umkehr des Grundes sich zu ekeln. Meist wird erwähnt, dass man nicht mit etwas in Berührung kommen möchte, das vorher Kontakt mit Hintern, Penissen oder Vulven hatte. Auch da geht es doch mehr um Ekel als um Hygiene.

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Re: In Hallen oder Vereinsheimen nackt? Bei Bewegung nackt?

Beitrag von BOeinNackter » Di 15. Jan 2019, 17:29

hajo hat geschrieben:Warum "konservative Kräfte" - also diejenigen, die alles so lassen wollen, wie es ist conservare = erhalten, nun das Gegenteil darstellen sollen, müsste zumindest mir retardiert Intelligentem erläutert werden...

;)

Der Begriff "konservativ" ist schon ziemlich vielseitig benutzt worden. Berechtigt finde ich das bei Menschen, die die Natur, alte Kulturen, Nationen, alte Benimmregeln, Gepflogenheiten und überkommene religiöse Aussagen erhalten und vertreten wollen. Merkwürdig finde ich die Verwendung ganz extrem, wenn z.B. ein Herr Merz als Konservativer bezeichnet wird, obwohl die von ihm vertretenen Unternehmen daran arbeiten, die Welt wie sie ist, in ihrem Sinne umzubauen.
In Bezug auf Nacktheit, wie auch auf Sexualität, ist sicher auch für dich selbsterklärend, was ungefähr konservativ sein könnte. :D
Wer nun ein konservativer Nudist oder Schwuler sein soll, ist weniger klar. Der Begriff ist relativ und kann in verschiedenen Richtungen verwendet werden.
Vertreter einer konservativen Revolution können sich durchaus als fortschrittlich und die angegriffenen üblen Sitten als konservativ bezeichnen.
Ist ein Mensch, der muslimischen Flüchtlingen hilft, konservativ, weil sie Hilfe als Christenpflicht sieht oder weil sie Menschen unterstützt, die überkommene Sitten vertreten?
Wir brauchen manchmal handliche Worte, die lassen sich aber leicht von anderer Seite kapern. Meist gelingt es uns, uns trotzdem zu verstehen, wenn wir es nur wollen.

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