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Aktive Sterbehilfe

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von hajo » Do 20. Sep 2018, 14:22

Mecki hat geschrieben:@ Nachtrag....
Ziemlich verwirrend und ein wenig chaotisch.

Meiner Meinung nach geht es darum, sich offiziell entscheiden zu können.
Für sich allein, aber auch für die Bekannten, Verwandten.

Heißt:
Du hast Krebs.
Entscheidest dich, dies behandeln zu lassen in der Hoffnung, noch einige Jahre zu leben.

Bist du sicher, dass alle aus deiner Umgebung das "gut" finden?!
Vielleicht hast du ja in dem ein oder anderen Fall dermaßen genervt, dass diese Mitmenschen gern auf dich verzichteten.
Per "Gottes"urteil.

Dennoch:
DEINE Entscheidung hat gezählt.

Richtig.
Absolut richtig!

DAS meine ich, wenn ich auf die aktive Sterbehilfe als gleiches Recht neben der aktiven Lebenshilfe bestehe.

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Mecki » Do 20. Sep 2018, 17:22

@ Hajo

was es mit der aktiven Sterbehilfe auf sich hat, ist mir sehr wohl bewusst. Mit dem Rücken zur Wand
gestanden zu haben, war aber nicht direkt der Anlass, mich damit zu beschäftigen...dazu war ich zu
dem Zeitpunkt gar nicht in der Lage.

Den Weg zu gehen...in D-Land sicher ausgeschlossen. Es bleibt die Möglichkeit Schweiz oder Niederlande.

Dennoch bleiben Fragen, die ich als Laie nicht zu beantworten in der Lage bin. Und mit Menschen zu reden,
die Sterbende begleiten, ist sehr hilfreich. Das habe ich mehrfach gemacht...aber nicht wegen mir selbst,
sondern weil jemand aus der Familie palliativ-medizinisch begleitet wurde. Es kam zu Gesprächen....und
die hatten es in sich - nämlich den Schrecken vor Sterben und Tod zu nehmen...egal in welcher Situation.
Und wie in D-Land palliativ-medizinisch begleitet wird - es hat im weitesten Sinne etwas mit "Sterbehilfe" zu tun. Die Mediziner wissen ganz genau, wann es "soweit" ist...nicht auf die Stunde genau....

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Eric » Di 25. Sep 2018, 17:51

Reinhard hat geschrieben:ich habe seit jahren depressionen, mal leicht, mal schwer. in holland kann man angeblich die todesspritze bekommen. schade, dass das hier nicht geht. es braucht niemand aktiv werden. ich bräuchte nur die spirtze und das mittel.

was ich davor lese kann nicht unwidersprochen bleiben.

ich bekomme gute und wirksame medikamente und viel psychotherapie aber allen versprechungen zum trotz wird es nicht besser, sondern schrittchenweise schlechter.

das leben ist ein groß angelegter betrug. letzter teil: wenn du mal im ruhestand bist, dann....
scheiße mit ruhestandsitzt bei ärzten rum und igelst dich zuhause ein, fällst der familie mit deinem verhalten zur last. ich würde meiner frau noch ein viertel jahrhundet freiheit und gutes leben ohne mich gönnen.

her mit der spritze.


Mal abgesehen davon, dass "wirksame" Medikamente und "schrittchenweise schlechter" sich widersprechen, kann ich dir - leider - nur voll zustimmen.

Medikamente betäuben dich vielleicht, am Leben ändert sich dadurch nichts. Wie auch ? Ich kenne auch ein paar Menschen, die zum Teil heftige Psychopharmaka nehmen - nette Leute, aber auch immer ungemein schwierig. Das Zeugs verändert die Menschen , und nicht immer zum Guten ( es gibt auch viele Berichte, dass z.B. bei einem Großteil der Amokläufe Psychopharmaka im Spiel waren ).

Dass Psychotherapie in der Regel nichts bringt, gibt es auch viele Studien dazu. ( Falls Du Dich aufraffen kannst : Rolf Degen, Lexikon der Psychoirrtümer ). Alleine schon die Annahme, es gäbe nur endogene Depression und keine exogene. Und Mobbing führt zu exogener Depression. Der Glaube, D. Kübelböck wäre heute glücklich, wenn man ihn während er gemobbt wird, nur ausreichend therapiert hätte, ist absurd.

Last but not least : Hinter Depressionen steckt auch sehr häufig ein hormonelles Problem, eine Unterfunktion der Schilddrüse. Die wird leider, da die Ärzte in der Regel nur mechanisch analysieren und faktisch nicht logisch denken können, in den allermeisten Fällen übersehen. Vielleicht magst Du in die Richtung Dich nochmal schlau machen. Da gibt es wirklich wenige Experten.

Ich wünsche Dir alles Gute.

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Aria » Di 25. Sep 2018, 19:16

Eric hat geschrieben:Hinter Depressionen steckt auch sehr häufig ein hormonelles Problem, eine Unterfunktion der Schilddrüse.
Das ist wahr.

Eric hat geschrieben:Die wird leider, da die Ärzte in der Regel nur mechanisch analysieren und faktisch nicht logisch denken können, in den allermeisten Fällen übersehen.
Das stimmt nicht, denn dass bei Depressionen die Schilddrüse untersucht gehört, lernen während des Studiums alle Ärzte, ganz sicher aber weiß das jeder Psychiater.

Mit anderen Worten: Wer sich wegen Depressionen behandeln lässt, dessen Blut wird auf Schilddrüsenhormone untersucht, ggf. erfolgt auch eine radiologische Untersuchung der Schilddrüse.

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von thomy » Di 25. Sep 2018, 21:34

Mecki hat geschrieben:....und achte auf das, was MIR wichtig ist. Na ja...ein Einfacher bin ich sicher nicht (geworden). Heftige
Lebens-Situationen "verändern" halt....das ist auch gut so. Sich der Veränderungen bewusst zu werden - auch der altersbedingten, die zwangsläufig dazu kommen - erleichtert einiges.

Fazit - sich selbst erst mal richtig kennenzulernen, birgt riesiges Potenzial. Das geht nur, wenn die imaginären Hosen runtergelassen werden. Das ist Schwerstarbeit...und bei Männern eher noch schwieriger, wollen Männer doch eher den "harten Kerl" geben, der NULL an sich ran lässt - schon gar nicht eigene Gefühle zulässt... ;-)


@Mecki,
Danke, genau so schaut es aus. Du sprichst mir aus der Seele.
Es wird auch niemand behaupten, das das ganze ein leichter Weg ist, aber unumwindbar.

Auch wenn man meint, man "schafft es nicht", Aufgeben ist der falsche Weg, das behaupte ich jetzt von mir. Ich litt selbst Jahrzehnte an schweren Deppresionen und wenn ich die Möglichkeit bekommen hätte, hätte ich Sterbehilfe in Anspruch genommen. Weil ich meiner Vorstellung, in meinen Denken eine Belastung für die anderen war.

So wie ich jetzt dastehe, ganz sicher nicht von den Depressionen"geheilt", und auch nicht unbedingt Gesund im körperlichen Sinne, nicht immer einfach im nehmen, na und? Wer ist das schon? Jetzt bin ich froh, es nicht getan zu haben, Sterbehilfe! Von daher bin ich gegen Sterbehilfe.

Es gibt auch Menschen, die mögen mich so wie ich bin, mit all meinen Stimmungsschwankungen, meinen Ecken und Kanten. Das ist meine Persönlichkeit, das bin ich, das zeichnet mich aus und das macht mich Einzigartig! So wie jeden anderen Menschen auch! Nein, es gibt ihn nicht, den perfekten Menschen. Und NEIN, mich muss auch nicht jeder mögen.

Bitte, alle die an Depressionen erkrankt sind und sich damit Quälen: Medikamente und Psychotherapie sind eine sehr wichtige und oftmals unverzichtbare Hilfe, aber kein Arzt oder Therapeut, kein Medikament wird etwas Auflösen. Ich muss Mitarbeiten, ich muß an mir Arbeiten. "Aussteigen" ist für mich der falsche Weg, dadurch wird nichts Aufgelöst. Investiere bitte die Kraft in Dich, Arbeite an Dich, hinterfrage Deine "Werte" und Du wirst sehr schnell feststellen, das jeder Mensch den gleichen Wert besitzt. Höre auf zu Vergleichen, Menschen kann man nicht vergleichen. Und bitte mache Dich auf den Weg -auch wenn es unmöglich erscheint- Dich selbst zu Lieben. Das ist das schwerste und wichtigste, sich selbst so Anzunehemen wie man ist. Danach sieht man die Welt mit anderen Augen. Es lohnt sich und Du wirst dafür belohnt! Dadurch ist bei mir der "Knoten" geplatzt, als ich begann, mich selbst zu Lieben, mich selbst so Anzunehmen, so wie ich bin. Und das ist in meinen Augen die eigentliche Aufgabe eines jeden Menschen in seinem Leben.

Bitte nicht Aufgeben, auch nicht Schämen sich Hilfe zu holen, deswegen ist man nicht schwach. Das ist ein Zeichen von Stärke!

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Mecki » Di 25. Sep 2018, 21:41

@ Eric

das von dir Beschrieben ist schon mehr als grenzwertig....weil doch recht übergriffig, bzw. anmaßend.

Endokrinologie ist ein Feld, was z. B. für Schilddrüsen-Probleme absolute Spezialisten aufbietet. Da
die Schilddrüse als DAS "Steuergerät"-Gerät eines Menschen gibt, wird ihr auch eine große Bedeutung
beigemessen. Dass sich sogar Diabetes auf die Schilddrüsen-Funktion auswirken kann, eine
Autoimmunerkrankung in der Schilddrüse stattfinden kann, die die Funktion der Schilddrüse beeinflusst,
und sich noch viel viel mehr dahinter verbergen kann....wer davon betroffen ist - med. diagnostiziert
und nicht per Vermutungen vermittelt - dem sträuben sich die Haare.

Psychopharmaka gänzlich eine "nebulöse" Lebensweise nachzusagen, ist falsch. Die Palette an Psychopharmaka ist sehr groß....und genau Diagnostik lässt eine Medikation zu, was selbstverständlich
guter Untersuchungsmethodik und einer exzellenten Diagnostik bedarf, um sich einer Verbesserung des
Befindens anzunähern.
Dass Psycho-Therapie "in der Regel nichts bringt" - wie kommst du zu dieser Annahme? Dass zu einer
Therapie neben dem Therapeut auch der Patient gehört, nicht immer der Therapeut am "Nicht-Erfolg"
einer Therapie schuldhaft ist...sondern sich Patienten gar der Mitarbeit innerhalb der Therapie sträuben,
lässt DANN natürlich den Schluss, dass eine Psycho-Therapie erfolglos war. Es gibt Patienten, denen
psychotherapeutisch nicht "zu helfen" ist....aber das zu generalisieren, ist grob fahrlässig.
Der von dir erwähnte Hinweis, es gäbe dazu Studien.... bitte benenne diese Studien, die natürlich med.
wissenschaftlich belastbar sein sollten.

Zum "Trost".... ich nehme einen Betablocker seit 20 Jahren. Der "dämpft"....und "ermutigt", in den entsprechenden Phasen. Zeitgleich habe ich jahrelang "Psychopharmaka eingenommen - es dauerte,
bis das passende Medikament gefunden war. Ich war mit einigen Medikamenten "nebulös", die dann
jeweils abgesetzt wurden, um andere Medikamente auszuprobieren.

Deine Annahme, Amok-Läufer wären generell zugedröhnt gewesen - einige sind es mit Sicherheit gewesen. Weißt DU ganz sicher, dass das Psychopharmaka waren..... oder nicht doch eher andere Aufputschmittel, Drogen, usw.?

Dein Schlusssatz in deinem Post, dem Adressat "alles Gute" zu wünschen - zynisch ist das.

Denn außer gegen das zu wettern, was dem Adressat deiner Meinung nach NICHT helfen wird, war für den Adressat nichts hilfreiches dabei....und prankte zudem voller Fehlinformationen.

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Bummler » Mi 26. Sep 2018, 09:19

Ich habe ja keinen Ahnung, aber Sterbehilfe, Suizid, Amoklauf und Depression, sind das nicht völlig verschiedene Dinge?
Wenn jemand infolge einer Depression einen Suizid vorhat, dann sollte da doch bitte keine Sterbehilfe möglich sein, oder sehe ich das verkehrt?
Eine Sterbehilfe ist m.E. nur dann legitim, wenn man unausweichlich stirbt und mittels dieser Hilfe das Sterben beendet. Alles andere ist keine Sterbehilfe.

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Seelöwe » Mi 26. Sep 2018, 09:36

Bummler hat geschrieben:Eine Sterbehilfe ist m.E. nur dann legitim, wenn man unausweichlich stirbt und mittels dieser Hilfe das Sterben beendet. Alles andere ist keine Sterbehilfe.


Volle Zustimmung!
Ich habe seit einigen Tagen „ein ganz blödes Gefühl“, wenn ich einige Beiträge hier lese.
Es geht schließlich um Menschenleben, und Themen wie Depressiion, hormonelle und psychische Erkrankungen sollten wir deshalb lieber Profis überlassen.
Und jetzt bitte nicht das Argument, dass wir ja alle irgenwann unausweichlich sterben.

Ein nachdenlicher Seelöwe

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Mecki » Mi 26. Sep 2018, 10:04

@ Bummler
@ Seelöwe

euren Meinungen schließe ich mich an.

Dass ich mich eingebracht habe ... es kann einfach nicht angehen, dass die von euch
angesprochene Problematik mit Sterbehilfe gleichzusetzen in Erwägung gezogen wird,
wenn vollkommen andere med. Indikationen vorliegen, was auch niemals ein Thema
für eine aktive Sterbehilfe wäre.

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Lee3 » Sa 29. Sep 2018, 19:18

Nun ich sehe bei jedem Besuch im Pflegeheim, wo meine Mutter seit fast 4 Monaten im Bett liegt, wie sinnvoll Sterbehilfe wäre.
Sie wird seit 2 Monaten palliativ-medizinisch betreut d.h. es sind alle Tableten abgesetzt, Parkinson im Endstadion.
Es wäre für alle Beteiligten eine "Erlösung". Das traurige dabei ist, sie könnte die speziellen Medikamente in diesen Moment selber nicht mehr einnehmen. Also der Entschluss aus dem Leben zu scheiden muss schon viel eher gefasst und auch durchgeführt werden. Aber es bedarf dann auch wieder einer Protion Mut, denn jeder hängt an diesem scheiss bissel Leben.
Dies sind meine Gedanken zu diesem Thema!

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