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Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Zett » So 14. Jan 2018, 04:21

guenni hat geschrieben:wenn es so sein sollte, eine chinesische traumtämzerei!
Nur macht die chinesische "Traumtänzerei" gerade die Traumtänzerei der "freien" Marktwirtschaft platt.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Mo 15. Jan 2018, 10:01

Aria hat geschrieben:
Ich wiederhole: Ostdeutschland könnte heute so prosperieren wie Dänemark, wenn damals die richtigen Entscheidungen getroffen worden wären: Sich besinnen auf eigenen Stärken, wäre der bessere Weg gewesen.



Mir ist jetzt nicht klar, was du meinst.

Wikipedia hat geschrieben:Dänemark ist ein hochindustrialisiertes Land, mehr als drei Viertel seiner Exporte sind Industriegüter oder Maschinen.
...
Die Landwirtschaft in Dänemark ist eine hochmechanisierte Branche.
...
Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (der Mehrwertsteuersatz beträgt 25 %, dies gilt ebenfalls für Bücher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsfähig. Der Lebensstandard der Dänen ist einer der höchsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig.
....
Unter dem Motto „Flexicurity“ werden liberale Beschäftigungsregelungen, hohe soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik miteinander kombiniert. Arbeitslose erhalten eine wesentlich höhere Arbeitslosenunterstützung als in Deutschland und werden umfassend für neue Stellen qualifiziert.


Das hört sich alles sehr gut an, allerdings sind bis auf die Landwirtschaft (deren Industrialisierung zu DDR-Zeiten du missbilligst) keine Punkte hier im Osten verwirklichbar. Was sollen wir also wie in Dänemark machen?
Ich hätte kein Problem mit 25 % Märchensteuer, das wollen die mit dem BGE ja auch. Und auch der Spitzensteuersatz schreckte mich nicht, wenn dafür die soziale Absicherung gewährleistet würde.

Das ist doch auch der Punkt warum die Klimawende nicht gelingt: Die soziale Absicherung der von der Abschaltung der Kraftwerke Betroffenen muss existenzsichernd sein. So einfach ist das.

Apropos so einfach! Ich habe gelesen das wir die Energiewende für 7,68 Euro kriegen können:

https://perspective-daily.de/article/43 ... -editorial

Die Frage ist also: Wie können wir sie nach oben bringen? Zum Beispiel indem jeder Deutsche – Eltern haften natürlich für ihre Kinder – genau 7,68 Euro lockermacht und davon ein CO2-Zertifikat kauft. Klingt nach einer machbaren Investition in die Zukunft. Wie das funktionieren soll? Spielen wir es Schritt für Schritt durch:
...
Wenn im Laufe der Zeit die Zertifikate schwinden und es immer weniger Zertifikate gibt, steigt ihr Preis. Denn Autohersteller, Kraftwerke und Industrie wollen sich die Möglichkeit sichern, weiterhin zu produzieren, was ohne Zertifikate nicht geht. Dann passieren 2 Dinge:

Wenn ein Zertifikat zum Beispiel einmal einen Preis von 150 Euro erreicht hat, dann überraschen beim Autokauf nicht mehr nur 39 Euro Klimazuschlag wie im Beispiel zu Beginn, sondern satte 750 Euro. Nun ja, denkst du, vielleicht kannst du auf die Sitzheizung und den Lederbezug doch verzichten. Steigt der Preis aber weiter, auf vielleicht 400 Euro, wird der PKW 2.000 Euro teurer. Da hilft es auch nicht mehr viel, wenn du noch auf das gute Radio verzichtest. Vielleicht doch ein E-Bike kaufen? Der Anreiz wächst, weniger zu verbrauchen.
Das gilt nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Hersteller:
Vielleicht war Autobauer A schlau und hat längst ein Auto entwickelt, das in der Produktion statt 5 nur 2 Tonnen CO2 verursacht. Seine Kunden müssen keine 2.000 Euro, sondern nur 800 Euro Klimazuschlag bezahlen. Gleichzeitig kann Autohersteller A die übrigen 3 Zertifikate an Autohersteller B verkaufen, der nach wie vor viele Zertifikate einsetzen muss, um seine Produkte herzustellen. So holt Autobauer A die Ausgaben für die effizienteren Maschinen wieder rein – und verdient im besten Fall noch was daran. Der Anreiz, in effizientere Technologie zu investieren, die weniger Treibhausgase emittieren, wächst ebenfalls.

Warum kostet das gerade 7,68 Euro?

Genau
so viel kostet aktuell das Recht, 1 Tonne CO2 in die Luft zu blasen. (Zum Vergleich: Wir Deutschen verursachen pro Kopf und Jahr rund 9 Tonnen CO2 oder vergleichbare Treibhausgase.) 7,68 Euro sind, wie wir oben gesehen haben, viel zu wenig, um uns dazu zu bringen, umweltfreundlicher zu produzieren oder einzukaufen.

Dass der Preis derzeit so niedrig ist, hat einen einfachen Grund: Im Moment gibt es viel zu viele Emissions-Zertifikate auf dem Markt,
mehrere Milliarden Stück dümpeln ungenutzt auf der Börse herum. Das wiederum hat vor allem 2 Ursachen:

Einerseits liegt es an einem speziellen Zusatz-Mechanismus, den sich Brüssel damals ausgedacht hat: dem Clean Development Mechanism (Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung). Damit können Firmen in Entwicklungsländern in saubere Technologien investieren, was dort zu CO2-Einsparungen führen soll. Im Gegenzug erhalten sie zusätzliche Emissions-Zertifikate, die sie in der EU einsetzen können, um zu produzieren, oder die sie verkaufen können. Sie dürfen also Emissionen aus armen Ländern in die EU verschieben, wo sie mit einer Tonne Emissionen höheren Gewinn erzielen können.

Nun war es für viele Firmen sehr günstig und einfach, solche Verbesserungen – zum Beispiel Recyclinganlagen für Kühlschränke – in Entwicklungsländern einzuführen, niedrigen Löhnen und Nebenkosten sei Dank.
Wie sich herausstellte, wären viele der Maßnahmen ohnehin umgesetzt worden oder erreichten ihre Ziele kaum. Ganz legal, aber ohne Mehrwert fürs Klima, wurde es so zu einem guten Geschäft, die Zertifikate anzuhäufen.
Andererseits wurde während der Wirtschaftskrise 2007 und 2008 sehr viel weniger produziert als erwartet.
Dadurch entstanden auch weniger Treibhausgase und viele eingeplante Zertifikate blieben ungenutzt.

Das Problem an den niedrigen Preisen ist, dass sie es uns erlauben, wichtige Aufgaben auf die lange Bank zu schieben. Man könnte sagen: Sie verleiten die Wirtschaft zur
Prokrastination. Sie verzichtet jetzt auf dringend nötige Innovationen, weil der Anreiz zum Sparen fehlt. Wenn die Preise dann anziehen – was sie früher oder später gewiss tun werden –, wird die Zeit knapp, um schnell genug umzustellen. Die Preise könnten explodieren und es den Betrieben unmöglich machen, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.



Das ist aber auch manchmal kompliziert, kann man das nicht einfacher machen? Was soll dieser Umweg über Zertifikate?
Manchmal verstehe ich die Leute wirklich nicht.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Aria » Mo 15. Jan 2018, 16:33

Bummler hat geschrieben:
Aria hat geschrieben:Ich wiederhole: Ostdeutschland könnte heute so prosperieren wie Dänemark, wenn damals die richtigen Entscheidungen getroffen worden wären: Sich besinnen auf eigenen Stärken, wäre der bessere Weg gewesen.

Mir ist jetzt nicht klar, was du meinst.
[...]
Das hört sich alles sehr gut an, allerdings sind bis auf die Landwirtschaft (deren Industrialisierung zu DDR-Zeiten du missbilligst) keine Punkte hier im Osten verwirklichbar. Was sollen wir also wie in Dänemark machen?
Ich sprach von damals. Weil damals aus politischen Gründen falsche Entscheidungen getroffen wurden, kann man heute nur zu reparieren versuchen, was in den 40 Jahre DDR kaputt gegangen war. Dass das schwer war und ist, haben wir in den vergangenen 26 Jahren gesehen.

Ich habe auch kein Patentrezept, aber eine Idee wäre, mit den Naturschönheiten, soweit noch vorhanden, zu wuchern. Also Tourismus antreiben. Das bedeutet auch: Landwirtschaft auf ökologische umzustellen. Dazu wäre es vielleicht nötig, die sehr großen, eintönigen landwirtschaftlichen Flächen in etwas kleinere aufzuteilen und mit Hecken voneinander abzugrenzen. Das vermindert zwar den Ertrag pro ha, aber man erzielt für das Produkt höhere Preise. Aufgrund der Vögel, die sich in den Hecken einnisten und im Umkreis von 70-100 Metern Insektenpopulation klein halten, die sich, weil der Einsatz von Insektiziden ohnehin verboten ist, sonst zu sehr ausbreiten und Schäden verursachen würden.

Das ist nur so eine spontane Idee, ob sie so zu verwirklichen ist, kann ich natürlich nicht sagen. Was ich sagen kann: In Dänemark funktioniert das – Zitat aus Wikipedia:

Die dänische Regierung fördert kleine landwirtschaftliche Betriebe. Der Zusammenschluss kleiner Betriebe zu großen Gütern wird gesetzlich erschwert. Rund 85 Prozent der dänischen Bauernhöfe sind Familienbetriebe mit weniger als 50 Hektar.

Bild
Getreideernte in Brandenburg

Und zum Vergleich:
Bild
Getreidefelder auf Møn, Dänemark.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Hans H. » Di 16. Jan 2018, 01:19

Bummler hat geschrieben:Das hört sich alles sehr gut an, allerdings sind bis auf die Landwirtschaft (deren Industrialisierung zu DDR-Zeiten du missbilligst) keine Punkte hier im Osten verwirklichbar. Was sollen wir also wie in Dänemark machen?
Ich hätte kein Problem mit 25 % Märchensteuer, das wollen die mit dem BGE ja auch. Und auch der Spitzensteuersatz schreckte mich nicht, wenn dafür die soziale Absicherung gewährleistet würde.

Was man machen könnte? Da fallen mir mehr Möglichkeiten ein, als ich an einem ganzen Tag niederschreiben könnte!
Man muss doch nur ein wenig den Markt beobachten, für welche Produkte und Dienstleistungen in den letzten Jahren die Nachfrage so gestiegen ist, dass Wartezeiten und/oder Preise deutlich gestiegen sind. Da findet man viele Möglichkeiten im produzierenden Gewerbe von Kleinbetrieben oder des Mittelstandes. Nun muss man nur noch suchen, für welche Dinge man nicht unbedingt vor Ort beim Kunden sitzen muss, sondern auch mal längere Anfahrtwege in Kauf nehmen kann. Auch da findet man leicht noch eine Menge, was man tun kann. Nur ein Beispiel: für Edelstahl-Schweißarbeiten für Balkongeländer etc. sind die Wartezeiten für Kunden und die Preise weit überdurchschnittlich gestiegen, weil es nicht genug Kapazitäten im Verhältnis zur Nachfrage gibt. Wenn einer z.B. in Thüringen oder Brandenburg so einen Betrieb eröffnet (zunächst als Kleinbetrieb mit 2 oder 3 Mann) wird schnell auch in Hessen, Niedersachsen oder Bayern Kunden finden, von denen er Aufträge für die individuelle Herstellung nach Maß bekommt. Ein solcher Betrieb kann auch in den Ost-Bundesländern nicht nur gut bestehen, sondern auch gut Wachsen.

Beobachtet man nur mit Verstand den Markt und die Möglichkeiten, findet man genug, was man machen kann. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Mieten in Städten der Ost-Bundesländer, außer Berlin, nur ein Drittel von denen im Raum Frankfurt, Stuttgart, Köln oder München betragen, fragt man sich wirklich, mit welcher Berechtigung im Osten so viel gejammert wird. Z.B. die Sache mit der Rentenangleichung: Wenn einer im Osten 20% niedrigere Rente bezieht, als einer mit vergleichbarem Berufsgang im Westen, dann hat der im Osten dennoch den deutlich höheren Lebensstandard wegen der erheblich niedrigeren Miete! Auch die Grundstückspreise sind ein vielfaches niedriger als im Westen.

Unter den Voraussetzungen ist sehr viel im Osten machbar. Man muss es nur aktiv anpacken und sich nicht weitere 25 Jahre ausruhen und der DDR-Politik nachtrauern, unter der die Eigeninitiative und selbstständiges Tun nicht gefragt waren.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Di 16. Jan 2018, 10:16

Aria hat geschrieben:Die dänische Regierung fördert kleine landwirtschaftliche Betriebe.


Ja und? Oben schreibst du noch:

Wenn etwas billiger verkauft wird als es tatsächlich kostet, muss jemand diesen Verlust ausgleichen.


Und Förderung ist nichts weiter als genau das. Der Wettbewerb wird außer Kraft gesetzt. Wobei ich natürlich der Meinung bin, das solch eine Förderung sinnvoll ist. Gerade für Bauern, deren Ertrag so stark schwanken kann, das eine regelmäßige Produktion finanziell problematisch werden kann. Ich habe letztens eine Beitrag auf arte oder 3sat gesehen, der davon berichtet hat wie Bauernhöfe in Tirol, die sich auf Ziegenkäse spezialisiert hatten, aufgeben müssen. Sehr traurig. Ohne Förderung haben die keine Chance.

Genau wie der Tourismus bei uns. Investitionen in touristische Unterkünfte wurden bisher mit bis zu 50 % der Kosten gefördert. Die haben hier Ferienhäuser und -wohnungen wie die Verrückten gebaut.

Hans H. hat geschrieben:Nur ein Beispiel: für Edelstahl-Schweißarbeiten für Balkongeländer etc. sind die Wartezeiten für Kunden und die Preise weit überdurchschnittlich gestiegen, weil es nicht genug Kapazitäten im Verhältnis zur Nachfrage gibt.


Ja gerade der Bausektor kann ein Lied davon singen, wie man es mit den Fördermitteln nicht machen sollte.
Ende der 90-ger Jahre sind etliche Förderprogramme ausgelaufen. Danach sind Baubetriebe haufenweise kollabiert. Unser Büro wurde von 8 Ingenieuren auf 3 verkleinert und die Studierendenzahlen im Bauwesen an der Uni in Cottbus sind abgestürzt, bis die Bauingenieurstudiengänge eingestellt wurden. Und das war mal eine Bauhochschule.

Davon hat sich der Bausektor bis heute nicht erholt. Nun gibt es natürlich gerade jetzt in Zeiten von billigen Krediten eine Nachfrage nach Baudienstleistungen, die die Kapazitäten übersteigen. Das freut die Unternehmen, denn die Preise steigen. Und da braucht man nicht mal so etwas Besonderes wie Edelstahlschweißen zu nehmen, ein stinknormaler Tiefbauer ist auch auch nicht ohne weiteres zu bekommen.

Also könnte man, nur so theoretisch, die Leute aus dem Tagebau zum Bau schicken. Nun sind die Bagger für Kabelgräben zwar etwas kleiner als die im Tagebau, aber Bagger ist Bagger. Theoretisch geht das natürlich. Praktisch geht das aber nur wenn den Leuten nichts anderes übrig bliebe. Das wäre aber weder selbstbestimmt noch freiheitlich, das ist schon mal klar.

...fragt man sich wirklich, mit welcher Berechtigung im Osten so viel gejammert wird.


Wahrscheinlich weil wir im Osten das noch nicht begriffen haben:

Man muss es nur aktiv anpacken und sich nicht weitere 25 Jahre ausruhen und der DDR-Politik nachtrauern, unter der die Eigeninitiative und selbstständiges Tun nicht gefragt waren.


Mithin, die Alten sterben aus, falls sie nicht vorher in Rente gehen, die Jungen kennen den sozialistischen Schlendrian nicht mehr, können es also richten. Jedenfalls dann, wenn es wirklich nur die Mentalität wäre, die zu den Unterschieden in der Wirtschaftsleistung führt und nicht an den Strukturdefiziten, die durch die Deindustrialisierung nach der Wende entstanden sind.

Fakt ist, das diese Deindustrialisierung dereinst zur massiven Senkung von CO2 geführt hat, während jetzt die Senkung stagniert.
Die Bundesrepublik hat die klimapolitischen Ziele aufgegeben und wird so vom Klimavorbild zum Klimasünder, was natürlich andere Nationen die vorher nicht so ein großes Geschrei gemacht haben, süffisant zur Kenntnis nehmen.
Vor allem wohl die Dänen ....

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Aria » Di 16. Jan 2018, 12:44

Damit dieser Thread nicht zu einem DDR-Jammerthread verkommt, hier ein freudige Nachricht aus der Welt der Wissenschaft und Technik – Zitat:
Der Verkehrssektor erzeugt ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen und verantwortet - beispielsweise durch Stickoxide und Ruß - zusätzlich die lokale Luft-verschmutzung, insbesondere in Städten.
[...]
Gewöhnliche Kraftstoffe erzeugen bei der Verbrennung das Treibhausgas Kohlendioxid. Alternative Kraftstoffe schließen den Kohlenstoffkreislauf, da sie aus Kohlendioxid hergestellt werden können. Hierzu wird das Kohlendioxid mit Wasserstoff in maßgeschneiderte Kraftstoffe umgewandelt. Wenn der Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, sind diese Kraftstoffe nahezu klimaneutral. Oxymethylenether, kurz OMEx, sind eine Gruppe dieser maßgeschneiderten Kraftstoffe. Bedingt durch ihre molekulare Struktur und den hohen Sauerstoffanteil verbrennen OMEx im Vergleich zu fossilem Diesel mit deutlich niedrigeren Rußemissionen, wodurch sich niedrigere Stickoxidemissionen realisieren lassen. Damit bieten OMEx-Kraftstoffe die Chance, nicht nur klimafreundlicher zu sein, sondern auch andere Umweltauswirkungen wie Stickoxid- und Rußemissionen herkömmlicher Kraftstoff zu reduzieren.
[…]
Die Studie zeigt, dass diese den Wirkungsgrad im Vergleich zur bisherigen Produktion von OME1 um zwölf Prozentpunkte erhöht und so den Wasserstoffbedarf reduziert. Die Ökobilanz belegt das Potenzial von OME1 als nahezu klimaneutraler Kraftstoff: Ersetzt man 24 Prozent fossilen Diesel durch OME1, reduzieren sich Treibhausgasemissionen um bis zu 22 Prozent. Gleichzeitig zeigen Messungen am Motor, dass der neue Kraftstoff die Emissionen von Stickoxiden und Ruß um 43 Prozent beziehungsweise 75 Prozent mindert. Mit ausreichend regenerativer Energie könnte der Zusatz von OME1-Kraftstoff ein erster vielversprechender Schritt in Richtung eines nachhaltigen Transportsektors sein.
Fazit: Hat man genug Strom, kann man Wasserstoff aus Wasser gewinnen, woraus mit dem Kohlendioxid aus der Luft OMEx-Kraftstoff hergestellt werden kann, um den dem gewöhnlichen Diesel beizumischen. Und da wir vom Strom bald mehr als genug haben werden, dürfte dieses Verfahren ebenso bald großtechnisch realisiert werden.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Di 16. Jan 2018, 14:26

DDR-Jammerthread


Das ist ja wieder typisch. Das Versagen der Bundesregierung beim Klimaschutz wird einfach der DDR übergeholfen. Fertig, prima, toll, funktioniert immer.

... OMEx-Kraftstoff ... dürfte dieses Verfahren ebenso bald großtechnisch realisiert werden.


Während CNG schon funktioniert?
Außerdem fließen in diese Forschung nur wenige Millionen, während in die Forschung neuer Batterietechnik Milliarden fließen. Da glaube ich eher an einen Durchbruch bei der Batterietechnik.
Dazu kommt noch, das der Steuervorteil von Dieselkraftstoff in der Diskussion ist, also Diesel an Attraktivität verlieren wird. Da wird ein totes Pferd gesattelt.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von hajo » Di 16. Jan 2018, 15:09

Bummler hat geschrieben:
DDR-Jammerthread


Das ist ja wieder typisch. Das Versagen der Bundesregierung beim Klimaschutz wird einfach der DDR übergeholfen.
Chapeau!

Eine solche Schlussfolgerung aus Arias kurzer Bemerkung zu ziehen...

Das HAT was!

Nochmal:
Ausspreche Anerkennung!

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von Bummler » Mi 17. Jan 2018, 09:18

hajo hat geschrieben:Ausspreche Anerkennung!


Danke Hajo, du bist ein echter Freund. Noch nie hat mich jemand in diesem Forum gelobt, mir kommen die Tränen.

Apropos Tränen! Ich habe heute in der Welt einen interessanten Artikel gelesen. Da geht es eigentlich um den Besuch vom Kurz aus Österreich.

Ich zitiere:

Welt hat geschrieben:Inhaltlich wirkt die Merkel-CDU, die innerhalb weniger Wochen mit den Grünen den Kohleausstieg und mit der SPD die Aufgabe eines Klimaziels vereinbart, aber mittlerweile beliebig und und manchmal sogar diffus.


Ich verkneife mir einen Kommentar. Aber so etwas hätte es in der DDR nicht gegeben.

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Re: Eisberge, Klimawandel und Überbevölkerung

Beitrag von hajo » Mi 17. Jan 2018, 09:37

Bummler hat geschrieben:
hajo hat geschrieben:Ausspreche Anerkennung!


Danke Hajo, du bist ein echter Freund. Noch nie hat mich jemand in diesem Forum gelobt, mir kommen die Tränen.

Apropos Tränen! Ich habe heute in der Welt einen interessanten Artikel gelesen. Da geht es eigentlich um den Besuch vom Kurz aus Österreich.

Ich zitiere:

Welt hat geschrieben:Inhaltlich wirkt die Merkel-CDU, die innerhalb weniger Wochen mit den Grünen den Kohleausstieg und mit der SPD die Aufgabe eines Klimaziels vereinbart, aber mittlerweile beliebig und und manchmal sogar diffus.


Ich verkneife mir einen Kommentar. Aber so etwas hätte es in der DDR nicht gegeben.
Dir ist hoffentlich klar, dass der Satz aus der "Welt" an Dummheit kaum zu übertreffen ist.
Da in der DDR meines mangelhaften Wissens nach ausschließlich kontrollierte Presse veröffentliche, kam so ein Schwachsinn nicht vor.
Wer sich vor Fakten nicht scheut, der weiß, daß es bisher mit Niemandem irgendeine Vereinbarung gibt.

An anderer Stelle schrieb ich schon mal von meinem Vertrauen in die Presse.

Wer sich daraus seine Ansichten bildet.... :roll:

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