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Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Ralf-abc » Fr 12. Okt 2018, 12:06

Bummler hat geschrieben:Womit wir wieder beim Grundsätzlichen sind, nämlich das der Klimawandel ein soziales Problem ist und kein technisches.

Das ist richtig, der Wegfall von Arbeitsplätzen ist ein soziales Problem.
Genau so wie jedes Jahr etliche Tausend Tote infolge Schadstoffe oder durch extreme Starkregenereignisse komplett abgesoffene Wohnhäuser.

 
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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Kalle » Fr 12. Okt 2018, 12:45

Ja, es werden immer mehr Menschen die ihr Hab und Gut durch Überschwemmungen etc. verlieren, ganz zu schweigen von den vielen Toten.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Fr 12. Okt 2018, 14:01

Ralf-abc hat geschrieben:
Bummler hat geschrieben:Womit wir wieder beim Grundsätzlichen sind, nämlich das der Klimawandel ein soziales Problem ist und kein technisches.

Das ist richtig, der Wegfall von Arbeitsplätzen ist ein soziales Problem.
Genau so wie jedes Jahr etliche Tausend Tote infolge Schadstoffe oder durch extreme Starkregenereignisse komplett abgesoffene Wohnhäuser.


Deshalb ein bedingungsloses Grundeinkommen
https://bge-statt-braunkohle.de/

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Aria » Sa 13. Okt 2018, 23:56

Bummler hat geschrieben:
Die Vorstellung zu haben, dass, wenn man bestimmte Fakten präsentiert, daraus das erwünschte Handeln resultiert, ist eine irreale Vorstellung. So funktioniert das Leben nicht.
Doch, so funktioniert das Leben, wenn auch nur für eine aufgeklärte Minderheit.

Bummler hat geschrieben:
Wenn wir uns unsere gegenwärtige Wirtschaft anschauen, stellen wir fest, dass ein weltweites Experiment stattfindet, dessen Ergebnis ganz klar ist: Das funktioniert nicht.
Das haben wir schon oft gehört, man hat uns sogar gesagt, womit der Kapitalismus ersetzt würde, aber seit mehr als 100 Jahren warten wir darauf und nichts geschieht. Gut, es geschah schon was, aber das Wirtschaftssystem, das den Kapitalismus ablösen sollte, scheiterte so katastrophal, dass der Kapitalismus wieder ran musste – und den davon betroffenen Menschen mit 2 Billionen Euro aus der Patsche helfen musste. Und das allein in Deutschland.

Außerdem widerspricht er sich selbst – Zitat aus dem Huffingtonpost-Interview:

Perspective Daily: Warum stehen Sie morgens auf?
Harald Welzer: Weil ich Lust zum Leben habe!
Und das, obwohl Sie seit 40 Jahren Nachhaltigkeit predigen. Wie frustriert sind Sie dabei und was spornt Sie an, weiterzumachen?
Wenn man das Privileg hat, gut zu leben, und solche Handlungsspielräume wie in westlichen Demokratien, dann hat man kein Recht auf Pessimismus und Frustration. Dann hat man Möglichkeiten und Grund, zu versuchen, die Dinge besser zu machen.


Eben. Sämtliche westliche Demokratien haben kapitalistische Wirtschaftsysteme, die offenbar so gut funktionieren, dass sogar ein Kritiker dieser Systeme wie er gut darin leben und über die sicher nötigen Veränderungen nachdenken kann.

Ich will dem Mann den guten Willen nicht absprechen, aber mit solchen absoluten Aussagen wie „So funktioniert das Leben nicht." oder „Das funktioniert nicht.“ sind schon weit größere Denker elendig gescheitert – siehe oben.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Hans H. » Mo 15. Okt 2018, 01:10

Weil es in diesem Thread Zweifel gab am Nutzen von Managementsystemen hier neu veröffentlichte Zahlen des Frankfurter Projektes Ökoprofit. Mit diesem Projekt wird die Einführung und langfristige Umsetzung von Umweltmanagementsystemen unterstützt. Die Firmen, die sich daran beteiligen, werden ein Jahr nach der erfolgreichen Einführung des Umweltmanagementsystems genau unter die Lupe genommen, also im Detail überprüft, und die nachweisbaren Erfolge dokumentiert.

Im Jahr 2017 waren es 26 teilnehmende Unternehmen aus Frankfurt. Die Prüfung der Erfolge der umgesetzten Maßnahmen ergab in der Summe dieser 26 Unternehmen: Die Betriebe haben eine jährliche Einsparung von drei Millionen Kilowattstunden Strom erreicht, von 50.000 Litern Kraftstoffen, von über 3000 Kubikmetern Wasser / Abwasser und haben 110 Tonnen Rohstoffe eingespart. In der CO2 Bilanz wurde eine Reduzierung der Emissionen um 6.800 Tonnen pro Jahr berechnet. Im laufenden Jahr sind es 32 teilnehmende Betriebe. Deren Erfolgszahlen werden aber erst 2019 veröffentlicht.

Nun meine Frage an die Kritiker von Managementsystemen: Ist das jetzt reine Augenwischerei und sind solche Zahlen keine Erfolge, die sich sehen lassen können? Übrigens: wenn das einfach und trivial wäre, dann hätten die bestimmt nicht erst mit externer Hilfe die möglichen Maßnahmen gefunden, sondern das doch alles längst selbst umgesetzt, denn die Firmen sparen damit schließlich auch in der Summe 930.000 Euro. Das macht doch jeder sofort, wenn es einfach und trivial ist.

 
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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Mecki » Mo 15. Okt 2018, 10:38

@ Hans H.

inwieweit das Nachhaltigkeitskonzept vorherige Investitionen voraussetzt - die sind nicht immer "so ganz
billig". Wo nachhaltig eingespart werden könnte, muss ja erst mal ermittelt werden. Gutachter müssen ggf.
herangezogen werden.

Oder aber... Konzernen angehörige Betriebe (z. B. Autobranche) bekommen z. T. vorgeschrieben, was
die einzelnen Betriebe ggf. zu ändern haben, um an den aktuellen Stand angeglichen zu werden. Da
sagt z. B. der Konzern, wie eine Auto-Lackiererei ausgestattet zu sein hat, damit alles "sauber" abläuft,
gleichzeitig aber auch energiesparend gearbeitet wird.

Welche Betriebe können sich entsprechend "aufstellen", um energieeffizient/er zu arbeiten? Einige werden
es wollen....andere können es einfach nicht, weil das Investitionsvolumen ggf. nicht vorhanden ist. Dass
sich diese Investitionen amortisieren werden.... ja. Aber zunächst mal muss zuvor investiert werden.

Die Idee, zunächst mal auf freiwilliger Basis zukunftsorientierter zu arbeiten, ist gut.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Mo 15. Okt 2018, 11:53

Aria hat geschrieben:
Bummler hat geschrieben:
Wenn wir uns unsere gegenwärtige Wirtschaft anschauen, stellen wir fest, dass ein weltweites Experiment stattfindet, dessen Ergebnis ganz klar ist: Das funktioniert nicht.
Das haben wir schon oft gehört, man hat uns sogar gesagt, womit der Kapitalismus ersetzt würde, aber seit mehr als 100 Jahren warten wir darauf und nichts geschieht. Gut, es geschah schon was, aber das Wirtschaftssystem, das den Kapitalismus ablösen sollte, scheiterte so katastrophal, dass der Kapitalismus wieder ran musste – und den davon betroffenen Menschen mit 2 Billionen Euro aus der Patsche helfen musste. Und das allein in Deutschland.


Also wenn ich so an die letzten 100 Jahre Kapitalismus denke, dann fallen mir schon ein paar Katastrophen ein, von der Weltwirtschafts- bis zur Bankenkrise. Die war ja sogar systemrelevant, wie ich lesen konnte.
Und das mit den 2 Billionen, das machen die Chinesen pfiffiger. Die lassen zwar die Technologie rein, aber nicht die Konkurrenz und erhalten so ihre industriellen Kerne. Dazu waren die Deutschen freilich zu blöde, den Kapitalisten reichten ja auch die Absatzmärkte, was sollten sie mit den Menschen.

Übrigens das römische Reich gab es tausend Jahre, die konnten sich auch nicht vorstellen das sie was falsch machen und sind dann doch von den Barbaren nieder gerungen worden. Witzig auch die Parallele, das die ersten 500 Jahre in Rom so etwas wie eine Republik existierte, während die letzten 500 Jahre ein Kaiserreich das politische System war. Ich sage nur, Nachtigall ich hör dich trapsen...

Aber ich will nicht schwarz sehen, uns geht es wirklich gut.

Was mich natürlich umtreibt, dass ist die Frage, ob wir das bezahlen müssen, wenn die Malediven absaufen. Man könnte da technisch sicherlich was machen, um die zu retten, egal ob schwimmende Inseln oder die aufschütten oder mittels Dämmen oder Spundwänden vor Überflutung schützen. Besonders aufwendig ist natürlich die Rettung der korallen, weil dafür das Meerwasser gekühlt werden muss, wird es zu warm, sterben die Korallen. Das wird nicht billig. Aber haben die Malediven andererseits nicht einen Rechtsanspruch? Nach dem Verursacherprinzip?

Ich denke ja.

 
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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Ralf-abc » Mo 15. Okt 2018, 14:09

Mecki hat geschrieben:Dass sich diese Investitionen amortisieren werden.... ja. Aber zunächst mal muss zuvor investiert werden.

Genau das ist insbesondere das Problem bei der energetischen Sanierung von kleinere Wohnhäuser (Ein- oder Zweifamilienhaus).
Bei großen Anlagen ist es für den gewerblichen Investor oder die Wohnungsbaugesellschaft sicherlich interessant, hier in Amortisationszeiträumen von 20 - 30 Jahren zu denken.
Aber das selbst genutzte EFH, evtl. noch mit Einliegerwohnung, oder ein kleines Mietshaus, dass ein Privatmann als Altersvorsorge hat? - der weiß doch gar nicht, ob der in 20 Jahren noch lebt oder ob der dann noch einen Arbeitsplatz hat. Was nützt es dem, wenn sich die Sanierung nach 30 Jahren amortisiert, aber der verliert nach 10 Jahren sein Einkommen und weiß dann nicht, wie er den Kredit für die Sanierung bezahlen soll.
Daher sage ich als Energieberater den Bauherren ganz klar, dass die Frage nach der Amortisation unsinnig ist. Entweder will man so einen energetischen Standard und kann sich den auch leisten, oder man lässt es bleiben. Genau so, wie man einen Oberklasse-Wagen für 70 k€ nur kauft, weil man den einfach haben will - da käme ja auch niemand auf die Idee zu fragen, nach wie vielen Jahren der sich gegenüber einem Mittelklasswagen amortisiert.
Das gilt genau so für Elektroautos. Das sind i.d. R. eher Kleinwagen. Wenn man die Stromkosten mit den Benzinkosten eines Kleinwagens vergleicht, dann spart das Elektroauto (bei ca. 20 - 25 Tdkm Jahresfahrleistung) max. 1000 € Treibstoffkosten im Jahr (da sind schon die etwas niedrigeren Inspektionskosten enthalten). Unter Einbeziehung der Finanzierungskosten etc. ergibt das bei 15 € Euro Fahrzeugmehrkosten eine Amortisaionszeit von ca. 18 - 20 Jahren. So lange hält aber kein Fahrzeug. Von daher muss man jedem Interessenten für ein E-Auto, der nach der Amortisation fragt, ganz klar sagen, dass es das Thema E-Auto einfach vergessen soll. Wenn jemand ein E-Auto kauft, dann ausschließlich deshalb, weil er das so will!

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Mi 17. Okt 2018, 08:43

Hans H. hat geschrieben:Nun meine Frage an die Kritiker von Managementsystemen: Ist das jetzt reine Augenwischerei und sind solche Zahlen keine Erfolge, die sich sehen lassen können?


Ich muss immer daran zurück denken, wie ich selbst mal Leiter eines Jugendforscherkollektivs war, zu DDR-Zeiten.
Damals hatten wir für die Werkstatt so eine Heizung mit Rohbraunkohle. Die ist im Sommer nur für das Warmwasser für Duschen usw. genutzt worden und wir sollten die durch eine Solaranlage, also Kollektoren, ersetzen. Was ja an sich kein Problem war und die CO2-Einsparung war ganz sicher auch möglich.

Nur was Ralf schon angesprochen hat, rentabel war die Anlage nicht. Insofern ist es natürlich ein Erfolg, wenn so ein Managementsystem mittels externen Beratern tatsächlich auch einen kommerziellen Erfolg generiert. Gar keine Frage. Stutzig macht mich freilich nur, warum diese Ökoprofit-Geschichte vor allem im Verbund von Städten mit Unternehmen funktionieren soll. Das scheint mir jetzt ein wenig mystisch, also dass eine Verwaltung den Unternehmen sagt, wie sie mehr Profit generieren können.

Das widerspricht dem gängigen Glauben, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer ist.

Oder sehe ich das falsch (wieder einmal)?

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Hans H. » Mi 17. Okt 2018, 21:26

Die Verwaltung organisiert das Ganze doch nur. Die eingesetzten Berater und später die Auditoren zur Überprüfung der Erfolge werden von erfahrenen Beratungsfirmen bestellt, mit denen dabei zusammengearbeitet wird. Auditoren dürfen selbst nicht Berater sein, bei einem Projekt, das sie überprüfen. Wenn die das also 100%ig normkonform machen (wobei ich jetzt nicht die Details kenne), dann müssten eigentlich die Auditoren von anderen Firmen kommen, als die Berater zu Beginn der Projekte.

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