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Party Naked!

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Party Naked!

Beitrag von nacktistsexy » Mo 28. Mär 2016, 14:14

Mehrmals wurde hier –meist recht engagiert, fleissig, aber recht trocken – für die Reinheit des gerne nackt seins von allem Sexuellen gestritten.
Wenn man Sexualität als die dunkle Macht sieht, die sie heute fast immer ist, männlich übergriffige Belästigung – stimmt das gewiss.

Trotzdem: Es macht eine Form von Lust/ Spass, splitternackt in Cap d’Agde einzukaufen, shoppen zu gehen, zu flanieren oder ein Bier zu trinken. In USA-Clubs sind Disco-Abende barfuss bis zum Hals nichts Ungewöhnliches. Fasching nackt war aufregend. Tanzen an langen Saunanächten. Es ist sinnlich anregend, barfuss in der Münchner Fussgängerzone und den Geschäften zu laufen, ohne erotisch im engeren Sinn zu sein. Nackt mit der Strassenbahn zurückfahren, wenn man den Eisbach heruntergeschwommen war, hatte was. An einer nackten Swingerparty teilgenommen zu haben, mit drei Frauen Kontakt gehabt zu haben, war toll, vor allem weil man wirklich niemand dabei weh getan hatte. Wenn ALLE einverstanden sind(und alt genug, heute muss man das definitiv ergänzen), ist Berührung mit einem fremden Menschen eigentlich sehr schön.

Kann es sein, dass FKK deshalb ziemlich verschwindet, weil unser Selbstwertgefühl in der kritischen politischen Lage so angeknackst ist, dass wir körperliche Nähe nicht mehr vertragen? Weil wir so verunsichert, so weit weg sind von unseren Gefühlen, um sie kontrollieren und trotzdem geniessen zu können?

Weil wir uns immer fragen müssen, ob wir zu viel genommen haben oder zu wenig gegeben? Ob wir schön und cool genug sind? So trauen wir uns nicht aus der Distanz unserer Kleidung, verschimmeln in Jogginghosen und Turnschuhen und quellen auf zu monströsen Formen mit Kartoffelchips, Dosenbier und Tiefkühlpizza.

Dass unsere Gesellschaft Frauen besonders gerne reduziert auf Objekte der Begierde, Statustrophäen und immer mehr auf vorbildliche Kindesmütter, statt sie als Personen mit eigenen lustvollen Impulsen zu respektieren, ist ihr Reissaus vor allen nackten Situationen vorprogrammiert; und wo die Weibchen fehlen, sind bald nur noch die merkwürdigen Männchen übrig.

Darum habe ich mich hier auch rar gemacht – da ich mich aber schon frage, warum nackt sein so „anrüchig“ geworden ist , obwohl es doch eigentlich so viel Spass machen kann, melde ich mich mal wieder.
Gerade durch den heftigen kulturellen Input eher archaischer Lebensweisen sähe ich eine grössere Begeisterung für gleichberechtigte Sinnlichkeit, höfliche Nähe und bewusste erotische Phantasie als einen wesentlichen Impuls für eine Gesellschaft, die dem Menschen so entspricht, wie wir uns das seit den letzten Jahrzehnten vorgestellt hatten: Party naked!

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Re: Party Naked!

Beitrag von Aria » Mo 28. Mär 2016, 17:30

nacktistsexy hat geschrieben:Dass unsere Gesellschaft Frauen besonders gerne reduziert auf Objekte der Begierde, Statustrophäen und immer mehr auf vorbildliche Kindesmütter, statt sie als Personen mit eigenen lustvollen Impulsen zu respektieren, ist ihr Reissaus vor allen nackten Situationen vorprogrammiert; und wo die Weibchen fehlen, sind bald nur noch die merkwürdigen Männchen übrig.
Frauen waren schon immer Objekte der Begierde und sind das auch heute, deswegen ist das kein Argument für das von dir postuliertes „Reißaus vor allen nackten Situationen“. Auch gab es schon Zeiten, wo Frauen sogar mehr als heute als „vorbildliche Kindesmütter“ gesehen wurden, und trotzdem war das kein Hindernis für sie, FKK zu praktizieren.

Meine These, warum heute die reale Nacktheit anders gesehen wird als noch vor 30 Jahren: Der Zeitgeist* ist jetzt ein anderer. Nachzulesen in dem Thread Dokumente des gesellschaftlichen Wandels.

* Zeitgeist zu definieren ist schwierig, deswegen wird der Begriff meist nicht in andere Sprachen übersetzt, sondern wird dort unverändert als deutsches Wort verwendet.

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Re:

Beitrag von Fkk-Igel » Mo 28. Mär 2016, 19:32

nacktistsexy hat geschrieben:Mehrmals wurde hier –meist recht engagiert, fleissig, aber recht trocken – für die Reinheit des gerne nackt seins von allem Sexuellen gestritten.…

Nein :!: Es wurde und wird dafür gestritten, aus dem reinem gerne Nacktsein nicht zwingend sexuelle Handlungen folgen zu lassen
nacktistsexy hat geschrieben:… Es ist sinnlich anregend, barfuss in der Münchner Fussgängerzone und den Geschäften zu laufen, ohne erotisch im engeren Sinn zu sein.

Nein :!:
nacktistsexy hat geschrieben:…Kann es sein, dass FKK deshalb ziemlich verschwindet, weil unser Selbstwertgefühl in der kritischen politischen Lage so angeknackst ist, dass wir körperliche Nähe nicht mehr vertragen? Weil wir so verunsichert, so weit weg sind von unseren Gefühlen, um sie kontrollieren und trotzdem geniessen zu können?…

wer ist 'wir' :?:
nacktistsexy hat geschrieben:…Weil wir uns immer fragen müssen, ob wir zu viel genommen haben oder zu wenig gegeben? Ob wir schön und cool genug sind? So trauen wir uns nicht aus der Distanz unserer Kleidung, verschimmeln in Jogginghosen und Turnschuhen und quellen auf zu monströsen Formen mit Kartoffelchips, Dosenbier und Tiefkühlpizza…

wer ist 'wir' :?:

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von Eule » Mo 28. Mär 2016, 20:14

@ nacktistsexy
Mehrmals wurde hier –meist recht engagiert, fleissig, aber recht trocken – für die Reinheit des gerne nackt seins von allem Sexuellen gestritten.
Mir ist nicht deutlich, was du hier unter dem Begriff der "Reinheit" subsumierst?

Wenn man Sexualität als die dunkle Macht sieht, die sie heute fast immer ist, männlich übergriffige Belästigung – stimmt das gewiss.
Das ist jedoch nur ein Aspekt dieser Frage.

Es ist sinnlich anregend, barfuss in der Münchner Fussgängerzone und den Geschäften zu laufen, ohne erotisch im engeren Sinn zu sein.
Für mich stellt sich die Frage, was du unter Erotik und erotisch Sein verstehst? Im engeren und ursprünglichen Sinn ist die Erotik die Freude an dem Schönen.

An einer nackten Swingerparty teilgenommen zu haben, mit drei Frauen Kontakt gehabt zu haben, war toll, vor allem weil man wirklich niemand dabei weh getan hatte.
Es will dir deine Freude am Swingen nicht nehmen, aber dieses Thema gehört eindeutig nicht in dieses Forum.

Kann es sein, dass FKK deshalb ziemlich verschwindet, weil unser Selbstwertgefühl in der kritischen politischen Lage so angeknackst ist, dass wir körperliche Nähe nicht mehr vertragen? Weil wir so verunsichert, so weit weg sind von unseren Gefühlen, um sie kontrollieren und trotzdem geniessen zu können?
Hier befindest du dich auf dem richtigen Weg. Es geht aber speziell um unser Körpergefühl. Wir können oftmals nicht angemessen mit unserem Körper umgehen und verstehen seine Sprache nicht mehr.

Ob wir schön und cool genug sind? So trauen wir uns nicht aus der Distanz unserer Kleidung,
Ich denke, hier geht es nicht um die Schönheit. Es geht um den Anspruch der Vollkommenheit bzw. der Überlegenheit.

da ich mich aber schon frage, warum nackt sein so „anrüchig“ geworden ist ,
Die Nacktheit ist nicht "anrüchig" geworden, sie war es schon seit Jahrtausenden. Nacktheit ist deshalb "anrüchig", weil es in verschiedenen Situationen stets negativ besetzt und bewertet ist. Aus gutem Grund spricht man auch von der FreiKörperKultur und nichtg von der NacktKultur.

Gerade durch den heftigen kulturellen Input eher archaischer Lebensweisen sähe ich eine grössere Begeisterung für gleichberechtigte Sinnlichkeit, höfliche Nähe und bewusste erotische Phantasie als einen wesentlichen Impuls für eine Gesellschaft, die dem Menschen so entspricht, wie wir uns das seit den letzten Jahrzehnten vorgestellt hatten: Party naked!
Dieser Satz enthält sehr viele unbestimmte Begriffe, so dass er vielfach missverstanden werden kann. FKK hat nichts mit einer archaischen Lebensweise zu tun. Was soll eine gleichberechtigte Sinnlichkeit sein? Die Sinnlichkeit ist immer personal. Wie soll somit der Gedanke der Gleichberechtigung hier verstanden werden? Erotische Phantasien, gleich wie du die Erotik als solche verstehst, gibt es nur beim Menschen. Und wie haben wir uns diese in den letzten Jahren vorgestellt?
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Nun ja, das war nicht meine Vorstellung. Für mich war und ist es wichtig, was die Person, mit der ich zusammen treffe, aussagt. Was oder was nicht diese Person an Kleidung trägt, spielt für mich keine Rolle.

@ Aria
Wenn wir uns darauf einigen können, dass nicht nur die Frauen "Objekte der Begierden" waren und sind, gehe ich mit dir einig. Der einzige Unterschied zwischen unseren Betrachtungsweisen ist lediglich die Bewertung der Fakten.

@ FKK-Igel
Mit deiner Aussaged gehe ich einig, setze jedoch mit meiner Kritik schon früher an.

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von FKKpaar-BaWü » Mo 28. Mär 2016, 23:25

@ nacktistsexy

Das Problem ist, dass Männer es sehr oft falsch verstehen, wenn Frauen gerne nackt sind. Mehr nicht !

FKK hat einfach mal garnichts mit Sexualität zu tun. Man mag einfach nur keine Kleidung anhaben, ich frage mich, was daran für viele so schwer zu verstehen ist.

MfG
T

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von nacktistsexy » Fr 8. Apr 2016, 20:16

Der Zeitgeist? Ja, Aria, sicher, aber ich frage mich vor allem, warum hier so gut wie niemand aufschlägt, der noch oder wieder eine sinnliche, pro-erotische Lebenshaltung – die sich zum Teil auch am Spass, keine Kleider oder Schuhe tragen zu müssen, ausdrückt.

Mir geht es nicht ums Swingen, mir geht es um diese elementare Faszination, um das kultivierte Spiel mit dem Feuer, dass der unbestreitbare Reiz nackter Begegnungen und Unternehmungen mit sich bringt.

Nein, ich denke nicht, dass Nacktsein nur keine Badehose tragen bedeutet – sonst würde sich wirklich kein Mensch darüber aufregen, und deswegen ist –auch in Thermen etc. die Handtuchwickelitis so verbreitet.

Wenn bis in die 80er ein Impuls nach freien Gefühlen, inkl. erotischen, die rigide Moral der Fünfziger ( als moralischer Aufguss schrecklicherer Geisteswelten) aufweichte und ablöste, mit dem Überschiessen in Bereiche. die sicher nicht ok sind – dann ist heute die Angst vor der Orientierungslosigkeit „in der endlosen Freiheit des Netzes“ so dominant, dass jeder jeden vor allem schützen möchte.
Dass ein Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit oft mit sexueller Freiheit korrelliert war, macht plausibel, dass man Sexualität zu etwas „Bösem“ erklärt hat; wer sich schämt, hat wenig Selbstbewusstsein und wird eher weniger nachdenken, ob dieses ganze Merkelwirtschaftswunderland denn sooo toll ist.

Was heute an Mediensexualität übrig geblieben ist, ist ein äusserst unappetitlicher Planet Porno, der eventuell schon die niedersten Instinkte bedient, aber bei jedem Mann mit ein bisschen Empathie, Stilbewusstsein und Wunsch nach Augenhöhe bei erotischen Begegnungen sehr schnell Selbstekel auslöst.
Sendungen wie „Liebe Sünde“, Wa(h)re Liebe etc. waren ganz anders aufgebaut als die verpixelten Horrorsendungen meist auf RTL II. Wer neugierig ist, was das Satellitenfernsehen so - ohne Datenspur und Anmeldepflicht- in der Richtung bietet, wird entsetzt sein, mit welch schaurigem Menschenbild dort operiert wird – und auf männliche Kunden gerade in Gegenden zielt, die sich in Köln so ruhmreich hervorgetan haben.

Sexualität ist tolerierte Notdurft und kein Teil der Kultur mehr. Das hatte ich in diesem Forum zumindest in Ansätzen anders erwartet.

Als jemand, der gerne schreibt, gerne auch etwas ungewöhnliche Positionen ausprobiert – die nicht frei sind von eigenen Präferenzen- habe ich das „wir“ (das Fragen aufwarf) natürlich nur als einem „man“ ähnlichen Stilmittel benutzt, um dieses grammatikalische Detail zu beantworten.
Ich komme nur selten zum Hereinschauen in Euer Forum, und denke auch, dass wir uns gegenseitig wohl eher wenig vermissen werden.
Ich danke für Eure Antworten, ja , der Zeitgeist ist anders, Spieltrieb, Lust, und Spass am Austesten von Grenzen der Konvention sind am Aussterben.
Der Typus leicht sonderbarer männlicher Vogel um die 60 ohne Hosen in Trecking-Sandalen und eher humorarm scheint hier die Platzhoheit zu besitzen?

Ich wünsche Euch alles Gute, gerade Eule und Igel mit Eurem freundlichen Fleiss, PaarBawü mit dem ausdauernden Zeigen der gelben Karte, und Aria viel Energie zu Deiner ausdauernden Windmühlenschlacht!

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Re: Party Naked!

Beitrag von Aria » Sa 9. Apr 2016, 11:51

nacktistsexy hat geschrieben:Nein, ich denke nicht, dass Nacktsein nur keine Badehose tragen bedeutet – sonst würde sich wirklich kein Mensch darüber aufregen, und deswegen ist –auch in Thermen etc. die Handtuchwickelitis so verbreitet.
Du sagst es: Das Nacktsein ist in dieser Gesellschaft keine harmlose Angelegenheit, sondern eine unterschwellig mit Sex aufgeladene. Und bei Sex hört der Spaß bekanntlich auf – unsere Gesetze verbieten es, Bilder davon allgemein verfügbar zu machen, selbst wenn die beteiligten Personen nichts dagegen haben. Schon gegen wirklich harmlose Fotos in dem Thread „Schöne Bilder“ wird hier von einigen besonders angepassten gegeifert als stünde deswegen der Untergang des Abendlandes unmittelbar davor.

nacktistsexy hat geschrieben:Dass ein Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit oft mit sexueller Freiheit korrelliert war, macht plausibel, dass man Sexualität zu etwas „Bösem“ erklärt hat; wer sich schämt, hat wenig Selbstbewusstsein …
Die Sexualität des Menschen lässt sich nicht unterdrücken – er ist gemacht dafür, ja ohne sie gäbe es ihn gar nicht. Trotzdem wird so getan als wäre das etwas, wofür man sich schämen müsste.

nacktistsexy hat geschrieben:Sexualität ist tolerierte Notdurft und kein Teil der Kultur mehr. Das hatte ich in diesem Forum zumindest in Ansätzen anders erwartet.
Ich auch. Aber der Konformitätsdruck der Mehrheitsgesellschaft ist inzwischen offenbar so groß, dass sich kaum einer mehr traut, etwas dagegen zu sagen. Heulen mit Wölfen geht leichter.

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von Tim007 » Sa 9. Apr 2016, 14:23

Tja, das Heulen mit den Wölfen ...

Gut, dass wir Dich haben, Aria.
Als personifizierte Widerstandskämpferin im Kampf für öffentlichen Sex.

 
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Re: Party Naked!

Beitrag von Eule » Sa 9. Apr 2016, 23:07

@ nacktistsexy
Mir geht es nicht ums Swingen, mir geht es um diese elementare Faszination, um das kultivierte Spiel mit dem Feuer, dass der unbestreitbare Reiz nackter Begegnungen und Unternehmungen mit sich bringt.
Dieser dein Wunsch hat jedoch nichts mit FKK, Naturismus oder Nudismus gemein. FKK, Naturismus und Nudismus sehen in ihrer Nacktheit nur etwas natürliches und verbinden dieses weder mit einem Reiz, etwas verbotenes zu tun noch wollen sie ein gesellschaftliches Tabu brechen. So wie du dich hier äußerst, stellst du dich mit deiner Nacktheit gegen die Gesellschaft der bekleideten Menschen und willst dort provozieren. Der Kick, den du erleben willst, ist dein Durchbrechen eines dir anerzogenen moralischen Empfindens und hat mit einer natürlichen Nacktheit somit nichts zu tun. Überlege dir mal, ob du hier nicht ein sogenanntes Spiegelgefecht austrägst, in dem du die Gesellschaft meinst und doch nur eine Hemmung in dir selbst überwinden willst.

Nein, ich denke nicht, dass Nacktsein nur keine Badehose tragen bedeutet – sonst würde sich wirklich kein Mensch darüber aufregen, und deswegen ist –auch in Thermen etc. die Handtuchwickelitis so verbreitet.
Natürlich kann man das Nacktsein aus verschiedemnen Blickwinkel ansehen. Aber deine Schlussfolgerung ist falsch. Die Nacktheit des Menschen in unseren Breiten auch als reine und natürliche Nacktheit ruft bei vielen Bürgern leider immer noch Widerspruch und Empörung hervor.

Wenn bis in die 80er ein Impuls nach freien Gefühlen, inkl. erotischen, die rigide Moral der Fünfziger ...
:? Da hat einer aber was sagen wollen und dieses ging gründlich daneden :!:
... dann ist heute die Angst vor der Orientierungslosigkeit „in der endlosen Freiheit des Netzes“ so dominant, dass jeder jeden vor allem schützen möchte.
Eine Schlussfolgerung, die mit der ersten Aussage nichts gemein hat. Wenn du das Wort "Orientierungslosigkeit" durch das Wort "Wehrlosigkeit" ersetzt, ja dann hast du eine der heute bedeutungsvollen Ängste sehr gut beschrieben.

Dass ein Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit oft mit sexueller Freiheit korrelliert war, ...
Ein sehr eigenartiger Gedanke, der mir so noch nicht unter gekommen ist. Soziale Gerechtigkeit und sexuelle Freiheit stehen und standen in keiner Beziehung zueinander.
... dass man Sexualität zu etwas „Bösem“ erklärt hat ...
Wer hat denn die Sexualität als etwas böses erklärt? Da musst du etwas nicht richtig verstanden haben oder dir wurde etwas falsch beigebracht.
... wer sich schämt, hat wenig Selbstbewusstsein und wird eher weniger nachdenken, ...
So einfach kannst du es dir nicht machen. Dieser Satz zeigt mir ehr auf eine gewisse Protesthaltung von dir hin.
... ob dieses ganze Merkelwirtschaftswunderland denn sooo toll ist.
:shock: Diese Aussage geht aber sowas von fehl, so dass man den Bezug, den du hier knüpfst, nicht mehr sehen kann.

Sexualität ist tolerierte Notdurft und kein Teil der Kultur mehr.
Aus welchen Äußerungen hier im Forum willst du diese Erkenntnis gezogen haben? :roll: :roll: :roll: Ich kann dieses nicht sehen.

... Spieltrieb, Lust, und Spass am Austesten von Grenzen der Konvention sind am Aussterben.
Nein, die Provokation nur der Provokation wegen ist heute weggefallen. Auch geht es nicht um das Austesten der Konventionen, es geht um eine Veränderung der Konventionen. Mit anderen Worten, wir wollen nicht reizen, wir wollen verändern.

@ Aria
Das Nacktsein ist in dieser Gesellschaft keine harmlose Angelegenheit, sondern eine unterschwellig mit Sex aufgeladene.
Also, dieser deiner Meinung kann ich wirklich nicht beitreten. Nacktheit wird in unserer Gesellschaft nicht unbedingt mit Sexualität verbunden.
Und bei Sex hört der Spaß bekanntlich auf – unsere Gesetze verbieten es, Bilder davon allgemein verfügbar zu machen, selbst wenn die beteiligten Personen nichts dagegen haben.
Welches Gesetz verbietet dieses? Mir ist es nur bekannt, dass es hierfür Beschränkungen gibt. Aber von einem Verbot nicht.
Schon gegen wirklich harmlose Fotos in dem Thread „Schöne Bilder“ wird hier von einigen besonders angepassten gegeifert als stünde deswegen der Untergang des Abendlandes unmittelbar davor.
Auch wenn ich weiss, was du sagen willst und dir hierin zustimme, aber so pauschal ausgedrückt halte ich den Satz für nicht richtig.

Die Sexualität des Menschen lässt sich nicht unterdrücken – er ist gemacht dafür, ja ohne sie gäbe es ihn gar nicht.
Doch, die Sexualität kann unterdrückt werden. Nur hat dieses katastrophale Folgen.
Trotzdem wird so getan als wäre das etwas, wofür man sich schämen müsste.
Also, dieser Satz ist nun mal wirklich quatsch. Wer tut den so, dass man sich für Sex schämen müsse? Damit dieser dein Satz richtig werden kann, musst du schon sagen, wann man sich für den Sex schämen soll. So generell gesagt ist er falsch.

Ja Aria, ich habe es nicht vergessen, was du uns über deine Kindheit und Jugend berichtet hast. Aus diesem deinem Erleben ist der Satz verständlich. Aber du bist älter geworden und lebst jetzt in einer Weltstadt. Deine Umwelt gibt dir jetzt vollig andere und zum großen Teil auch die richtigen Informationen. Oder bist du in München in einer der wenigen erzkonservativen Gemeinden gelandet? Ach ja, mit der Kirche hast du es nicht mehr. Auch wenn ich dieses traurig finde, ich kann es verstehen. Aber du solltest langsam erkennen, dass die Botschaften, die du in deiner Kinheit und Jugendzeit erhieltst, heute so keine Gültigkeit mehr haben und dass das kath. Lehramt diese Meinung schon lange nicht mehr vertritt. Du kämpfst immer noch gegen eine erzkonservative kirchliche Haltung an, die heute so nicht mehr existiert.

nacktistsexy hat geschrieben:
Sexualität ist tolerierte Notdurft und kein Teil der Kultur mehr. Das hatte ich in diesem Forum zumindest in Ansätzen anders erwartet.
Ich auch. Aber der Konformitätsdruck der Mehrheitsgesellschaft ist inzwischen offenbar so groß, dass sich kaum einer mehr traut, etwas dagegen zu sagen. Heulen mit Wölfen geht leichter.
Es ist mir unverständlich, wie du hier nacktistsexy zustimmen kannst. Wann und wo war Sex Teil der Kultur? Um es deutlich zu machen, mir ist keine Sexkultur als solches bekannt. Weder aus der Geschichte noch von anderen Völkern. Sexualität als Teil der Kultur ist einfach blödsinn, Sexualität ist Teil des natürlichen Lebens. Welchen Konformaitätsdruck siehst du dich hier ausgesetzt? :roll: :roll: Ich habe dich bislang noch nicht in die Gruppe der "Sexsüchtigen" eingereiht, die meinen, man müsse seinem Sexualtrieb zu jeder Zeit und an jedem Ort ungehindert nachgeben. Ich glaube auch nicht, dass dieses dein Anliegen ist. Oder sollte ich mich hier irren?

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Re: Party Naked!

Beitrag von Garfield » So 10. Apr 2016, 09:33

Eule hat geschrieben:
... dass man Sexualität zu etwas „Bösem“ erklärt hat ...
Wer hat denn die Sexualität als etwas böses erklärt? Da musst du etwas nicht richtig verstanden haben oder dir wurde etwas falsch beigebracht.
Außerehelicher/ vorehelicher Sex wird seit mindestens 2000 Jahren von den Kirchen zu etwas bösem erklärt und in folge dessen auch von der Gesellschaft.

Eule hat geschrieben:
Trotzdem wird so getan als wäre das etwas, wofür man sich schämen müsste.
Also, dieser Satz ist nun mal wirklich quatsch. Wer tut den so, dass man sich für Sex schämen müsse? Damit dieser dein Satz richtig werden kann, musst du schon sagen, wann man sich für den Sex schämen soll. So generell gesagt ist er falsch.
Es wird z.B. immer von Schwangerschaften und/oder Geburten gesprochen, aber wie es dazu gekommen ist, darüber wird, abgesehen von Aufklärungsberichten/ -gesprächen, nie gesprochen. Warum ist das so, wenn der Satz so großer Quatsch ist?

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