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Wortklaubereien

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Re: Wortklaubereien

Beitrag von HaJo » Sa 7. Sep 2019, 17:21

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Re: Wortklaubereien

Beitrag von Eule » Sa 7. Sep 2019, 18:04

@ Bummler
Eule hat geschrieben:
Damit drückst du aus, dass du handelst ohne zu wissen, warum du handelst und erst das Ergebnis deiner Handlung die Begründung für dein handeln liefert.
Nur ist das normal, auch wenn es dem üblichen Anspruch vom frei entscheidenden Menschen widerspricht.
Meine Auffassung ist, wer handelt, ohne zu wissen, warum er so handelt und sein Handeln nur nach dem Ergebnis seiner Handlung definiert, der handelt verantwortungs- und geistlos. Auch der Umstand, dass dieses dem heutigen Handlungsstandart entspricht, oder entsprechen sollte, kann diese meine Aussage nicht verändern.


@ ynda
Aus den Smileys Deines Beitrages vom 05.09. entnehme ich, dass du deinen Beitrag selbst nicht sehr ernst nimmst. Das Argument, man wolle seinen Gegenüber nicht überfordern, stellt meistens das eigene Unwissen oder den Unwillen dar, sich korrekt auszudrücken.


@ Zett
Entsprechend ist der Körper nicht nackt, sondern von unnötiger Bekleidung befreit - der Freikörper.
Der Körper ist nackt, weil ihm das Fell fehlt. Er bleibt auch nackt, wenn wir diesen bekleiden. Daher ist der Ausdruck „FreiKörperKultur“ richtiger, weil es den von der Kleidung befreiten Körper bezeichnet. Es wäre natürlich nicht falsch, die Bezeichnung „Nackt-Kultur“ zu nutzen. Aber von Sinn her halte ich den Begriff „FreiKörperKultur“ für besser und aussagekräftiger.


@ HTJ
Da wäre es ja sinnvoll das Wort " Textilfrei " zu benutzen, wie es in manchen Bädern gemacht wird.
Das würde jedoch nur den Bereich „Nudismus“ oder Einzelaktionen abdecken.


@ www
Das Wort "Splitter-Faser-Nackt" ist ein umgangssprachlicher Begriff, der das Fehlen jeglicher Bekleidungsgegenstände anzeigt, weil der Begriff der Nacktheit umgangssprachlich nicht eindeutig genutzt wird.

 
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Re: Wortklaubereien

Beitrag von Eule » Sa 7. Sep 2019, 18:11

@ Mera
Danke für deinen hervorragenden Beitrag. Ich kann diesem voll und ganz zustimmen. Aber wenn es um die Bestimmung der Begriffe geht, dann muss ich bei der Begriffsbestimmung des Urbegriffes bleiben.

Dass die FKK-Vereine sich nach dem II. Weltkrieg einerseits den alten Titel „FKK“ weiterführen und sich jedoch als Naturisten bezeichnen, hat mit einem anderen Verständnis im Sinne einer Einengung des Begriffsinhaltes zu tun. Sie haben das lebensreformerische Element weggelassen und berufen sich jetzt nur nach auf einen Bezug zur Natur.

Wenn wir die Verdünnung der Begriffe auf nur einen einheitlichen Begriffsgegenstand oder die Bedeutungsveränderungen gemäß der allgemeinen Umgangssprache zulassen, wie dieses z. B. mit dem Begriff „antiautoritär“ geschehen ist, dann ist eine sinnvolle Kommunikation nicht mehr möglich. Dann darf ich mich auch nicht mehr gegen den Missbrauch des Kürzels „FKK“ durch das Rotlichtgewerbe wehren, denn FKK wird dort mit nackt und unbekleidet gleichgesetzt. Wollen wir dieses wirklich?


@ Aria
Die moderne Exegese ist die Exegese der heutigen theologischen Wissenschaft und wesentlich vom II. Vatikanum bestimmt. Die moderne Exegese räumt vielen in der Geschichte entstandenen Missverständnissen auf und setzt viele Übersetzungsfehler richtig. Es verwundert mich, auch wenn ich dieses aus deinem Werdegang durchaus verstehen kann, dass du diese neue theologische Entwicklung nicht wahrnimmst. Auch wenn viele junge Theologen, also die, die nach dem II. Vatikanum geboren wurden, wieder die vorkonziale Theologie predigen und dabei Ansichten äußern, die in meiner Kindheit und Jugendzeit als völlig veraltet galten, so muss man sich gegen diesen konservativen und nach rückwärtsgewandten Trend stemmen und auf die Erkenntnisse des II. Vatikanischen Konzils beharren und weiter entwickeln.

In der kath. Kirche ist jetzt viel Bewegung gekommen und ein so kritischer Geist, wie du diesen hast, könnte hier sehr hilfreich sein. Nur müsstest du dich aus der konservativ-dörflichen Erziehung soweit befreien, damit du dich den Erkenntnissen der modernen Exegese öffnen kannst und du diese für dich überprüfst. Um es hier im Kontext mit diesem Thread auszudrücken, du musst die Grenzen der kath. Theologie neu justieren.

Das ist kein Affront gegen Religionen, sondern ein Versuch zu zeigen, warum der Begriff „nackt“, wenn unbekleideten Menschen betreffend, bis zum heutigen Tag negativ besetzt ist, obwohl rational gesehen der nackte Mensch, weil nackt geboren, das Normalste der Welt sein müsste.
Hier setzt du den Begriff „Nackt“ mit unbekleidet gleich. Der Mensch wird nackt geboren und er bleibt es sein gesamtes Leben, weil der Mensch bis auf einige Fragmente kein Fell hat und dieses auch nicht nachträglich entwickelt. Es wäre für dich sehr hilfreich, wenn du den Begriff „nackt“ mit „einem Fehlen“ gleichsetzt, wobei das, was fehlt, je nach dem sehr unterschiedlich sein kann.

Guenni hat mit seiner Aussage: „in der bibel wird die nacktheit nicht verurteilt. sie gilt nicht als sünde oder unmoralisch, sondern als zeichen der armut.“ durchaus recht. Der arme oder notleidende Mensch ist immer arm. Denn dem armen Menschen fehlt etwas, entweder die Kleidung oder die wirtschaftlichen Mittel, für sein Auskommen sorgen zu können. Der im theologischen Sinne nackte Mensch ist deswegen nackt, weil ihm der Bezug zu Gott fehlt. Damit hat der Begriff „Nackt“ einen weiteren Bedeutungsinhalt erhalten. Und die vom Menschen bewusst gewollte „Gottesferne“ wird theologisch als Sünde bezeichnet.


@ HaJo
Ich warte gespannt auf die "Auslegung" der "Bibel", die auch dieses gestattet, obwohl sie doch so manches verbietet (schnödes Mammon z.B. - Mt 6,24).
Wir werden diesen Thread jetzt nicht zu einer theologischen Diskussion umwandeln. Es kommt nicht nur auf einzelne Worte an, sondern auf den Sinnzusammenhang.

Kann man die Bewertung, die im Wort "Fehler" steckt (Schule?!), nicht vermeiden?
Ich kann deinen Gedankengang nicht nachvollziehen, dass der Begriff „Fehler“ im Begriff „Fehlen“ srecken soll. Das Fehlen kann auf einen Fehler hinweisen, muss es aber nicht.

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Re: Wortklaubereien

Beitrag von Aria » Sa 7. Sep 2019, 22:23

Eule hat geschrieben:Die moderne Exegese ist die Exegese der heutigen theologischen Wissenschaft und wesentlich vom II. Vatikanum bestimmt. Die moderne Exegese räumt vielen in der Geschichte entstandenen Missverständnissen auf und setzt viele Übersetzungsfehler richtig. Es verwundert mich, auch wenn ich dieses aus deinem Werdegang durchaus verstehen kann, dass du diese neue theologische Entwicklung nicht wahrnimmst.
Wie kommst du drauf? Ich nehme sie wahr - Zitat:
Aria hat geschrieben:Moderne Exegese gibt es erst seit einigen Jahrzehnten, davor wurde jahrtausendelang das gelehrt, was ich schrieb: Gottgefällig sei die Nacktheit nicht.
Und das ist das Entscheidende: Etwas, was vor der Bibel entstand, wurde durch die Bibel weiter getragen und durch sie geradezu zementiert. Dass jetzt davon Abstand genommen wird, ist zwar erfreulich, aber wir können nicht erwarten, dass sich das in den Menschen verankerte bald ändert. Das umso weniger, weil es Bestrebungen gibt, das Rad der Geschichte wieder zurückzudrehen. Das bestätigst du ja selbst – Zitat:
Eule hat geschrieben:Auch wenn viele junge Theologen, also die, die nach dem II. Vatikanum geboren wurden, wieder die vorkonziale Theologie predigen und dabei Ansichten äußern, die in meiner Kindheit und Jugendzeit als völlig veraltet galten, …

 
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Re: Wortklaubereien

Beitrag von Tim007 » So 8. Sep 2019, 10:10

Das ist so.
Viele Ansichten sind verstörend.

Umgekehrt wäre es aber noch verstörender,
wenn es nur eine Einheitsmeinung gäbe.

(Wobei wir uns auf dem Weg dahin befinden. Pluralismus war mal. Die einzige echte und wahre, politisch korrekte Meinung ist das neue Leitbild.)

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Re: Wortklaubereien

Beitrag von www » So 8. Sep 2019, 10:59

@ www
Das Wort "Splitter-Faser-Nackt" ist ein umgangssprachlicher Begriff, der das Fehlen jeglicher Bekleidungsgegenstände anzeigt, weil der Begriff der Nacktheit umgangssprachlich nicht eindeutig genutzt wird.

Das weis ich selbst, dass das ein "umgangssprachlicher Begriff" ist. Das war auch nicht meine Frage!
Da kommt die Antwort vom @Seelöwen schon genauer hin:

Kommt, so weit ich weiß, aus der Holzverarbeitung, wenn das Holz von dem Splint und der Faser (also gründlich von der Rinde und der ersten jungen Holzschicht darunter) befreit wird, ist es eben splitterfasernackt...
Grüße vom Seelöwen


Danke

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Re: Wortklaubereien

Beitrag von Zett » So 8. Sep 2019, 11:29

Mera hat geschrieben:Sind Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum, und selbst im nicht deutschsprachigen Ausland, die mitunter auch das Akronym "FKK" kennen, und die darunter sämtlich vereinfacht gesagt "Nacktbaden" als Freizeitvergnügen verstehen, alle komplett im Irrtum und müssten eigentlich korrekterweise ausschließlich von "Nudismus", "Nudisten", "Nudistenstrand" usw. sprechen

Es gibt Bedeutungen, wie sie im historischen, wortbildenden und logischen Sinne korrekt sind und es gibt die umgangssprachliche Bedeutung. Und es gibt Menschen, die bereit sind, beides zu unterscheiden. Und es gibt Menschen, die nur ihre eigene Vorstellung als die wahre gelten lassen wollen.

In Lexika wird in der Regel - bei den hier behandelten Begriffen leider noch nicht gesehen - mit dem Vermerk "umg." für »umgangssprachlich« auf eine - neben der korrekten - weitere, eben die umgangssprachliche, Bedeutung hingewiesen.

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Re: Wortklaubereien

Beitrag von drum1608 » So 8. Sep 2019, 12:51

Als ich vor einigen Jahre damit anfing mich mit dem Nackttsein auseinander zu setzten, gabs für mich nur NACKT und FKK.
Nudist aus dem Englischen! Das wars!.
Heute gibt es soviele kleine aber feine Unterschiede und viele verstehen was anderes darunter bzw. haben andere Grenzen für die Begrifflichkeiten.
Ich habe gelernt es gibt Naturisten, dass sind Menschen die nackt durch die Natur wandern, das mal so als Beispiel. Wenn ich auf den FKK-Campingplatz bin, wird dieser Begriff auch da von allen genutzt. Wenn wir beim Grillen auf dem CP zusammen sitzen und am klönen sind, benutzen wir auch nackt und wenn dann Bekleidete rumlaufen, sagen wir Textiler.
Was uns aber allen, die sich nackt am wohlsten fühlen auffällt, der Begriff FKK wird nicht mehr so genutzt wie noch vor Jahren.
Als Kind war FKK ein Wort wo jeder wußte was es ist, das war bei mir bis ca 45 Jahren so, erst als ich das Nacktwandern etc. für mich entdeckt habe, lernte ich die anderen Begriffe kennen.
Aber mir geht es gar nicht um die verschiedenen Bedeutungen der verschiedenen Begriffe, sondern nur darum in Freude nackt sein zu dürfen und da werden einen schon genügend Knüppel hinterher geworfen.

 
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Re: Wortklaubereien

Beitrag von Campingliesel » So 8. Sep 2019, 14:02

@ drum1608; Daß der Begriff FKK nicht mehr so genutzt wird wie früher, liegt zum einen daran, daß man FKK früher mehr mit Vereinen in Verbindung gebracht hat, die es ja heute nicht mehr so viele gibt, und zum anderen, weil der Begriff häufig mißbraucht wird.
Und der andere Grund für die verschiedenen Bedeutungen bzw Schubladen, die man dafür "erfunden" hat, ist der, daß viele die Wortbedeutung nicht kennen.
Nudismus ist einfach ein Fremdwort für Nacktheit und in Deutschland gibt es dafür halt dieses altmodische Wort Freikörperkultur. Naturismus ist eine Erweiterung davon, nämlich nicht auf festen Plätzen zu bleiben, sondern raus in die Natur zu gehen. So einfach ist das.

 
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Re: Wortklaubereien

Beitrag von norbert » So 8. Sep 2019, 15:10

Campingliesel hat geschrieben:@ drum1608; Daß der Begriff FKK nicht mehr so genutzt wird wie früher, liegt zum einen daran, daß man FKK früher mehr mit Vereinen in Verbindung gebracht hat, ...


Da mußt du auch schreiben, wann und wo früher. In den östlichen Bundesländern hat keiner an Vereine gedacht, wenn von FKK die Rede war.

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