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Körperschmuck

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Re: Körperschmuck

Beitrag von ostfriesenpaar » So 2. Feb 2020, 21:32

norbert hat geschrieben:Ich denke, die Grenze zwischen Intimschmuck und Sextoys ist ein schmaler Grad, und da ist es schwer zu sagen, was darf an den FKK-Strand, was gehört in die eigenen 4 Wände.
Cockring ist da schon sehr grenzwertig.
Sehr gut formuliert!
norbert hat geschrieben:Ich mag aber auch keine Ringe durch die Nase und keine Tunnel in den Ohrläppchen.
....und nicht in Zungen und Lippen oder sonstwo auch keine Ohrringe.
Zumal ich beruflich bedingt immer wieder mit Entzündungen durch diese Dinger konfrontiert werde und ich mich jedes Mal tierisch darüber ärgere, dass letztendlich die Kosten für deren Behandlung von den Krankenkassen übernommen werden.

 
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Re: Körperschmuck

Beitrag von mt09 » So 2. Feb 2020, 21:57

Also ich trage seit einigen Jahren ein Prinz Albert Piercing (als Schmuck einen Bananenstecker mit zwei Kugeln) und weder in der Sauna noch am See würde ich schräg angeschaut. Und ich würde im Leben nicht darauf kommen, es vorm Baden oder Saunieren raus zu machen. Genau so wie mein Ohrring drin bleibt. Ich seh da in dem Moment auch nichts sexueller dran. Ist halt Körperschmuck und jeder, egal ob Mann oder Frau, kann mit seinem Körper machen was er / sie möchte. Man kann sich piercen lassen oder tattoowieren.
Ich habe echt gedacht, das es dafür zumindest mehr Verständnis gibt oder zumindest das es ohne solche radikale Ablehnung akzeptiert wird. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Schade.

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Re: Körperschmuck

Beitrag von Zett » Mo 3. Feb 2020, 00:31

Das ist wohl nicht das Einzige, wo Du Dich getäuscht hast. Jeder Schmuck hat eine sexuelle Bedeutung! Und der im Intimbereich natürlich besonders. Wenn Du Dir selber oder auch nur uns vortäuschst, Du wüsstest das nicht, läufst Du echt recht blind durchs Leben.
Ich sehe es auch als eine recht zweifelhafte Errungenschaft, dass jeder weitgehend seinen Körper misshandeln darf. Aber solange irgendwer dran verdient, ist im Kapitalismus halt sehr viel erlaubt.

 

Re: Körperschmuck

Beitrag von guenni » Mo 3. Feb 2020, 10:49

leben naturvölker, die sich auf unterschiedlichste art oft reichlich mit körperschmuck verzieren, dann im turbokapitalismus?

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Re: Körperschmuck

Beitrag von Zett » Mo 3. Feb 2020, 12:01

Nein!

 
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Re: Körperschmuck

Beitrag von Eule » Mo 3. Feb 2020, 13:04

@ Aria
Ja, und zwar beziehen sie sich fast ausschließlich auf Intimschmuck bei Männern.
Das dürfte daran liegen, dass der Frauenanteil hier sehr klein ist.
Für manche Männer scheint es unerträglich zu sein, dass andere Männer ihr „Schmuckstück“ zusätzlich schmücken.
Das ist kein Problem der Männer. Ich kenne diesen Vorbehalt auch von vielen Frauen. Es ist nach meinem Eindruck völlig gleichgültig, ob das weibliche oder männliche Genital "geschmückt" wird, es wird allgemein als eine sexuelle Stimulation angesehen und gewertet.
Meinen sie vielleicht, im Vergleich zu Schmuckträgern ins Hintertreffen zu geraten? Ist also Neid die treibende Kraft hinter dieser heftigen Abwehr?
Nach meiner Erfahrung dürfte diese deine Vermutung nicht zutreffen. Treibende Kraft dürfte hier ehr die Ablehnung von sexuellen Impulssetzungen in der Öffentlichkeit sein.

@ guenni
um die intimrasur wird ja ein ähnliches bohei gemacht.
Aber dieses dürfte in der Zwischenzeit überholt sein.

@ Zett
Der Kapitalismus ist nicht für alles verantwortlich. Du solltest hier wirtschaftspolitische Fragen von denen der Moral und des Anstandes trennen. Weiter teile ich deine Auffassung nicht, dass jeglicher Schmuck ein sexuelles Interesse in sich birgt.

 
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Re: Körperschmuck

Beitrag von NackeDuDaDei » Mo 3. Feb 2020, 17:56

Komödiantische Betrachtungen zum Thema Brustwarzenpiercings:

https://www.youtube.com/watch?v=RRArjTxfVfg

7 Minuten, so richtig gehts ab 3:10 zum Thema. Ich finde es sind ein paar sehr gut hierher passende Gedanken dabei. :)

Ich erinnere mich noch an eine Drogenbroschüre der Polizei aus den 80ern, da hieß es Tätowierungen findet man nur bei Kriminellen, Ausnahme Seeleute, die das von ihren Reisen mitbringen. Piercings hatten damals nichtmal diese.

Vielleicht bin ich ja vorurteilsbeladen, daß ich Piercings an bestimmten Stellen zwar als sexuelles Symbol, aber auch als Zeichen von Unsicherheit und Konformismus des Trägers ansehe. Weil wenn man was Krasses macht, um sich von der Masse abzuheben, macht man damit gleichzeitig etwas sehr Konventionelles für seine "Peer-Group", wie es der heutige Psychologe schimpft. Von daher finde ich die Gedanken in dem Filmchen oben sehr interessant, da sie selbstkritisch auf diesen Aspekt eingehen, was vielen Leuten mit ihren eigenen Handlungen nicht gelingt.

Was mir sowohl bei Piercings als auch Tätowierungen auffällt: Es geht dabei gar nicht um die Optik, sondern um den erlittenen Schmerz und die Endgültigkeit. Sonst könnte man sich auch bemalen, alle 2 Wochen was anderes. Und die meisten Ringe gibt es auch zum Einklemmen und Aufschieben, sogar Kitzlerpiercings gibt es als Schiebeklammer.

Also der Wert für den Träger liegt auch in der Zurschaustellung, daß er eine "richtige" Tätowierung oder Piercing hat.

 
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Re: Körperschmuck

Beitrag von Stefan78 » Mo 3. Feb 2020, 18:43

Moin,
ist echt mal interessant wie schnell man in eine "Schublade" geschoben wird.
Leute, jedem das seine und ich denke es gibt genug "Schubladen Denken"!

 
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Re: Körperschmuck

Beitrag von Eule » Mo 3. Feb 2020, 19:53

@ DuDaDei
Natürlich hat das Piercing und die Tätowierung etwas für denjenigen zu bedeuten, der dieses machen lässt. Aber bevor ich die Begründung dessennicht kenne, die dieses hat an sich machen lassen, gebe ich kein Urteil darüber ab. Denn die Gefahr, hier ein Fehlurteil als Vorurteil abzugeben, ist mir einfach zu groß.

Die gesundheitlichen Konsequenzen beim weiblichen Brustwarzenpiercing, nämlich die Unterbindung der sehr feinen Milchkanäle, wurde nicht angesprochen. Auch wenn man sich diese Piercings wieder entfernen lässt, die Milchkanäle sind zerstört und lassen sich, sowie mir bekannt, nicht wieder herstellen. Eine Sache, die sich viele jungen Frauen nicht bedenken oder über die sie gedankenlos hinweg gehen.

Da es mir nicht zusteht, eine Meinung über den Körperschmuck eines anderen Menschen zu urteilen, muss ich auch keine diesbezüglich Stellung abgeben.


@ Stefan78
Ja, das Schubladendenken ist sehr weit verbreitet, weil es so einfach ist. Mit einer solchen Realität musst du dich abfinden.

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Re: Körperschmuck

Beitrag von Aria » Di 4. Feb 2020, 12:36

Aria hat geschrieben:Für manche Männer scheint es unerträglich zu sein, dass andere Männer ihr „Schmuckstück“ zusätzlich schmücken. Warum? Meinen sie vielleicht, im Vergleich zu Schmuckträgern ins Hintertreffen zu geraten? Ist also Neid die treibende Kraft hinter dieser heftigen Abwehr?
Jedenfalls fällt mir als Erklärung nichts anderes ein. Aber vielleicht weiß jemand eine bessere Erklärung.
Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen – hier nun eine Zusammenstellung der Gegenargumente:

1. Die Grenze zwischen Schmuck und Sexspielzeug ist schwierig zu ziehen, und weil alles, was mit Sex zu tun hat, nicht auf den FKK-Strand gehört, wird Intimschmuck abgelehnt.
2. Bei Piercings gibt es manchmal gesundheitliche Probleme, und weil die Kosten für deren Behebung von den Krankenkassen, also der Allgemeinheit, übernommen werden, sind sie abzulehnen.
3. Schmuck hat grundsätzlich sexuelle Bedeutung und Intimschmuck insbesondere. Körperschmuck ist daher abzulehnen; dies auch, wenn Leute/Kapitalisten daran verdienen. Es gibt aber Ausnahmen: Bei „Naturvölkern“ zum Beispiel, selbst wenn deren Schmuck sexuelle Bedeutung hat.
4. Als treibende Kraft wird die Ablehnung von sexuellen Impulssetzungen in der Öffentlichkeit angesehen.
5. Die Tätowierten und Gepiercten wollen sich von der Masse abheben, was dieser Masse missfällt.

Beim Nachsatz im Punkt 3 weiß ich nicht, ob ich das richtig widergegeben habe, weil die Antwort nicht eindeutig war – bitte ggf. um Korrektur.

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