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Party Naked!

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Re: Party Naked!

Beitrag von Matz » Mo 9. Mai 2016, 22:10

Aria hat geschrieben:
Matz hat geschrieben:Scham ist eine Tugend, die gepflegt sein mag.
Kannst du bitte diese Aussage näher erläutern, Matz?

Na, da frag ich doch einfach zurück in die Runde:
Ist Scham irgendwo für mich eine "Steuerungsgröße"?
Und das bitte nicht nur von der Exposition der Geschlechtsmerkmale her bedenken.

Die erlebte Scham kommt aus meinem Empfinden. Das zu erkennen, ist schon mal gut.
Für was schäme ich mich? Warum? Was dann?
Die krassen Theorien lasse ich jetzt weg.

LG /matz

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von Eule » Di 10. Mai 2016, 23:05

@ Matz
Bei der Scham müssen wir zwischen zwei unterschiedlichen Merkmalen unterscheiden.
1.) Inhaltlich
Scham ist ein anerzogenes Gefühl, wenn man es von dem Inhalt, also weswegen man sich schämen soll, betrachtet. Der Gegenstand der Scham, also das, weswegen wir uns schämen sollen/müssen, wird uns über die Erziehung vermittelt. Diese Schamerziehung fängt schon im Säuglingsalter an und endet erst mit dem Tode des betreffenden Menschen.
2.) Reaktion
Unsere körperliche Reaktion, also die Art und Weise, wie unser Körper reagiert, wenn wir uns schämen, ist genetisch festgelegt. Wir können in allen Kulturen die gleichen körperlichen Reaktionen erkennen, wenn sich jemand schämt. Und dieses ist geschlechtsunabhängig so.

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Re: Party Naked!

Beitrag von BOeinNackter » Sa 28. Mai 2016, 18:39

Scham orientiert sich an kulurellen Vorstellungen über verbotenes, sündiges, peinliches Sein oder Handeln. Dazu bedarf es keiner spezielllen Erziehung. Schon für etwas ausgelacht zu werden oder das auslachen anderer zu erleben reicht, um neue Schamgefühle zu entwickeln. Eine mehr oder weniger große Stabilität gegenüber solchen Einflüssen ist das eigentliche Produkt von Entwicklung und Erziehung.
Es gibt keine einheitliche Schamreaktion, die als ganzes angeboren wäre. Es kommt zu allgemeinen und unterschiedlichen Stressreaktionen wie Pulserhöhung, Erröten, Schwitzen, Kloß im Hals, Schreien, Wegrennen und Verstecken.
Ich schäme mich, wenn ich mich nicht angemessen gekleidet in einer Situation fühle. Ich probiere gerade, diesen Bereich zu erweitern, indem ich mit möglichen Gegenübers über mein Wusch, bespielsweise bei der Gartenarbeit nackt sein zu können oder bei Besuchen bei uns oder in der freien Natur, rede. Das ist nicht einfach aber für mich die einzige Möglichkeit, meinen Freiraum zu erweitern. Anlass zum reden könnte allerdings durchaus sein, daß ich jemandem bei irgendeiner Gelegenheit nackt begegne. Meine Überwindung der Scham geht also besser, indem ich diese Begegnungen riskiere.

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von Eule » So 29. Mai 2016, 00:13

@ BOeinNackter
Deiner Meinung muss ich widersprechen. Scham, dem Inahlt nach, also weswegen wir uns schämen sollen, ist ein Produkt der Erziehung. Sonst wäre der Gegenstand der Scham, also weswegen wir uns schämen sollen, in allen Kulturen und zu aller Zeit gleich. Aber dieses ist so nicht.

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Re: Party Naked!

Beitrag von Garfield » So 29. Mai 2016, 00:30

Wenn Scham reine Erziehung ist, wie du schreibst, Eule, warum schämen sich dann Schulkinder für Sachen die Ihre Eltern als völlig normal ansehen?

Es ist eine Mischung aus deinen Argumenten und denen von BOeinNakter.

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Re: Party Naked!

Beitrag von BOeinNackter » So 29. Mai 2016, 02:01

Es ist eben sehr individuell, nicht weltweit und nicht in irgendeiner Gesellschaft gleich. Es gibt Moden, Sachen, über die viele lachen, anderes, über das sich empört wird. Es gibt Dinge, die wir als Kinder dürfen, andere erst als Erwachsene. Machen wir als kleine Kinder AA ins Töpfchen, werden wir von allen Anwesenden zu unserer Freude gelobt. In höherem Alter wäre eine solch öffentliche Wahrnehmung unserer Ausscheidungen meist nicht so angenehm. Brauchen wir Hilfe auf der Toilette, gelingt es vielen von uns, diese Scham zu verringern.
Ob wir uns schämen liegt an unserer mehr oder weniger großen Abhängigkeit vom Urteil anderer, unserer Lust oder Scheu, Regeln zu übertreten, in Opposition zu gehen, uns zu zeigen (um hier mal provokativ :P zu sein). Auch jemanden auf sein Tatoo oder Piercing im Genitalbereich ganz locker anzusprechen kann Überwindung kosten. Wenn ich mich was traue, kann das sehr befreiend sein und wenn ich es positiv erlebe, Schamgrenzen einreißen.
Ich würde z.B. gern mal nackt wandern gehen. Begegnungen, mit anderen Wanderern, die scheinbar oft ganz nett verlaufen, werden immer wieder geschildert. Warum? Weil das nicht unspannend ist.
Natürlich teilen auch Eltern ihren Kindern mit, was man nicht öffentlich machen sollte. Sie sind aber nicht die einzigen und nicht die Entscheidenden. Ich wurde sicher prüde erzogen und hatte als Jugendlicher kein Problem, mich nackt, z.B. vor Mitschülern zu zeigen (schon wieder :shock: ). Mir wäre es dagegen besonders peinlich, im Schlafanzug herumzulaufen. Das finde ich eigentlich ziemlich lächerlich und wie es in meinen Kopf geraten ist kann ich nicht erklären.

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Re: Party Naked!

Beitrag von Aria » So 29. Mai 2016, 13:25

BOeinNackter hat geschrieben:Natürlich teilen auch Eltern ihren Kindern mit, was man nicht öffentlich machen sollte. Sie sind aber nicht die einzigen und nicht die Entscheidenden.
Sehe ich auch so - wäre dem anders, dürfte es weder eine FKK-Bewegung geben, noch dürfte diese Bewegung jetzt bei der jungen Generation an Bedeutung verlieren bzw. ganz abgelehnt werden.

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von Eule » Di 31. Mai 2016, 00:30

@ Garfield
Wenn Scham reine Erziehung ist, wie du schreibst, Eule, warum schämen sich dann Schulkinder für Sachen die Ihre Eltern als völlig normal ansehen?
Der Grund (Inhalt), weswegen ich mich schämen soll und muss ist abhängig von der Entwicklung, Reife und Bildung des jeweiligen Menschen. Schlimm wäre es, was leider nicht selten vorkommt, dass erwachsene Menschen ihr Schamverständnis aus ihrer Kindeheit und oft sogar frühen Kindheit beibehalten haben und es daher zu schwer verständlichen Reaktionen kommen kann.

@ BOeinNackter
Scham, dem Inahlt nach, also weswegen wir uns schämen sollen, ist ein Produkt der Erziehung. Sonst wäre der Gegenstand der Scham, also weswegen wir uns schämen sollen, in allen Kulturen und zu aller Zeit gleich. Aber dieses ist so nicht.
Ich verstehe nicht, wie diese deine Aussage im Widerspruch zu meiner Aussage stehen soll. Ich vertrete die meinung und habe dieses hier und in meinen Büchern ebenfalls so vertreten, dass die Scham dem Inhalt nach ein Produkt der Erziehung ist. Die körperliche Reaktion, also das deutlich Machen des sich Schämens, ist genetisch vorgegeben und somit universell gleich. Aber diese deine Aussage steht jetzt im Widerspruch zu der von dir davor gemachten Aussage.

Ob wir uns schämen liegt an unserer mehr oder weniger großen Abhängigkeit vom Urteil anderer, unserer Lust oder Scheu, Regeln zu übertreten, in Opposition zu gehen, uns zu zeigen (um hier mal provokativ :P zu sein).
Da die Scham ein Produkt der Erziehung ist, ist uns diese natürlich stets von außen Zugetragen worden und wir standen/stehen hier natürlich in einer gewissen Abhängigkeit. Die Lust oder Scheu, Regeln zu übertreten und in Opposition zu gehen spöielt für die Scham als solches keine Rolle. Wenn der Mensch reift, dann wird dieser Mensch immer vor der Entscheidung stehen, wie und woran er sein Verhalten ausrichten möchte. Dabei werden alle Grenzen, auch die der Scham, neu geordnet und bewertet. Wer diese Neuordnung und -bewertung nicht vornimmt, würde zeitlebens auf der Stufe eines Kindes verbleiben und so nicht erwachsen werden.

Ich würde z.B. gern mal nackt wandern gehen. Begegnungen, mit anderen Wanderern, die scheinbar oft ganz nett verlaufen, werden immer wieder geschildert. Warum? Weil das nicht unspannend ist.
Da tue es. Begegnungen laufen mit anderen Menschen völlig entspannt, wenn du dir deiner Sache sicher bist und die anderen Menschen durch deine Nacktheit nicht provozieren möchtest. Nacktheit als Normalität verlangt, dass dieses auch als normal empfunden und durchgeführt wird.

Natürlich teilen auch Eltern ihren Kindern mit, was man nicht öffentlich machen sollte. Sie sind aber nicht die einzigen und nicht die Entscheidenden. Ich wurde sicher prüde erzogen und hatte als Jugendlicher kein Problem, mich nackt, z.B. vor Mitschülern zu zeigen (schon wieder :shock: )
Dieses kann ich voll und ganz nachvollziehen. Nacktheit verlangte eben eine gewisse Vertrautheit.
Mir wäre es dagegen besonders peinlich, im Schlafanzug herumzulaufen. Das finde ich eigentlich ziemlich lächerlich und wie es in meinen Kopf geraten ist kann ich nicht erklären.
Ich denke, dass du da entweder etwas derarftiges erlebt oder von derartigem gehört hast und sich dieses als eine äußerst merkwürdige Tatsache in dein Gedächtnis eingebrannt hat. Es gibt sicherlich noch mehr solcher "Erinnerungsfetzen" in deinem Gedächtnis. Ich selbst habe eine Menge davon.

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von hajo » Di 31. Mai 2016, 18:27

Eule hat geschrieben:Begegnungen laufen mit anderen Menschen völlig entspannt, wenn du dir deiner Sache sicher bist und die anderen Menschen durch deine Nacktheit nicht provozieren möchtest. Nacktheit als Normalität verlangt, dass dieses auch als normal empfunden und durchgeführt wird.

Genau das ist meine Erfahrung.
Wenn ich mir meiner Sache sicher bin, wenn ich durch mein Verhalten dem Anderen deutlich mache, dass mich momentan alles mögliche interessiert, aber nicht meine Nacktheit, dann gibt es vielleicht mal eine, meist lustige, Bemerkung. Aber ansonsten kein Problem.
Wenn ich aber durch verschrecktes Verhalten, durch krampfhafte Versuche, etwas von mir zu verbergen, deutlich mache, dass ich hier etwas ungehöriges veranstalte, dann darf ich mich nicht wundern, dass der mit gegenüberstehende Mensch sich der Ansicht anschließt, ich sei ein Bösewicht.
Kann jeder auch bekleidet leicht ausprobieren... Geh mal im Supermarkt an der Kasse vorbei, so als hättest du nicht gefunden, wonach du suchtest, und halte dabei krampfhaft eine Hand hinter deinen Rücken...

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Re: Party Naked!

Beitrag von nackter Micha » Di 31. Mai 2016, 22:58

nacktistsexy schrieb ziemlich am anfang:
Dass ein Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit oft mit sexueller Freiheit korrelliert war, macht plausibel, dass man Sexualität zu etwas „Bösem“ erklärt hat; wer sich schämt, hat wenig Selbstbewusstsein und wird eher weniger nachdenken, ob dieses ganze Merkelwirtschaftswunderland denn sooo toll ist.

und genau das ist das, was die politik bezweckt. das war in der ddr schon so und ist heute nicht anders. gewollt sind menschen, die "kein selbswertgefühl" (oder nur ein geringes) haben und die zu allem, was die regierung bestimmt, ja und amen sagen und die vor allem eins tun: die alten strukturen (allen voran die konservativste struktur, CDU) immer wieder wählen.

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