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Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

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Beitrag von holgi-w » Fr 16. Mär 2018, 18:04

Eule hat geschrieben:(...) Es könnte also sein, das wir hier verschiedene Versionen vorliegen haben. :roll:

Das glaube ich jetzt nicht. :shock:
Aber Du siehst schon was Du selbst gepostet hast?
Deine Ignoranz ist ... ach, ich lass das lieber.

 
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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von Campingliesel » Fr 16. Mär 2018, 22:01

Das Thema hat sich erschöpft, kann also auch geschlossen werden.

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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von ostfriesenpaar » Fr 16. Mär 2018, 22:14

Campingliesel hat geschrieben:Das Thema hat sich erschöpft, kann also auch geschlossen werden.

Bestimmst du jetzt???
Bewirb dich doch als Admin. Dann darfst auch Du das entscheiden :evil:

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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von skyfire » Fr 16. Mär 2018, 22:36

Ach, Liesel ist erschöpft?
Dann kann die Klappe sicher geschlossen werden...

 
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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von Kantianer » Sa 17. Mär 2018, 11:20

Zurück zum Thema – Aus einer anderen Sicht, vielleicht einem vollkommen verborgenen Standpunkt aus. – oder was bedeutet

Um-frage / dem ersten Substantiv des Fadens

Brachte es doch einst ein Referent zum Thema „Bestätigung der Kundenzufriedenheit“ folgendes Beispiel, mit der sehr kritischen Vorbemerkung, auf den Grund. Der fragende Kellner oder die fragende Kellnerin ist, nach seiner Ansicht, nicht nur dumm sondern gleichzeitig, unverschämt. Wobei wir eine Frage schon hier antreffen, nämlich für was hat man sich zu schämen

Jeder wird diese Floskel kennen, „hat es ihnen denn geschmeckt?“ Diesen Satz vergisst doch kein Kellner und keine Kellnerin, anzubringen.

Warum dumm wird man nun denken?
Der Referent meinte, wer hat schon Lust nach einem Essen, das ohnehin nicht seine Erwartungen erfüllt hatten oder die handwerkliche Herstellung so schlecht war, dass man es eher verzehrt hat, um nicht noch mehr Lebensmittel in den Müll entsorgen zu müssen. Einer solchen Diskussion, die man aus der Rolle des Anklägers heraus führen muss, geht man in der Regel gerne aus dem Weg.

Das würde für weitere Besuche ebenfalls gelten. Nur man geht einfach nicht mehr hin. Salopp ausgedrückt, es ist eine Abstimmung mit den Füßen.

Bejaht, der Gast diese Frage, dann suggeriert die Antwort ihm, dass der Kellner oder die Kellnerin nun einen Anspruch auf „ordentliches Trinkgeld“ hat.

Vielfach wurde in diesem Faden schon in Frage gestellt, dass es überhaupt ein Sittengesetz gibt. Denn es steht nirgends geschrieben. Was ist dann Kultur?

Der weitere Kritikpunkt ist der, wer gibt denn so bar und unverblümt seine Gefühle preis.

Auf welcher Seite will ich nun stehen?, der die sich outen oder derer die sich nicht outen wollen.

Oder aber inwieweit, darf ich in die Intimsphäre eindringen. Erwarte ich, wie im vorhergehenden Beispiel, Kritik und nehme ich die auch an? Wird das mein künftiges Handeln prägen?

Der Begriff kann sich auf eine Gruppe von Menschen beziehen, denen eine bestimmte Kultur zugesprochen wird, oder auf das, was allen Menschen als Menschen zukommt,
Wikipedia


Ein sehr anschauliches Beispiel von Kultur bilden in Teilen von Bayern die Regeln rund um den Maibaum. Herausgegriffen werden soll nur das Maibaum stehlen. Ohne Frage nach der staatlichen Gesetzeslage, erfüllt diese Handlung den Tatbestand des Diebstahls.

Nur hier wird keine Staatsanwaltschaft tätig, selbst wenn die Anzeige bei der Polizei zur weiteren Bearbeitung weitergegeben wird.

Denn es ist alter Brauch, dass in der Nacht vor dem Aufstellen des Maibaumes, dieser ungestraft weggetragen werden darf.

Wo sind hier die Grenzen:
> Bei Anruf, den Baum nicht weiter fortzuschaffen, spätestens dann wenn der Stamm mit der Hand einer Person des Vereins deren Eigentum er ist, muss die „Tat“ beendet werden.

> Meist um Spott zu entgehen haben die Stehler mitzuhelfen, dass der Maibaum wieder zurückgebacht wird.

> Keine Absolution gibt es wenn der Maibaum an Ort und Stelle angesägt wird. (Sachbeschädigung)

> Oder der Baum in der Nacht vom 30. April / 1. Mai umgesägt wird. Trotz des germanischen Brauches der „Freynacht“ in der fast alles straflos bleibt.

Heute, wegen der EU-Hygiene-Vorschriften kaum noch vorstellbar, aber vor wenigen Generationen, in Ermangelung von Kühlmöglichkeiten, wurde in der kälteren Jahreszeit geschlachtet. Das war wenige Tage vor Weihnachten.
In Alt-Bayern kennt man daher heute noch Erzählungen rund um den „Weihnachter".

Dieser wurde in zwei Hälften zum auskühlen aufgehängt. Ein Brauch, oder besser gesagt eine milde Gabe an Bedürftige, die so ihr Gesicht nicht zeigen mussten. Beispielsweise für den Pfarrer war es das absolute Muss, sich einen Weihnachter stehlen zu lassen.

Wobei, man achte peinlichst darauf, nur eine Hälfte durfte verschwinden. Das verlangte der alte Brauch. Das Entwenden der zweiten Hälfte war gemeiner Diebstahl.

Kultur hat eben, ungeschrieben seine Grenzen. Anders ausgedrückt, es ist das ungeschriebene Sittengesetz.

Schämen, Scham usw.
Hier wurden bereits sehr viele Erklärungsmodelle angeführt. Sie gehen wohl alle ins Leere. Bedeutet schämen heute, es
ist uns nichts mehr peinlich, nur noch unser nackter Körper?

Ist es nicht schrecklich genug, wenn Menschen bei Unfällen bis zur Unkenntlich entstellt werden. Ja sogar, verschuldet oder unverschuldet ihr Leben verlieren. Notärzte, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute und weitere, beim Anblick dieser Situation helfen und dann dieses Szenario nicht aus dem Kopf bekommen. Die ihr Gefühl, für diese Momente nicht in der Einsatzzentrale zurücklassen können.

Was ist dann mit den widerlichen Spannerbildern, die mit irgendwelchen Kameras angefertigt werden. Dann noch der Wettlauf, wer kann sich als erster in den sozialen Netzwerken mit diesen Erzeugnissen brüsten. Daraus noch ein persönliches Selbstwertgefühl ziehen.

Bringt es die Anonymität mit, das es keine Scham mehr geben muss. Nur die des Körpers? Oder anders ausgedrückt ist uns die Gefühlskultur, die in uns das Schämen hervor ruft, vollkommen verödet.

Mein Fazit
Man muss sich nicht unbedingt für die Tatsache, sondern für die Handlung der Herbeiführung der Gefühlslosigkeit, schämen.

 
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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von Eule » So 18. Mär 2018, 17:44

@ Kantianer
Ein wirklich toller Beitrag, den du hier verfasst hast. :D Ich kann dir nur dafür gratulieren. :D

Man muss sich nicht unbedingt für die Tatsache, sondern für die Handlung der Herbeiführung der Gefühlslosigkeit, schämen.
Eine sehr gute und knappe Zusammenfassung für den Inhalt der Scham, weswegen man sich schämen soll. Ohne den von dir hier geprägten Satz vedrwässern zu wollen, stellt sich mir die Frage, wie geht man mit Regelverstößen um? Kann ich alles unter dem Begriff der Gefühlslosigkeit subsumieren? :roll: Nun, dieses muss noch mal gründlich durchdacht werden.

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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von Aria » So 1. Apr 2018, 19:45

Kantianer hat geschrieben:Ein sehr anschauliches Beispiel von Kultur bilden in Teilen von Bayern die Regeln rund um den Maibaum. Herausgegriffen werden soll nur das Maibaum stehlen. Ohne Frage nach der staatlichen Gesetzeslage, erfüllt diese Handlung den Tatbestand des Diebstahls.

Nur hier wird keine Staatsanwaltschaft tätig, selbst wenn die Anzeige bei der Polizei zur weiteren Bearbeitung weitergegeben wird.

Denn es ist alter Brauch, dass in der Nacht vor dem Aufstellen des Maibaumes, dieser ungestraft weggetragen werden darf.
An diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass die Tradition stärker ist als das Strafgesetzbuch, an dessen Bestimmungen sich sonst jede/r zu halten hat.

Umgekehrt gilt das aber genauso: Nacktheit in der Öffentlichkeit ist zwar nicht verboten, kann aber gleichwohl bestraft werden, wenn sich jemand durch sie – aufgrund seiner traditionellen Erziehung – belästigt fühlt. Auch hier zählt Tradition mehr als der Verstand, der eigentlich jedem sagen müsste, dass das Nacktsein der natürlichste Zustand eines Menschen ist und daher unmöglich eine Belästigung darstellen kann.

 
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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von mick » So 1. Apr 2018, 22:36

Wie die meisten: 3+4.

 
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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von Kantianer » Mo 2. Apr 2018, 09:37

Ohne hier lange Strg-C zu nutzen, ein paar Erläuterungen:

Hegel formulierte es, sinngemäß, so
Das Gesetz verkörpert (oder es kann nur) ein Minimum des Anstandes
> etwa bei; Wucher (STGB)
> bei; sittenwidrigen Geschäften (BGB)
> Sicherung der Verkehrssicherheit / Geschwindigkeitsübertretungen/ Ordnungswidrigkeitengesetz


Weitaus enger sieht man es schon seit dem römischen Humanismus

Was das Gesetz nicht verbietet, verbietet der Anstand
Seneca


Hier wird die Messlatte noch etwas höher gelegt
Nicht alles, was erlaubt ist, ist anständig
[i]Digesta

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Re: Umfrage zur Toleranz gegenüber der Nacktheit/Sexualität

Beitrag von Aria » Mo 2. Apr 2018, 17:53

Kantianer hat geschrieben:
Nicht alles, was erlaubt ist, ist anständig
[i]Digesta
Das stimmt. Aber das Problem dabei ist, dass sich das, was man Sitte und/oder Anstand nennt, ständig ändert. In dieser Beziehung stehen sich immer Bewahrer des Althergebrachten und die Neuerer gegenüber, und wie die Geschichte uns zeigt, „gewinnen“ mal die einen und mal die anderen, aber auf lange Sicht gesehen gibt es doch Veränderungen.

Man sollte hier in größeren Zusammenhängen denken und nicht bei einmal gewonnenen Erkenntnissen verharren. Ältere Menschen neigen dazu, das Alte bzw. das ihnen Gewohnte bewahren zu wollen. Man könnte auch sagen: Sie wollen keine Veränderungen, weil diese neues Lernen bedeuten, und Neues lernen tun die „Alten“ nicht so gerne. Deswegen gibt es Veränderungen erst, wenn die „Alten“ sich zurückziehen bzw. nichts mehr zu sagen haben – aus welchen Gründen auch immer.

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