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Gesundheitswahn

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von hajo » Di 23. Okt 2018, 23:25

Aria hat geschrieben:... Orthorexie. Jetzt sind wir am überlegen, wie wir ihnen das beibringen können, ohne dass sie gleich auf Abwehr schalten.

Ich vermute, das geht nicht.
Jemanden von seiner Religion abzubringen ist wohl schwieriger als mit den von dir ja so oft bemerkten geilen, auf Titten und Ärsche reagierenden Männern fertig zu werden.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » Mi 24. Okt 2018, 21:46

In dem verlinkten Artikel:
76 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer gelingt es nach eigenen Angaben, sich meistens oder fast immer gesund und ausgewogen zu ernähren.

Kürzlich wurde in einer Fernsehsendung verglichen, was verschiedene professionelle Ernährungs-Beratungs-Firmen ihren Kunden empfehlen. Allen wurde von den gleichen Testpersonen genau dieselbe Beschreibung des Gesundheitszustandes mit Gewicht, Größe etc. vorgelegt. Sehr viele Menschen, die mal bei einem Berater so etwas mitgemacht haben und sich dann daran halten, glauben nachher, dass es ihnen gelingt, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Aber was kam im Vergleich heraus: Was bei dem einen Berater absolut in der einzuhaltenden Diät verboten war, lag beim anderen als ganz wichtig für die Gesundheit regelmäßig auf dem Speiseplan. Es gab überhaupt nichts, das einheitlich bei allen erlaubt und gut für die Gesundheit gewesen wäre und außer ein paar allgemein bekannt ungesunden Dingen nichts, was alle gleichartig ganz aus der Diät verbannt hätten.

Wenn man die Verbote der vier (es waren renommierte und bekannte!) Ernährungs-Beratungsunternehmen zusammengenommen hätte, dann hätten die Testpersonen überhaupt nichts mehr essen können, denn alles was in einer breit gefächerten Speisekarte überhaupt vorkommen kann, war jeweils mindestens bei einem der vier verboten. Somit können Menschen, die völlig unterschiedliche Schwerpunkte in der Ernährung setzen, dennoch gleichzeitig meinen, sich "fast immer gesund und ausgewogen zu ernähren".

Aktuell haben wir ja u.a. den Hype "glutenfrei", obwohl weit weniger als 1% der Menschen eine Gluten-Unverträglichkeit haben. Jetzt glauben extrem viele, es liege am Gluten, wenn sie nach übermäßigem Verzehr von gebackenen Getreideprodukten Verdauungsprobleme bekommen. Viele kaufen dann nur aus diesem Grund Dinkelbrot, wissen aber nicht, dass Dinkel mehr Gluten enthält, als Weizen. Viel wichtiger für die Verträglichkeit für die Verdauung wäre die Verwendung von Natursauerteig, der viel längere "Gehzeiten" hat, als das moderne "Backferment". Dabei werden nämlich Stoffe von Hefe und Bakterien abgebaut, die Unverträglichkeiten verursachen, aber mit Gluten hat das überhaupt nichts zu tun. Aber aktuell ist eben das Gluten der Beelzebub in den Backwaren.

Aber was machen die Leute, die ihr Gemüse selbst anbauen in Bezug auf Brot? Getreide werden die wohl nicht selbst anbauen, mahlen und verbacken können.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Bummler » Do 25. Okt 2018, 07:45

Hans H. hat geschrieben:Aber was machen die Leute, die ihr Gemüse selbst anbauen in Bezug auf Brot? Getreide werden die wohl nicht selbst anbauen, mahlen und verbacken können.



So ist es. So sympathisch die Idee der Selbstversorger ist, für die Hauptnahrungsmittel, das sind bei mir Brot und Kartoffeln (im vegetarischen Bereich) reichen Fläche und Vorratsraum üblicherweise nicht mehr aus. Für die Kartoffeln braucht man einen kühlen Keller und fürs Getreide eine trockene Scheune. Meine Schwiegereltern hatten ja ein wenig Landwirtschaft und wären sicherlich in der Lage gewesen sich selbst zu versorgen, aber eben nicht unabhängig von anderen Dienstleistern, was eine Überproduktion zum Gelderwerb nötig macht. Nun gut, das kann man kompensieren, indem einer dem Lohnerwerb nachgeht, aber trotzdem bleiben strukturelle bauliche Voraussetzungen, angefangen von der Lagerwirtschaft bis hin zum Aufbewahren und Warten von Werkzeugen und Hilfsmitteln.

Klaus59 lebt ja nach dem Ideal, aber er hat sich auch schon ewig nicht mehr zu Wort gemeldet.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » Do 25. Okt 2018, 10:34

Hans H. hat geschrieben:Somit können Menschen, die völlig unterschiedliche Schwerpunkte in der Ernährung setzen, dennoch gleichzeitig meinen, sich "fast immer gesund und ausgewogen zu ernähren".
Klar, wer will schon zugeben, dass er sich ungesund und unausgewogen ernährt. Hier haben wir es mit der sogenannten gefühlten Wahrheit zu tun, die bekanntlich alles andere ist als das, wofür das Wort Wahrheit steht.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » Do 25. Okt 2018, 23:11

Zitat aus der Presseerklärung der Uni Leipzig:

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig belegen einen Trend zu sinkenden Neuerkrankungsraten bei Demenz in westlichen Industrieländern. Das heißt, dass Menschen, die heute 85 Jahre alt sind, seltener an Demenz erkranken, als diejenigen, die eine Generation früher ihr 85. Lebensjahr erreichten. Veränderungen in den Neuerkrankungsraten an Demenz belegen vor allem: Das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist beeinflussbar.
(…)
„Mehr Bildung und fordernde berufliche Tätigkeiten erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen dementielle Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des ISAP an der Universität Leipzig. Gleichfalls können Diabetes oder Bluthochdruck, die im engen Zusammenhang mit Demenzerkrankungen stehen, heute besser behandelt werden. Grundsätzlich gilt: „Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, geistiger und sozialer Aktivität, Nichtrauchen und ausgewogener Ernährung hilft nicht nur Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen, sondern auch Demenz“, ergänzt Riedel-Heller. Demenz ist im Moment nicht heilbar, deshalb kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu.


Also Leute, strengt eure Gehirnzellen weiter an, dann werdet ihr bis ins hohe Alter wissen, was ihr hier schreibt bzw. mal geschrieben habt. :D

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » Do 25. Okt 2018, 23:47

Aria hat geschrieben:Also Leute, strengt eure Gehirnzellen weiter an, dann werdet ihr bis ins hohe Alter wissen, was ihr hier schreibt bzw. mal geschrieben habt. :D

Was ist Rentner-Memory? Ein Rentner-Ehepaar geht in den Keller. Wem zuerst einfällt, was sie im Keller wollten, der hat gewonnen... (ja, das musste jetzt mal sein zu diesem Thema, wo wir doch den Witze-Thread nicht mehr haben).

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Kartunger » Fr 9. Nov 2018, 02:39

Interessante Sendung zum Thema gesunde Ernährung:

https://swrmediathek.de/player.htm?show ... 5056a10824

Viele Grüße

Kartunger

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Aria » Fr 9. Nov 2018, 15:24

Danke für den Link, Kartunger.

Die Sendung ist gut, nur das Thema Brot ist anfangs ein wenig tendenziös behandelt worden: Als informierte Verbraucherin weiß ich eben, dass fast alle Getreidesorten fast gleichviel Kohlehydrate enthalten, deswegen ist es bei Diabetes Typ 2 (habe in der Verwandtschaft einen Fall) ziemlich egal, aus welcher Sorte Brot gebacken wird – wichtig ist es nur, wie schnell bzw. wie langsam es verdaut wird. Und da hat Vollkornbrot eindeutig Vorteile: Erstens wird es langsamer verdaut, d.h. Blutzuckerspiegel steigt langsam an, und zweitens kann man davon nicht so viel essen, was automatisch auch die Gesamtmenge der aufgenommenen Kohlehydrate reduziert.

Der Rest über Fette und Vitamine hat für mich nichts Neues gebracht.

Erstaunlich, was für „Expertin“ der DGE da in der Sendung ihre Ansichten zum Besten geben durfte. Eine Blamage!

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Zett » Fr 9. Nov 2018, 21:33

Aria hat geschrieben:Erstaunlich, was für „Expertin“ der DGE da in der Sendung ihre Ansichten zum Besten geben durfte. Eine Blamage!
Hab jetzt erst einmal herausgefunden, dass die von vielen als Grundlage genommene DGE lediglich ein Verein ist.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Seelöwe » Fr 9. Nov 2018, 21:36

Und was ist daran schlimm, Zett? Jedenfalls stecken keine wirtschaftlichen Interessen dahinter.
Wissenschaftliche Vereinigungen und Gesellschaften sind in der Regel Vereine, und auch meist gemeinnützig.
Grüße vom Seelöwen

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