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Aktive Sterbehilfe

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Mecki » Di 11. Sep 2018, 12:07

@ Ralf-abc

uneingeschränkt gebe ich dir da Recht....

....denn mein Bruder hat als Rettungs-Sani Derartiges erleben müssen - und den Sohn einer Cousine
"abschneiden" müssen. Bei einem Unfall war er dabei, wo nie ganz geklärt wurde, ob....

...das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Sterbehilfe eine ganz andere Kategorie darstellt!
Den um Sterbehilfe Ersuchenden seiner Selbstbestimmung Raum geben, diesen von etwaigen Leiden
zu erlösen....und "etwaig" wird eine Grundlage haben müssen, wird sicher etwas mit ALLEN Beteiligten
machen. Es geht nicht nur darum, dass der um Sterbehilfe Ersuchende erlöst wird - es geht auch darum,
wie die direkten Angehörigen damit umgehen....im Vorfeld, während des Vorgangs und erst recht
danach.

Mein Schwager - 52 Jahre alt - wurde auf eine Palliativ-Station verlegt - mit dem Wissen verbunden,
dass er diese Station nicht lebend verlassen wird (...was es auch gibt!) Wir wussten, dass der ultimative
Anruf kommen wird....und der Verlauf wurde uns allen vorher mitgeteilt, wie der Sterbevorgang begleitet
wird - med. medikamentös begleitet wird. Der Anruf kam.... ich nahm ihn an....

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Ralf-abc » Di 11. Sep 2018, 12:22

Mecki hat geschrieben:Wir wussten, dass der ultimative Anruf kommen wird....und der Verlauf wurde uns allen vorher mitgeteilt, wie der Sterbevorgang begleitet wird - med. medikamentös begleitet wird. Der Anruf kam.... ich nahm ihn an....

Eben, Ihr wusstet, dass dieser Anruf kommen wird und konntet Euch mit dem Thema beschäftigen und Euch so auf diesen Anruf vorbereiten.
Bei einem Selbstmord ist genau das für die Angehörigen nicht der Fall, denn der Selbstmörder kann das ja nicht so ohne weiteres ankündigen (die Angehörigen, die das wissen und nichts dagegen unternehmen, würden sich meines Wissens nach strafbar machen).

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Mecki » Di 11. Sep 2018, 12:36

@

...wobei - ist die Begleitung im palliativ-medizinischen Bereich und in der Betreuung im Hospiz, wo ebenso
palliativ-medizinisch begleitet wird - Schmerzfreiheit zu gewährleisten - nicht auch schon eine Art von (aktive) Sterbehilfe?

2 Bekannte wurden in den "letzten Tagen" in einen Hospiz verlegt, wo sie letztendlich verstarben - ohne überhaupt nennenswerte Schmerzen zu verspüren. Zuvor war noch eine Betreuung im 24/7 zu Hause durch
Angehörige möglich...wo schon über Wochen und Monate hinweg palliativ-med. Versorgung durch entsprechende Fachärzte gewährleistet war. Im Hospiz und im palliativ-medizinisch-stationären Aufenthalt
wird med. in der Weise begleitet, dass.... der Betroffene "gehen" kann.

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Tim007 » Di 11. Sep 2018, 13:15

Schade. Das ernste und wichtige Thema driftet ab, indem es auch hier missbraucht wird, um Wahlkampf zu betreiben.

Suizid ist bereits jetzt in Deutschland nicht strafbar. Beihilfe dazu daher auch nicht.

Natürlich muss jeder Mensch über sich selbst bestimmen dürfen. Ein Problem ist allerdings bereits angesprochen werden: Was ist, wenn jemand meint, anderen zur Last zu fallen?

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von norbert » Di 11. Sep 2018, 13:32

Tim007 hat geschrieben:
Suizid ist bereits jetzt in Deutschland nicht strafbar. Beihilfe dazu daher auch nicht.



Bist du da sicher? Dann wäre ja Sterbehilfe in Deutschland erlaubt.
Ist es aber nicht.

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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Seelöwe » Di 11. Sep 2018, 13:52

Siehe §216 (Tötung aus Verlangen) und §217 (Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung) StGB.
Hilfe (nicht geschäftsmäßig) durch Angehörige/Nahestehende bei der Selbsttötung ist in Deutschland nach §217 (2) straffrei.
Grüße vom Seelöwen

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Tim007 » Di 11. Sep 2018, 13:58

norbert hat geschrieben:Bist du da sicher? Dann wäre ja Sterbehilfe in Deutschland erlaubt.
Ist es aber nicht.


Wikipedia drückt das so aus: "Der Suizidversuch ist in Deutschland als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts straffrei, dies galt bis 2015 grundsätzlich auch für die Teilnahme, also Anstiftung oder Beihilfe, nicht aber die Tötung auf Verlangen (§ 216 Abs. 1 StGB). Seit 2015 ist die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung in Deutschland dagegen strafbewehrt."

Es gibt verschiedene Ausgestaltungen:
Jemand besorgt Gift, das jemand alleine nimmt.
Jemand besorgt Gift und ist bei der Einnahme dabei und schreitet nach Bewusstlosigkeit nicht ein. Problem: Dieser Jemand ist ein Angehöriger.
Jemand spritzt einer anderen Person das Gift.

Nicht zuletzt wegen der "unterlassenen Hilfeleistung" kann das alles in Deutschland problematisch werden, vom Gewerbsmäßigen ganz abgesehen.

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Mecki » Di 11. Sep 2018, 16:20

@ Tim007

mit "Wahlkampf" hat das sicher nichts zu tun, wenn sich politische Institutionen damit zu beschäftigen haben. Es ist nun mal die politische Ebene und nicht die gesellschaftliche, die eine neue Regelung herbeiführen kann - oder es eben so belässt, wie es ist. Dass sogar innerhalb der politischen Parteien total konträre Gedanken und Bedenken.... und die Politiker, die unterschiedlichen kirchlichen Konfession angehören....oder auch nicht.... haben wiederum eigene Vorstellungen davon, was "Sterbehilfe" angeht. "Katholen" sehen das anders, als zum Beispiel "Evangelen", oder auch Muslime oder Atheisten, oder oder oder. Dazu kommt.... es muss ja auch medizinisch, ethisch irgendwie Berücksichtigung finden, strafrechtlich, und und und.

Sterbehilfe - es branntheißes Thema....seit vielen Jahren....

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Shiva205 » Di 11. Sep 2018, 16:30

...Einen Selbstmörder vom Baum schneiden zu müssen, die Überreste nach einem Sprung von einer hohen Brücke etc. aufkratzen ...
Solche martialischen "Selbstmörder", die ihren ganzen Mut zusammennehmen und sich dann in den Abgrund stürzen, leiden oft an einer schleichenden Depression oder sind manisch-depressiv. Bei solchen Leuten hätte ich Probleme ihnen beim Sterben zu helfen. Da würde ich lieber hoffen, dass es doch noch eine psychologisch/medizinische Behandlungsmöglichkeit gibt.

 
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Re: Aktive Sterbehilfe

Beitrag von Eric » Mi 12. Sep 2018, 19:08

Auch von mir ein uneingeschränktes dafür !

Ich würde sogar die Kriterien dafür praktisch auf Null setzen. Was soll das ganze Prozedere ob jemand "krank genug" ist , um den Willen haben zu dürfen, aus dem Leben scheiden zu wollen.

Für viele Menschen ist das Leben auch ohne Krankheit scheiße genug, dass ich jeden verstehen kann, der darauf keinen Bock mehr hat. Das Grundproblem ist doch, dass jede Form von suizidalem Gefühl sofort als "krank" gesehen wird. Dabei ist es denke ich ganz normal.

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