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Aktmalerei vor 500 Jahren

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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Aria » Do 4. Mai 2017, 20:34

Bummler hat geschrieben:Ist es aber nicht auch möglich das die Künstler nicht das Normale sondern das Besondere dargestellt haben, etwas das eben nicht typisch für die Zeit war?
Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Künstler brauchen immer Modelle und die sind wie sie eben in der Zeit sind. Deshalb gab es im 19. Jahrhundert selbst in den pornografischen Darstellungen nur Bilder von Menschen mit behaarter Scham. Und in den 30er bis 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war dem genauso - von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Die älteren unter uns werden das sicher bestätigen.


Eule hat geschrieben:Ich mache dich nur darauf aufmerksam, dass du mit deinem immer wieder vorgetragenem Absolutismus sehr oft fehl gehst oder fehl gehen kannst. Ich will dir also nur dazu raten, etwas vorsichtiger zu argumentieren.
Sehr oft gehe ich fehl? Werde bitte konkret: Wo bitte habe ich diesem Thread Falsches gesagt?

 
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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Eule » Fr 5. Mai 2017, 23:02

@ Aria
Dass zu Kaisers Zeiten Aktaufnahmen der Frauen ohne Genital und ohne Schambehaarung gezeigt wurde, war der verschrobenen Moral geschuldet. Marmorierte Frauenbilder waren zwar interessant, vermochten jedoch die Zensur nicht, hier einzugreifen.

Aus diesem Umstand schließe ich weder, dass die Frauen zu dieser Zeit enthaart waren noch, dass sie immer eine Schambehaarung trugen. Du läufst einfach Gefahr, fehl zu gehen, wenn du dich in solche absolutistischen Aussagen begibst.

Deshalb gab es im 19. Jahrhundert selbst in den pornografischen Darstellungen nur Bilder von Menschen mit behaarter Scham. Und in den 30er bis 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war dem genauso - von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.
Wenn du statt des Wortes "nur" das Wort "überwiegend" genutzt hättest, wäre deine Aussage völlig richtig. Diese absolutistische Aussage "nur" hätte zum Schluss von dir nicht mit der Aussage: " von wenigen Ausnahmen mal abgesehen." relativert werden müssen.

 
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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von norbert » Sa 6. Mai 2017, 08:48

Eule hat geschrieben:Wenn du statt des Wortes "nur" das Wort "überwiegend" genutzt hättest, wäre deine Aussage völlig richtig. Diese absolutistische Aussage "nur" hätte zum Schluss von dir nicht mit der Aussage: " von wenigen Ausnahmen mal abgesehen." relativert werden müssen.


Haarspalterei :roll:

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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Aria » Sa 6. Mai 2017, 13:01

Eule hat geschrieben:Dass zu Kaisers Zeiten Aktaufnahmen der Frauen ohne Genital und ohne Schambehaarung gezeigt wurde, war der verschrobenen Moral geschuldet.
Na, dann sind wir uns ja endlich einig – ich habe das schon in meinem Beitrag vom So 30. Apr 2017, 21:49 geschrieben. Und da bereits darauf hingewiesen, dass die gleiche Moral auch im 20. Jahrhundert wirkte und dafür sorgte, dass man bis in die 80/90er Jahre volles Schamhaar trug. Das im Gegensatz zur früheren Zeiten (Hochmittelalter bis zur Aufklärung (mit einer Unterbrechung während der Gegenreformation)) als sich zumindest Frauen wohl mehrheitlich rasierten.

 
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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Eule » Sa 6. Mai 2017, 23:50

@ Aria
Wir sind uns nur einig in der Begründung dieser entsprechend angefertigten Aktfotos. Deine weiteren Schlussfolgerungen teile ich nicht.

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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Etrigan » Mo 12. Feb 2018, 00:54

Schade, daß ich erst jetzt auf diese Diskussion gestoßen bin, dann hätte ich mir das Theater in einem anderen Thread erspart. :D
Schon Ovid schrieb in seiner "Liebeskunst" über das Entfernen von Körperhaaren. Wahrscheinlich ist, daß er da auch die Intimbehaarung mit einschloß. Daß in der Renaissance, die sich ja über die Werte der Antike definierte, das wieder zur Mode wurde, ist dann nur logisch.

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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Aria » Sa 24. Feb 2018, 00:04

Bild
Quelle: The Metropolitan Museum of Art

Eine Medaille, Marcantonio Passeri (1491–1565) darstellend, Professor für Philosophie in Padua und ein Averroist, entworfen von Giovanni del Cavino (1500–1570). Averroisten traten schon früh für eine Trennung von Wissenschaft und Glaube, Kirche und Staat ein und wurden deswegen heftig angegriffen. Die Universität von Padua war eine der wenigen, wenn nicht die einzige in Italien des Mittelalters und der frühen Neuzeit, wo dies gesagt werden konnte – weil unter Herrschaft der Venezianer stehend, die sich von der katholischen Kirche nichts haben sagen lassen.

Was ich sagen wollte: So eine Medaille herzustellen und jemandem zu verleihen, wäre heute wegen der Darstellung der Rückseite nicht möglich. Um nicht allzu obszön zu wirken, wird heute sogar die Rückseite falsch wiedergegeben, erkennbar an der Linie rechts: Eigentlich macht der Mann eine Brücke und die Frau liegt auf ihm.

In der Renaissance war aber das offenbar kein Problem, schließlich wurde in jener Zeit auch die Sixtinische Kapelle mit lauten Nackten bemalt – und 20 Jahre später die „anstößigen Stellen“ wieder übermalt.

Die Zeiten der relativen Freiheit sind halt immer sehr kurz (gewesen).

 
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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Eule » Mi 28. Feb 2018, 19:28

@ Aria
Eigentlich macht der Mann eine Brücke und die Frau liegt auf ihm.
Wenn ich mir die Gestaltung der Arme ansehe, kann ich dieser deiner Deutung nicht folgen. Auch habe ich nicht den Eindruck, dass es sich hier um eine sexuelle Vereinigung handelt. Den Strich an der Seite kann ich nicht deuten. Wenn dieses der Boden sein soll, dann wären die Arme völlig falsch angeordnet.

Um den Bildaufbau besser nachvollziehen zu können, müsste ich etwas über den Grund der Ausprägung dieser Medaille wissen.

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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Aria » Mi 28. Feb 2018, 23:08

Eule hat geschrieben:@ Aria
Eigentlich macht der Mann eine Brücke und die Frau liegt auf ihm.
Wenn ich mir die Gestaltung der Arme ansehe, kann ich dieser deiner Deutung nicht folgen. Auch habe ich nicht den Eindruck, dass es sich hier um eine sexuelle Vereinigung handelt. Den Strich an der Seite kann ich nicht deuten. Wenn dieses der Boden sein soll, dann wären die Arme völlig falsch angeordnet.
Hast du so wenig Fantasie?

Vielleicht überzeugt dich das:

Bild

Dass der Strich den Boden darstellt, wird im diesem Bild deutlicher, wenn man sieht, was da an passender Stelle unter dem Hintern des Mannes hängt. :D

Um das zu verschleiern, sind auf dem zuerst eingestellten Bild die beiden Personen senkrecht gestellt - amerikanische Prüderie halt.

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Re: Aktmalerei vor 500 Jahren

Beitrag von Liberté 53 » Mi 28. Feb 2018, 23:25

Kann es sein, dass es sich um eine runde Münze handelt?
Die kann man drehen, und die Prägung dreht mit. Ob das auf Prüderie zurück zu führen ist oder auf Dummheit, sei dahingestellt. Wer sagt, dass die Fotos vom 23.2. "richtig" herum gedreht sind?

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