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Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Bummler » Mo 11. Jun 2018, 08:35

Das "sexuelle Befreiung" gehörig schief gehen kann, ist übrigens keine neue Erfahrung, wie ich jüngst lesen konnte:

Und als „Weg mit der Scham!“ nackt durch die Moskauer Straßen marschierten, wurde der Volkskommissar für öffentliche Gesundheit, Nikolai Semaschko, schriftlich zitiert:
„… dass solches Verhalten absolut kategorisch verurteilt werden muss... Zu einer Zeit, da kapitalistische Monstrositäten wie Prostitution und Rowdytum noch nicht eliminiert sind, hilft Nacktheit nur der Unmoral... Deshalb halte ich es für absolut notwendig, diese Schande sofort aufzuhalten, mit repressiven Methoden, wenn nötig ..."

https://de.rbth.com/geschichte/80416-se ... sland-20er

Das war in den 20-er Jahren in der jungen Sowjetunion.
Eine sexuelle Befreiung funktioniert anscheinend nicht, weil offensichtlich sexueller Missbrauch damit einhergeht.

Insofern kann ich mich nur wiederholen, dass Nacktheit von Sexualität strikt getrennt werden muss.

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Mecki » Mo 11. Jun 2018, 09:08

@

kann man Philosophien vermeintlicher "weltoffener" Staaten wie der damaligen UdSSR oder jetzt
Russland als "Dokumente des gesellschaftlichen Wandels" sehen, wenn dort im Jahre 2018 jede
Form von Homophobie kategorisch bekämpft und eliminiert wird?

Polen hat das gleiche letztes Wochenende erlebt - fast 50.000 Lesben und Schwule auf den Straßen
bei einer Demo, die sich für ihre Belange einsetzten!

"Sexuelle Befreiung" ...die geht nur so weit, wie es die Philosophien der jeweiligen Staatsformen
zulassen - alles andere findet eher nur in den Köpfen der Menschen und im "stillen Kämmerlein"
statt.

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Nacktfrosch » Mo 11. Jun 2018, 14:15

Bummler hat geschrieben:Insofern kann ich mich nur wiederholen, dass Nacktheit von Sexualität strikt getrennt werden muss.

Und meine Wiederholung, dass dies nicht geht. Man kann nicht seine Sexualität mit den Kleidern zusammen ablegen. Man kann sie unterdrücken, aber nicht trennen (ausser Du meinst das rein auf die Außenwirkung bezogen).

Was ich für richtig erachte, dass Nacktheit als Auslöser für Sexualität wegfallen sollte. Ich denke aber, dies kann nur erfolgen, wenn Nacktheit Normalität ist, also ein Teufelskreis.

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von hajo » Mo 11. Jun 2018, 14:15

Bummler hat geschrieben:Eine sexuelle Befreiung funktioniert anscheinend nicht, weil offensichtlich sexueller Missbrauch damit einhergeht
Eine Automobilisierung funktioniert anscheinend nicht, da damit offensichtlich automobiler Missbrauch einhergeht (Raserei, Falschparken...)

Dass mit etwas Missbrauch getrieben wird, muss nicht ein "funktioniert nicht" ergeben.
Hier in der Gegend wird seit Jahren recht häufig eingebrochen (übrigens - wenn man sie erwischt, meist Bewohner eines ehemaligen Warschauer Pakt Staates).
Ich käme nicht darauf zu behaupten: "Das mit dem Eigentum funktioniert nicht, weil damit oft Missbrauch einhergeht."

Bummler hat geschrieben:Insofern kann ich mich nur wiederholen, dass Nacktheit von Sexualität strikt getrennt werden muss.

Sehe ich anders.
Ich war und bin bei sexuellen Aktivitäten immer nackt.

Gilt jedoch nicht automatisch umgekehrt...

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von hajo » Mo 11. Jun 2018, 14:18

Nacktfrosch hat geschrieben:Was ich für richtig erachte, dass Nacktheit als Auslöser für Sexualität wegfallen sollte. Ich denke aber, dies kann nur erfolgen, wenn Nacktheit Normalität ist, also ein Teufelskreis.
Absolut richtig. Meiner Meinung nach.

Wer nur nackt ist, wenn er Sex hat, funktioniert wie der berühmte "Pawlowsche Hund".

Wäre Nacktheit normal - was ja nicht heißt, dass jeder nackt rumlaufen muss (muss ja auch nicht jede Frau sich die vorher so schönen Beine tätowieren...), dann gäbe es erheblich mehr "Normalität" in der Bewertung und auch der Reaktion darauf.


Aber das sind Träume...

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » Mo 11. Jun 2018, 14:27

Bummler hat geschrieben:Das war in den 20-er Jahren in der jungen Sowjetunion.
Eine sexuelle Befreiung funktioniert anscheinend nicht, weil offensichtlich sexueller Missbrauch damit einhergeht.
Danke, Bummler, für diesen Link. Allerdings weiß ich nicht, wie du nach dem Lesen des Artikels darauf kommst, dass die sexuelle Befreiung nicht funktioniert, „weil offensichtlich sexueller Missbrauch damit einhergeht“, denn davon ist dem Artikel keine Rede.

Was aber auch hier wieder zu sehen ist: Die sexuellen und anderen Befreiungen funktionieren nur sehr kurze Zeit. Ob die französische, die russische, die der 20er Jahre oder unsere 68er Revolution, sie alle brachten zwar Freiheiten, die aber schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit (~ 10 Jahre) nach und nach wieder kassiert wurden.

hajo hat geschrieben:Wer nur nackt ist, wenn er Sex hat, funktioniert wie der berühmte "Pawlowsche Hund".
Bild

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von hajo » Mo 11. Jun 2018, 16:10

Aria hat geschrieben:Was aber auch hier wieder zu sehen ist: Die sexuellen und anderen Befreiungen funktionieren nur sehr kurze Zeit. Ob die französische, die russische, die der 20er Jahre oder unsere 68er Revolution, sie alle brachten zwar Freiheiten, die aber schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit (~ 10 Jahre) nach und nach wieder kassiert wurden.

... denn um Macht ausüben zu können, muss die Exekutive dafür sorgen, dass nicht zu viele Freiheiten um sich greifen ...

Führende, die führen wollen, dürfen nicht wirklich (also wirksam) zulassen, dass ihnen die Führungsrolle wo möglich entzogen wird.

Auf der anderen Seite erscheinen mir die Mitmenschen gern gewillt (eigentlich seltsam), sich führen zu lassen:

"Sag mal, darf man das denn?"
"Dass DAS erlaubt ist!"
"Guck mal, wie der rumläuft! Das müsste verboten werden!"

Und so weiter...

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Nacktfrosch » Mo 11. Jun 2018, 16:26

hajo hat geschrieben:... denn um Macht ausüben zu können, muss die Exekutive dafür sorgen, dass nicht zu viele Freiheiten um sich greifen ...

Führende, die führen wollen, dürfen nicht wirklich (also wirksam) zulassen, dass ihnen die Führungsrolle wo möglich entzogen wird.

Ja, ich stimme Dir absolut zu.

Und wer sind heutzutage die Mächtigen/Führenden?

Die Politiker?
Die Kirchen?
Die Wirtschaft?

Ich denke, die ersten beiden Gruppen haben ihre Führungsrolle schon längst abgegeben...

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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Aria » Mo 11. Jun 2018, 16:56

Nacktfrosch hat geschrieben:Und wer sind heutzutage die Mächtigen/Führenden?

Die Politiker?
Die Kirchen?
Die Wirtschaft?

Ich denke, die ersten beiden Gruppen haben ihre Führungsrolle schon längst abgegeben...
In den Demokratien laufen die Politiker der öffentlichen Meinung immer hinterher.

Die Kirchen passen sich auch an, aber sehr, sehr langsam. Immerhin gibt es bei ihnen alle 20 Jahre oder so eine neue Bibelübersetzung. Und bei der katholischen Kirche zusätzlich auch eine neue Ausgabe des Katechismus, damit man sich nicht allzu sehr vom Volk entfernt.

Und die Wirtschaft horcht seit jeher, was im Volk los ist, um rechtzeitig mit ihren Produkten bereit zu sein und ggf. die entstehenden Trends zu verstärken bzw. auf ihre Mühlen zu lenken.

All das ist zwar bekannt, wird aber von uns weitgehend ignoriert, damit man weiter auf die da oben schimpfen kann. :D

 
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Re: Dokumente des Gesellschaftlichen Wandels II

Beitrag von Nacktfrosch » Mo 11. Jun 2018, 17:14

Aria hat geschrieben:Und die Wirtschaft horcht seit jeher, was im Volk los ist, um rechtzeitig mit ihren Produkten bereit zu sein und ggf. die entstehenden Trends zu verstärken bzw. auf ihre Mühlen zu lenken.

Das ist ein Irrglaube. Der neue Gott heisst Wachstum und da reicht es nicht mehr nach Märkten zu schauen und dann zu hoffen, dass man einen Teil des Konsumentenmarktes abbekommt. Wer wirklich wachsen will, der muss schon neue Märkte schaffen - genau das haben Apple, Google & Facebook gemacht, die haben die Bedürfnisse erst erschaffen. So wird man ein erfolgreiches Unternehmen, nicht in dem wartet bis das Volk sagt, was es will.

Und wer jetzt sieht, wie in den letzten 20-30 Jahren dieser Kult nach dem perfekten (also sportlich schlanken) Körper erschaffen wurde und welche neue Märkte in Form von Light-Produkten, Schlankheitsmitteln, Fitnessindustrie, etc. entstanden sind, der versteht dass ein unverkrampftes Verhältnis der Menschen zu ihrem Körper (was nicht bedeutet, dass man gleich gern fett und schwabbelig ist) extrem hinderlich beim Schaffen dieser Märkte ist.

P.S.: Produkte, die wirklich erfolgreich beim Erreichen dieser Ziel sind - solange sie nicht ständig nachgekauft werden müssen - sind übrigens genauso unerwünscht.

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