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Gesundheitswahn

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Tim007 » Sa 9. Feb 2019, 21:04

Aria hat geschrieben:Aber ein typischer Abmahnanwalt, der die Seiten im Netzt durchstöbert, um Fehler in der Datenschutzerklärungen zu finden, hat keine Chance auf Erfolg, wenn er nicht selbst benachteiligt ist – siehe den von dir genannten Gerichtsbeschluss.


Ich wünschte, Du hättest recht. Richtig ist, dass es Bestrebungen gibt, das zu unterbinden. Die Rechtslage ist immer noch unklar. Es gibt diverse konträre Entscheidungen, die von jemandem erstritten worden sein müssen, und sei es von Mitkonkurrenten. Unschön ist das allemal.

Hans H:
Aber noch einmal: Abmahnungen auf Basis der DS-GVO kann es rein rechtlich nicht geben.


Wie bereits ausgeführt, ist das falsch:
Ich bin es leid, sogar das Offensichtliche ständig belegen zu müssen. Eine (nicht einmal vollständige) Rechtsprechungsübersicht findet sich hier:

https://www.handwerk.com/dsgvo-abmahnun ... en-urteile

Diverse Entscheidungen, die belegen, wie unklar die Rechtslage ist, die im Übrigen auch für Ärzte gilt, Hans H. Soviel zu der Aussage, dass die Situation für Ärzte geklärt sei.
Aber vielleicht hast Du ja einen Draht zum BGH und zum BVerfG.

Schließlich diese Aussage von Dir, Hans H.:

Das ist die Typische Art, mit Halbwissen zu diskutieren.


Um Dir diesen Schmerz zu ersparen, Hans H., werde ich -auf diesem Niveau- nicht mehr mit Dir diskutieren.

Soweit ersichtlich, sind Ostfriesenpaar und ich die einzigen Selbstständigen hier. Wir haben damit täglich den ganzen Ärger. Ich stehe zudem mit diversen Kollegen in Kontakt, denen es genauso ergeht. Die Unsicherheit ist groß.

Ich maße mir an, das beurteilen zu können.

 
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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Tim007 » Sa 9. Feb 2019, 21:26

hajo hat geschrieben:ICH bin so jemand, der deinen Vorstellungen - wohl mal wieder ;) - nicht entspricht.


Ich sprach von normalen Menschen, Hajo.

Bei Dir würde es mich nicht einmal wundern, wenn Du zum Warmwerden vor dem Frühstück auch die AGB der Deutschen Bank studierst.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von ostfriesenpaar » Sa 9. Feb 2019, 21:58

Tim007 hat geschrieben:Soweit ersichtlich, sind Ostfriesenpaar und ich die einzigen Selbstständigen hier. Wir haben damit täglich den ganzen Ärger. Ich stehe zudem mit diversen Kollegen in Kontakt, denen es genauso ergeht. Die Unsicherheit ist groß.

Ich maße mir an, das beurteilen zu können.
kommt mir auch ein wenig so vor.
Es ist leicht solche Dinge schön zu reden, wenn man nicht selbst involviert ist.
Meine Kollegen und ich, sowie selbständige Bekannte aus anderen Berufssparten haben erhebliche Probleme mit der Umsetzung der DSGVO. Diese kostet sehr viel Zeit und Geld. Aber das ist diesen Bürokraten natürlich völlig egal....auch denjenigen hier im Forum, die schon längst ihre fette Rente einstreichen

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » Sa 9. Feb 2019, 22:09

Dannn maße Dir das mal an. 1. bin ich selbst auch selbstständig, und zwar genau auf diesem Gebiet, u.a. als Auditor und DS-Beauftragter und 2. habe ich genügend Unternehmen zur Umsetzung der DS-GVO betreut bzw. auditiert (inkl Rechenzentren) und auch schon in den 19 Jahren vorher, dass ich weiß, wie es möglich ist, wenn man es richtig, vor allem gut strukturiert angeht. Ich kenne auch genügend Unternehmen, die aus Unkenntnis 10fach mehr Aufwand betrieben haben, als nötig, und damit oft nicht einmal die Vorgaben korrekt umsetzen.

Also erzähl mir nichts von dem Ärger, der bei Dir entstanden ist. Mit der richtigen Beratung ist da kein Ärger notwendig. Da werden einmalig einige Dokumente und Informationen erstellt und dann muss natürlich noch die interne Durchsetzung der Vorgaben durch die Schulungen erfolgen, damit das nicht nur auf dem Papier steht. Insbesondere, wer da Unsicherheiten hineininterpretiert, nur weil einige Dinge nicht endgültig beschlossen sind, hat nicht die richtigen Berater. Die einzige Unsicherheit besteht noch im Inhalt der zukünftigen e-privacy-Verordnung, mit der hoffentlich geklärt wird, welchen Arten von Cookies (und anderen erfassten PC-Merkmalen) man dann noch zustimmen muss (allen, wie jetzt wegen der Unklarheit, ist Unsinn).

Dein Link bestätigt genau, was ich geschrieben habe und Deine Wiederholung "Wie bereits ausgeführt, ist das falsch" belegt nur, dass Du es nicht verstanden hast, also meine Aussage bezüglich "Halbwissen".
Und denkst Du wirklich, ich wüsste da nicht über die Details Bescheid, wenn ich in dem Bereich erfolgreich zahlreiche Kunden betreue? Meine Kunden sind gut informiert und haben keinen Ärger mit der Umsetzung! Ich habe deshalb deutlich mehr Nachfragen potenzieller neuer Kunden, als ich betreuen kann, ohne jemals Werbung gemacht zu haben.

Also noch einmal, damit es auch der Letzte versteht:
So muss bei Abmahnungen nach Einschätzung der Hamburger Richter immer geklärt werden, ob sich ein Wettbewerber durch den Datenschutzrechtsverstoß einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft hat.
und vom LG Magdeburg
Denn nach Auffassung der Richter enthält das neue Datenschutzrecht ein abschließendes Sanktionssystem.

Also sagen die Einen, es geht gar nicht und die anderen sagen es geht (wie ich zuvor und auch schon früher an anderer Stelle geschrieben hatte), wenn es gem. UWG relevant ist, weil sich ein Wettbewerber einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft hat. Dann geht es aber nicht etwa nach der DS-GVO sondern:
Ist das der Fall, könnten Mitbewerber Verstöße über Paragraf 3a UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) abmahnen.
Wo ist also das Problem? Wenn man also grob die Vorschriften vernachlässigt, kann es diese Unsicherheit geben, aber nicht, wenn man die Informationspflicht mit den Punkten nach Art. 13 (wenn relevant auch 14) umgesetzt hat. Bei geringfügigen formalen Fehlern, die beim Impressum zu Abmahnungen geführt haben, ist hier ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz nicht darstellbar. Somit gibt es hier keine Unklarheit für jeden, der mit gutem Gewissen korrekt die Punkte des Art. 13 beantwortet hat. Das ist kein Hexenwerk, sondern einmaliger Aufwand, der für kleinere Betriebe mit nicht mehr als 1/2 Stunde Aufwand erledigt ist.

Also woher soll dann der ganze Ärger bei der Umsetzung kommen? Außer natürlich von den vielen im Lande verstreuten unqualifizierten Beratern, die mit ihrem Halbwissen ein undurchschaubares Dokumentationschaos aufbauen. Das erfüllt aber oft nicht die Forderungen der DS-GVO, weil danach die Dokumentation eine klar zu verstehende Darlegung der Datenverarbeitung nach bestimmten darzulegenden Kriterien sein muss.

Der einzige Ärger, mit dem ich mich beschäftigen musste, entsteht durch häufige unsinnige Forderungen oder Fragen nach Unterschriften durch Geschäftspartner, die von unqualifizierten Beratern fehlgeleitet werden.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » Sa 9. Feb 2019, 22:12

ostfriesenpaar hat geschrieben:Es ist leicht solche Dinge schön zu reden, wenn man nicht selbst involviert ist.

Erzähl mir doch nicht, ich sei nicht involviert, wo ich das für kleinere, mittlere und größere Unternehmen, für Ärzte, andere medizinische Behandlungseinrichtungen und med. Diagnoselabors umgesetzt habe. Diese Deine Aussage ist einfach nur lächerlich.

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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von homo sapiens » So 10. Feb 2019, 09:30

Hans H. hat geschrieben:Die einzige Unsicherheit besteht noch im Inhalt der zukünftigen e-privacy-Verordnung, mit der hoffentlich geklärt wird, welchen Arten von Cookies (und anderen erfassten PC-Merkmalen) man dann noch zustimmen muss (allen, wie jetzt wegen der Unklarheit, ist Unsinn).

Das ist ja einer der Knackpunkte mit dem viele Menschen nicht zufrieden sind.
Es gab in den Vorverhandlungen zum Gesetz den Vorschlag diese Problematik
mit zu regeln, aber wie wir wissen, konnte man sich nicht darauf einigen und
somit muessen alle nun mit dem halbgaren Kompromiss leben und auf eine
geaenderte E-Privacy Richtlinie hoffen.

Gerade die Daten (Coookies und Metadaten) sind in den letzten Jahren nun mal
zum Goldesel der verschiedenen Datenbroker und Haendler geworden.
Wer hat die besten Daten und kann sie am besten in Verkaufserfolge
umsetzen? Egal ob Programmatic Advertising oder Data profiling, die Gier nach
den Daten der Internetbenutzer ist schier unbegrenzt.

Dazu kommen unzureichende Schutzmassnahmen in den Browsern wie in diesem paper
beschriebn: https://wholeftopenthecookiejar.eu/static/tpc-paper.pdf
Deutsche Zusammenfassung bei Heise:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Loechriger-Cookie-Schutz-in-Browsern-4047876.html

Zu den mobilen Wanzen (Wischphones), speziell Android, schweige ich lieber. Da
hat es ein Nutzer mit Datenschutzbestreben weitaus schwerer. Siehe das Debakel
mit der Gesundheits-App Vivy. Nicht nur Sicherheitsmaengel, sondern auch Tracker
eingebaut (https://www.heise.de/security/meldung/Vivy-Gravierende-Sicherheitsmaengel-in-Krankenkassen-App-aufgedeckt-4207260.html?view=print).

Aber ein Herr Spahn (Bundesgesundheitsminister) moechte ja:
* "Versicherte sollen auch auf Tablets und Smartphones auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen koennen."
* "Onlinebanking als Vorbild in Sachen Sicherheit."
* "Diese Massnahmen dulden keinen Aufschub."

Da fragt man sich, ja ist der gute Mann noch bei Sinnen? Banking auf ner Wanze?
Kein Aufschub - husch husch, schnell schnell...

Ich finde, gerade beim Gesundheitswesen sollte sehr sorgfaeltig mit den Daten
der Buerger umgegangen werden. Und wo bleibt die Abwaegung, ob es nicht auch
eine andere Loesung gibt? Den Machern der App scheint jedenfalls die DSGVO nicht
weiter interessiert zu haben.

Gerade hier haette die DSGVO ein Zeichen setzen koennen. Aber so, Chance
verpasst.

Leidtragend ist somit ein jeder - Arzt, Patient, Webseitenbetreiber, User usw..

Waehrend hier noch darueber gestritten wird, wie der Datentransfer aus der EU
in Drittstaaten gehandhabt werden soll (z.B. Einbindung von Google-Fonts und
Analytic-Tools) und was genau personenbezogene Daten sind, wird weiter
getrackt, Profile der User erstellt, zusammengefuehrt und vermarktet ohne
dem Nutzer die Moeglichkeit zu geben, dem zu wiedersprechen. Denn die Tracker
sind nicht alle in den jeweiligen Datenschutzerklaerungen aufgefuehrt. Meine
Erfahrung, selbst die Webseitenbetreiber haben ueberwiegend keine Ahnung was
sie da alles einbinden.

So bleibt es trotz DSGVO dem Internet-User vorbehalten, seinen Datenschutz
mit entsprechenden Mitteln durchzusetzen.

Hoffnung auf eine Aenderung ist jedenfalls nicht in Sicht, nicht mit der DSGVO,
noch mit einer geaenderten E-Privacy Richtlinie. Dafuer werden die AGFAs[1]
dieser Welt schon sorgen.

So, und nun haut euch weiter die Koeppe ein... :lol:


[1]Amazon, Google, Facebook, Apple



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Re: Gesundheitswahn

Beitrag von Hans H. » So 10. Feb 2019, 13:48

Nein, dazu haue ich niemandem den Kopp ein, denn wo Du Recht hast, hast Du Recht. In diesem Bereich hat es die DS-GVO nicht geschafft, wirksame Regelungen für Verbesserungen herbeizuführen, und weil das sehr komplex ist und die Macher der Verordnung viel zu wenig von den technischen Möglichkeiten verstehen, zieht es sich hin mit der e-Privacy Verordnung, die die bisherige e-Privacy Richtlinie ersetzen soll. Kurz für diejenigen, die hier nicht Insider sind: die bisherige e-Privacy Richtlinie ist in vielen Punkten nicht mehr mit der DS-GVO kompatibel, was zur automatischen Ungültigkeit dieser Punkte führt. Also hätte die neue e-Privacy Verordnung zeitgleich mit der DS-GVO herauskommen müssen. Durch die Verzögerung gibt es nach sehr gedehnter Interpretation die jetzt verbindliche Forderung, jeder Art von Cookies zuzustimmen, auch denen, die keine Daten dem Anbieter übermitteln, sondern nur die Wiedererkennung des Users ermöglichen, um die letzten Einstellungen wiederherzustellen.

Unbedingt zu regeln ist natürlich die Soeicherung von PC-Merkmalen beim Anbieter, mit denen der weltweit jeden PC und meistens auch den User identifizieren kann, ganz ohne Cookies zu speichern. Das Problem ist, dass diese Methode von den Usern selten feststellbar ist (nur mit sehr gutem Internet-Security-Abonnement), und auch sonst kaum überprüfbar ist, ohne den geschützten Programmcode zu analysieren. Ich habe Zweifel, dass Verstöße gegen die Informationspflicht in dieser Sache überhaupt generell feststellbar sein werden.

Es gibt also klar Lücken, gegen die Gesetzgebung unwirksam bleiben wird. Dein Thema mit den Wischfons braucht man da gar nicht weiter zu kommentieren. Wischfon-Banking? Nicht mit mir. Auch auf dem PC läuft das bei mir nur mit der HBCI-Chipkarte und Rainer-SCT-Kartenleser - die weltweit einzige Methode, bei der es keinen einzigen Fall gibt, dass es kriminell ausgetrickst worden wäre.

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