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Über den Nutzen von Schutzimpfungen

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Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Nackidei » Mo 9. Feb 2015, 23:48

Nachdem im alten Forum immer wieder über das für und Wider Schutzimpfungen thematisiert wurde und dieses Thema auch im neuen Forum wieder entflammt ist
http://www.fkk-freunde.info/viewtopic.php?f=2&t=2496&p=6834#p6834
erscheint es m.E. sinnvoll dieser Thematik in einem eigenen Thread zu diskutieren, um zu verhindern, dass sich das Thema in allen möglichen Themenbereichen verliert.

Schutzimpfungen gegen Infektionskrankheiten viraler und bakterieller Herkunft werden seit Ende des 18. Jh. angeboten. Erklärtes Ziel der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der Gesundheitsorganisationen in allen Ländern der Welt ist es, die gefährlichsten Infektionskrankheiten u.a. durch entsprechende Impfempfehlungen und Impfprogramme auszurotten. In Deutschland ist damit das Robert Koch Institut mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) betraut. Die wichtigsten Schutzimpfungen:

Pocken:
Durch weltweite Impfaktionen, führend durch die WHO gelten die Pocken seit 1980 als ausgerottet. Aus diesem Grund wird eine Schutzimpfung auch nicht mehr angeboten. Die letzten Erkrankungen wurden 1977 in Somalia bekannt. Erprobte Alternativen zur Schutzimpfung gegen Pocken gibt es nicht. Je nach Pockenstamm verläuft die Erkrankung bis 90 Prozent tödlich.

Poliomyelitis (Polio, Kinderlähmung):
Die Erkrankung führt bei Lähmung in 5 -10 Prozent zum Tod. Eine Alternative zur Schutzimpfung gibt es nicht. Allerdings gilt die Polio in den Industrienationen seit etwa 1988 als weitestgehend ausgerottet. Lediglich in Afghanistan, Nigeria und Pakistan tritt die Erkrankung heute noch gehäuft auf. Es sind aber auch Fälle aus der Türkei und s.g. Entwicklungsländern bekannt. In Deutschland erkrankte 1992 ein Mensch an Polio. Andere, noch später genannte Fälle erwiesen sich entweder als falsch oder als eine aus einem Krisengebiet eingeschleppte Polio.
Die WHO und die STIKO empfehlen gerade im Hinblick auf die vermehrte „Reisefreudigkeit“ und der zunehmenden Völkerbewegungen eine Grundimmunisierung gegen Polio in Form von drei Impfungen im zweiten bis vierten Lebensmonat und eine Auffrischimpfung im Alter von 11-14 Jahren. Die früher empfohlene Auffrischimpfung im Jugend- und Erwachsenenalter alle zehn Jahre gilt nur noch für Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko (z.B. bei Reisen in Krisengebieten, Entwicklungshelfer in exponierten Ländern).

Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Diphtherie, Hepatitis B, evtl. Pertussis (Keuchhusten):
Schutzimpfungen, die ich für erforderlich halte. Wer sich einmal vor Augen führt, welche Folgen diese Erkranken haben können… Dies möchte ich meinen Kindern und mir selbst nicht antun.
Beispiel Masern: Die Erkrankung führt nicht selten zur Hirn- oder Hirnhautentzündung mit schwersten Hirnschädigungen oder sogar Tod.
Die WHO hat es sich zur Aufgabe gemacht, Masern wie ehemals die Pocken weltweit auszurotten. In Nord- und Südamerika ist dies teils durch gesetzlich verpflichtete Schutzimpfungen fast gelungen. Lt. WHO gab es dort im Jahr 2013 lediglich 294 gemeldete Fälle, in Europa hingegen 26396.

Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Pneumokokken, Rotaviren, Meningokokken C, Varizellen, Influenza (Grippe), HPV:
Von der WHO und der STIKO empfohlene Schutzimpfungen. Hier sollte jeder gemeinsam mit seinem Haus- bzw. Kinderarzt entscheiden, ob und welche von diesen Schutzimpfungen im Einzelfall sinnvoll sind.

Impfrisiken am Beispiel Polio-Schutzimpfung:
Da insbesondere im Kreise von Impfgegnern immer wieder über (angebliche) Impfschäden als Folge von Polio-Schutzimpfungen diskutiert wird, möchte ich hier einmal etwas ein wenig richtig stellen:
Bei der 1962 in zunächst in Bayern eingefürten Schluckimpfung wurde ein s.g. Lebendimpfstoff eingesetzt. Dabei handelte es sich um abgeschwächte, aber lebende Polioviren. Vorausgegangen war 1961 in Deutschland eine Polioepidemie mit 4.600 Erkrankten, über 3.300 Gelähmten und 272 Toten. Die in den Schulen und Kinderarztpraxen konsequent durchgeführten Impfaktionen zeigten eine durchschlagende Wirkung. Die Anzahl der Polioerkrankungen gingen schlagartig auf ein Minimum zurück.
Die Impfung mit dem Lebendimpfstoff zeigte aber auch Nachteile. So kam es infolge der Schluckimpfung vereinzelt dazu, dass geimpfte Kinder an Polio erkrankten (von den ersten 6 Millionen 204 Erkrankte). Die Zahl dieser s.g. „Impfschäden“ ging aber infolge der Weiterentwicklung des Impfstoffes kontinuierlich zurück.
Nicht vergessen aber darf in diesem Zusammenhang, dass die Polioerkrankungen infolge der Impfaktionen um ca. 95 Prozent zurückgingen.
Ein weiterer Nachteil des Lebendimpfstoffs ist die Tatsache, dass nicht geimpfte Familienangehörige, insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sich von frisch geimpften Familienangehörigen anstecken können, weil ein Teil der lebenden Polioviren ausgeschieden werden.
Aus diesen Gründen wird seit 1988 in den Industrienationen nur noch mit einem inaktivierten Totimpfstoff geimpft. Dabei handelt es sich um abgetötete Polio-Viren, die eine Polio nicht mehr auslösen können. Aus Kostengründen und einer einfacheren Anwendung wird der Lebendimpfstoff als Schluckimpfung immer noch in Ländern der Dritten Welt angewendet. Dies geschieht aber auch wegen der besseren Wirksamkeit des aktiven Impfstoffes gegen die Wildform des Poliovirus.

Impfgegner:
Das sind in meinen Augen Spinner bzw. Leute, die mit der Angst von Menschen ihr Geld verdienen. Sie argumentieren mit möglichen Nebenwirkungen (Impfschäden) und Fällen, die entweder Jahrzehnte zurückliegen und auf die Anwendung schon lange nicht mehr angewendeter Impfseren beruhen oder auf fiktiver, nicht nachvollziehbarer Fälle. Die Zahl von Impfschäden liegt heute im völlig vernachlässigbaren Bereich und steht ganz und gar nicht im Verhältnis zu den möglichen Folgen bei der Aufgabe eines jeden Impfprogramms. Klar, ein minimalstes Risiko bleibt immer. Auch die Einnahme einer Aspirin oder Paracetamoltablette kann tödlich sein.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es ca. 20 teils promovierte Impfgegner, die in Publikationen teils haarsträubende „Impfmärchen“ verbreiten und im Kreise von der Schulmedizin enttäuschten Patienten regen Zuspruch finden. Zu diesem Kreis gehört auch der von Zett im „Schuppenflechte-Thread“ genannte Gerhard Buchwald. Der 2009 verstorbene Arzt war ein geradezu fanatischer Impfkritiker. Er behauptete allen Ernstes, dass Impfungen nicht nur wirkungslos sondern schädlich seien und u.a. Gewalt und Kriminalität eine typische Folgeerscheinung von Impfungen darstellen. Zudem würden Impfungen zu Intelligenzverlust führen. Geht’s noch?
Um es auf den Punkt zu bringen: Buchwald und andere erklärte Impfgegner haben nur eines im Sinn: Geld mit der Angst gutgläubiger Menschen zu verdienen. Und dabei gehen sie buchstäblich über Leichen.
Ein Beispiel aus meiner Heimatstadt: Da gab es einen niedergelassenen, anthroposophisch orientierten Arzt (Allgemeinmediziner) und erklärten Impfgegner, der sich der Kinderheilkunde verschrieben hatte. Schutzimpfungen? Um Gottes Willen nein! Er fand es einfach sinnvoller, wenn Kinder alle erdenklichen Krankheiten im Kindesalter einmal durchleben und sich damit eine Immunität verschaffen. So lagen dann auch in seiner Praxis immer wieder Infoblätter bzw. Einladungen zu s.g. „Masernpartys“ aus. Da kam es dann zu Verabredungen von Eltern mit gesunden Kindern und Eltern mit einem an Masern erkrankten Kind einzig mit dem Ziel, dass sich die gesunden Kinder infizieren und anschließend die Masern auf „natürliche“ Art zu Hause auskurieren. Infolge einer auf diese Weise mit dem Masernvirus infizierten Kindes kam es in den 1990er Jahren schließlich zu einem Todesfall.

Natürlich gibt es auch berechtigte Kritik. Mich ärgert es z.B. sehr, dass auch heute noch viele Kinderärzte und Allgemeinmediziner teils unsinnige Impfungen ihren Patienten empfehlen, obwohl sie doch eigentlich über ihre Standesvertretungen und auch von Seiten der STIKO ständig über aktuell notwendige Impfungen informiert werden. Auch der ständig aktualisierte Impfkalender scheint nicht wenigen Ärzten unbekannt:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommission ... cationFile
So drängen auch heute noch viele Ärzte ihre jugendlichen und erwachsenen Patienten zu einer Polio-Auffrischimpfung, weil die letzte bereits zehn Jahre zurück liegt. Dabei ist diese bei erfolgter kompletter Grundimmunisierung im Kindesalter heute vollkommen überflüssig und ist vom Robert Koch Institut bereits vor rund zehn Jahren aus dem Impfkalender gestrichen worden.
Zudem sind nicht wenige Ärzte mit dem Impfschema der verschiedenen Schutzimpfungen nicht vertraut und impfen nach eigenem Gutdünken. Hier besteht dringender Informationsbedarf!

Hier mal ein paar interessante Zahlen, die den Nutzen von Schutzimpfungen deutlich machen (Quelle: Wikipedia, auf die Schnelle nur amerikanische Zahlen):

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So, dies zu schreiben war mir irgendwie ein Bedürfnis.
Jetzt darf und sollte gern über das Für und Wider von Schutzimpfungen diskutiert werden. Aber bitte keine Verschwörungstheorien! :D

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Puistola » Di 10. Feb 2015, 00:15

Danke!

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von hajo » Di 10. Feb 2015, 02:31

Ebenfalls: Danke!

 

Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Nackidei » Di 10. Feb 2015, 11:52

Vielleicht noch als Ergänzung: Die o.g. Schutzimpfungen werden je nach Bedarf als polyvalenter, d.h. Kombinationsimpfstoff verabreicht. So ist es beispielsweise möglich, mit nur einer Impfung einen Sechsfachschutz zu erzielen (Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib, Hepatitis B). Aber auch andere Kombinationen sind möglich.
Die Kombiimpfstoffe standen anfangs im Verdacht nicht immer den erhofften Schutz zu erzielen, wie dies mit Einzelimpfstoffen möglich ist. Groß angelegte Untersuchungen von mit Einzel- und Kombinationsimpfstoffen geimpften Kindern und Erwachsenen, vorrangig in den USA, haben aber gezeigt, dass der Titer bei einem Antikörpertest bei fast allen Geimpften gleich oder nahezu gleich ist. Lediglich bei Patienten mit einem bekannten, geschwächten Immunsystem kann es im Einzelfall angezeigt sein, die erforderlichen Impfungen einzeln bzw. als Zweier- oder Dreierkombination zu verabreichen.

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Zett » Di 10. Feb 2015, 21:52

Ok für Leute, die keinerlei Ahnung von Statistik haben. Ansonsten außer dem h. Influenza B alles Vergleiche von Zeiten der Armut bis gerade mal spätestens 1968 und dagegen die 1998er Zahlen. In der Zwischenzeit hat sich vieles verändert, das Einfluss auf den Rückgang haben kann, so z.B. auch der genannte Umstand, dass die Hungerszeiten vorbei waren.
Eine Frage: Wieso waren die Erkrankungen schon in frühren Zeiten nach Hungerszeiten stark rückläufig - ohne Impfungen???

Ignor: Pul.., Be.., Eu.., no.., gu.., ho.., Kl.., Ar..

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von ynda » Di 10. Feb 2015, 23:14

Ach Zett, du machst es Dir und denen die Dir noch wohlgesonnen wirklich schwer.

Natürlich sind viele, wenn nich sogar alle Krankeheiten nach Notzeiten rückläufig, weil die Organismen wieder zu Kräften
gekommen sind. Aber die zu impfenden Krankheiten wären ohne Impfung nie, niemals auf einen solch niedrigen Stand,
wenn nicht sogar vollständig ausgerottet worden, wenn nicht geimpft worden wäre.
Ist das wirklich soo schwer einzusehen?

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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von dingopino » Di 10. Feb 2015, 23:38

ynda hat geschrieben:Ach Zett, du machst es Dir und denen die Dir noch wohlgesonnen wirklich schwer.

Natürlich sind viele, wenn nich sogar alle Krankeheiten nach Notzeiten rückläufig, weil die Organismen wieder zu Kräften
gekommen sind. Aber die zu impfenden Krankheiten wären ohne Impfung nie, niemals auf einen solch niedrigen Stand,
wenn nicht sogar vollständig ausgerottet worden, wenn nicht geimpft worden wäre.
Ist das wirklich soo schwer einzusehen?

Wenn mandas auch tausend mal so ernst hinschreibt sehe ich da noch keinen Beweis.Wohe weist du was passiert wäre haette es keine Impfung gegeben?
Nun ja ich weis es auch nicht.
Was mich aber viel mehr interessiert ist die Statistik (die ich nie finde ) die Belegt das die Grippeschutzimpfung außer einen Riesen Gewinn für die Pharmaindustrie sonst jemanden was gebracht hat?? Wir koennen aber auch weiter von Pocken reden wenn ihr wollt

 

Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Nackidei » Mi 11. Feb 2015, 00:59

Zett hat geschrieben:Eine Frage: Wieso waren die Erkrankungen schon in frühren Zeiten nach Hungers-zeiten stark rückläufig - ohne Impfungen???

und dem Schuppenflechte-Thread:
Zett hat geschrieben:Also nur mal die Frage: Haben Impfungen die Krankheiten zurückgedrängt oder das Ende der Hungerszeiten?

Ich nehme an du sprichst hier von Zeiten, in denen es noch keine Schutzimpfungen gab bzw. der Durchimpfungsgrad der Bevölkerung gleich Null war.
Hungersnöte hat es weltweit immer gegeben, auch in Europa. In vielen Ländern der Welt herrscht auch heute noch bittere Not. Viele Menschen sterben an Hunger. Lt. Angaben der Welthungerhilfe sterben täglich 24.000 Menschen an Hunger, davon 18.000 Kinder unter fünf Jahren. Dabei ist es aber meist nicht so, dass die Menschen infolge fehlender Nahrungszufuhr sterben. Vielmehr sterben die meisten Menschen bereits vorher an irgendwelchen Infektionen, denen der geschwächte Körper nichts mehr entgegenzusetzen hat. Wenn dem Körper lebenswichtige Vitamine und Mineralien nicht mehr zugeführt werden wird das Immunsystem geschwächt. Die davon betroffenen Menschen werden anfälliger für Infektionskrankheiten.
Aber es überleben auch viele Menschen. Das sind zum einen wohlhabene Menschen, die sich trotz bitterer Armut im Land immer noch alles leisten können, was das Herz begehrt aber auch die starken, widerstandsfähigen Menschen mit einem intakten Immunsystem. Wie in der Tierwelt erfolgt hier eine natürliche Auslese.
Wenn es so ist wie du sagst Zett, dann habe ich dafür nur die Erklärung, als dass aus derartigen, zeitlich begrenzten Hungersnöten nur die gesunden und starken Menschen mit einem intakten Immunsystem überlebten und somit Infektionskrankheiten zunächst einmal zurückgedrängt werden.
Meine Überlegung dazu muss nicht richtig sein. Etwas anderes fällt mir dazu ad hoc nur nicht ein.
Nur, frage ich mich, ob uns diese Überlegung bzgl. der Notwendigkeit von Schutzimpfungen weiter bringt. Willst du eine Hungersnot über Europa heraufbeschwören, wobei 2/3 der Menschen verhungern, damit die Gesunden und Starken überleben und wegen ihres guten Immunsystems nicht mehr geimpft werden müssen (was ein Trugschluss ist)?

Zett, die Tatsachen sehen anders aus. Folgendes Beispiel brachte ich bereits:
1961 hatten wir in Deutschland eine Polioepidemie mit 4.600 Erkrankten und als Folge davon über 3.300 Gelähmte und 272 Tote. Die daraufhin in den Schulen und Kinderarztpraxen konsequent durchgeführten Impfaktionen zeigten eine durchschlagende Wirkung. Die Zahl der Polioerkrankungen ging schlagartig auf ein Minimum zurück.
1961 und in den Jahren zuvor herrsche übrigens keine Hungersnot. Ganz im Gegenteil. Wir befanden uns mitten in der Zeit des Wirtschaftswunders.

Zum anderen sprechen die Zahlen für sich. Deine Aussagen beruhen einzig auf Hypothesen oder Verschwörungstheorien verdrehter Quacksalber.
Zett, du glaubst an Gespenster!

dingopino hat geschrieben:Wohe weist du was passiert wäre haette es keine Impfung gegeben?

Da gibt es im Internet eine Unmenge von Zahlen und Statistiken, einige sind ja in meinem Startbeitrag zu finden. Eine Antwort auf die Frage „Was wäre wenn…“ ist immer schwer zu geben wenn nicht sogar unmöglich. Andererseits kennt man die Zahlen von Jahrzehnten vor groß angelegten Impfaktionen und auch deren Ergebnisse danach.
Was mich aber viel mehr interessiert ist die Statistik (die ich nie finde ) die Belegt das die Grippeschutzimpfung außer einen Riesen Gewinn für die Pharmaindustrie sonst jemanden was gebracht hat??

Da gibt es bisher kaum handfeste Zahlen. Das liegt daran, dass die jährliche Durchimpfungsquote zu gering ist, als dass hier verlässliche Zahlen genannt werden können. viele große Kliniken berichten allerdings, dass sie seit Beginn der Grippeschutzimpfungen im größeren Maßstab weniger Grippeerkrankte zu versorgen hätten. Gleichwohl scheint der Impfschutz geringer als bisher angenommen bzw. erhofft.
Dies sollte aber nicht zum Anlass genommen werden, alle Schutzimpfungen in Frage zu stellen. Die Erfolge sprechen schließlich für sich.
Wir koennen aber auch weiter von Pocken reden wenn ihr wollt

Wozu? Das weltweite Impfprogramm gegen Pocken war ein einzigartiger Kraftakt in der Medizin. Die Folge: Die Pocken gelten weltweit als ausgerottet. Dies ist unwiderlegbar diesem 1980 (in D 1977) abgeschlossenen Impfprogramm zu verdanken.

 
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Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Eule » Mi 11. Feb 2015, 03:37

Bei den Impfungen ist, wie bei jedem anderen Medikament auch, stets vorher zu überprüfen, wie sich das Risiko eines Impfschadens zu dem Risiko eines Schadens bei einer Erkrankung verhält. Diese Risikoabwägung fand in den Gedankengängen von Zett nicht statt.

 

Re: Über den Nutzen von Schutzimpfungen

Beitrag von Nackidei » Mi 11. Feb 2015, 10:29

Richtig Eule. Und noch etwas: Jede Schutzimpfung stellt ein solidarischer Beitrag zum Schutz der Gesamtbevölkerung dar. Jede Impfung dient also nicht nur dem eigenen Schutz sondern auch dem der Bevölkerung. Wenn es nicht gelingt, eine genügend hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung zu erzielen wie bei den Pocken wäre ein Erfolg in Frage gestellt. Leider lassen sich viele Bürger auch nicht impfen weil sie meinen, dass es sie schon nicht treffen werde oder es reicht, wenn andere es tun.
Kein Mensch mag sich gern vom Staat bevormunden lassen. Andererseits muss die Frage erlaubt sein, ob es sinnvoll ist, bestimmte Schutzimpfungen gesetzlich vorzuschreiben, so wie es mit der Pockenschutzimpfung in Westdeutschland bis 1976 der Fall war (bis 1980 nur noch für einzelne Personengruppen). In vielen Ländern gibt es die gesetzliche Verpflichtung für bestimmte Impfungen, so z.B. (schnell aus Wikipedia):
• Die Tschechische Republik kennt für einreisende Touristen keine Impfpflicht. Jedoch besteht beispielsweise Impfpflicht für Masern.
• In Ungarn besteht beispielsweise Masern-Impfpflicht.[3]
• Pflichtimpfung ist in Frankreich die Tetanus-, Polio-, Diphtherie-Impfung,
• Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist die einzige Pflichtimpfung in Belgien.
• In Italien gibt es folgende Impfpflicht: Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung und Hepatitis B.
• In den USA besteht Impfpflicht gegen folgende Erreger: Hepatitis A, Hepatitis B, Rotavirus, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Influenzavirus A und B, Pneumokokken, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken
• In Großbritannien besteht Impfpflicht gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Influenzavirus A und B, Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps und Röteln

In der DDR gab es eine Impfpflicht für Pocken, Tetanus, Diphtherie, Tuberkulose und Kinderlähmung

In den USA wird der gesetzlich vorgeschriebene Impfschutz sehr ernst genommen und überwacht. Da heißt es „"No Vaccination - No School". Dies gilt auch für den Kindergarten. Dies hat zur Folge, dass die USA als praktisch Masernfrei gelten und auch die Windpocken stark zurückgedrängt wurden. Dies belegen u.a. Veröffentlichungen in verschiedenen medizinischen Fachzeitschriften wie dem Deutschen Ärzteblatt, The Lancet, Molecular Medicine oder solchen des Paul-Ehrlich-Instituts und dem Robert-Koch-Institut.

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