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Braucht es Grenzen?

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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Aria » Sa 17. Aug 2019, 21:34

Hans H. hat geschrieben:Aria: meinst Du wirklich 60er und 70er Jahre? Ich würde sagen, es war in den 70er und 80er Jahren. Die Bewegung der 68-Generation begann zwar 1968, aber stark ausgebreitet hat sich diese Freiheit nach meiner Erinnerung ab 1971 oder 1972.
In den 1960er haben Frauen angefangen, auf normalen Stränden das Bikinioberteil abzulegen, um nicht die hässlichen, von Sonne nicht gebräunten Streifen zu haben, die es verhinderten, schulter- oder rückenfreie Kleider zu tragen. Von da an war der Weg zur völliger Nacktheit vorgezeichnet, die nahtlose Bräune war nun in, wurde aber erst in den 1970er zu einem kleinen Massenphänomen, insofern hast du recht. Zweifellos waren Frauen Vorreiterinnen in Sachen wilde FKK, also FKK, die nicht in den Vereinen stattfand.

Frauenkörper wurde in den 60er Jahren auch sonst immer freizügiger gezeigt – siehe Minikleid, das nach 1962 innerhalb von 3 Jahren zum Muss für jede (junge) Frau wurde. Ähnliche Parallelität zwischen FKK und der Rocklänge gab es auch in den 1920er Jahren: Praktisch über Nacht waren die bis zum Boden reichenden Röcke und Kleider out – und die Nacktkultur, die sich erst 1925 in Freikörperkultur unbenannte, wurde in allen gesellschaftlichen Sichten populär. Siehe hierzu auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Freik%C3% ... tzener_See

Und: Sowohl in den 1920er als auch in den 1960er und 1970er gab es grundlegenden Wandel der bis dahin geltenden sexuellen Moral. Auch das ist ein Indiz, wie eng Nacktheit und Sex verknüpft waren und sind.

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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Hans H. » So 18. Aug 2019, 16:23

PundV hat geschrieben:Die Gesetzeslage ist in vielen anderen Ländern, auch in Deutschland, ähnlich. Das heißt aber nicht, dass man einen ANSPRUCH darauf hat, dort nackt zu baden, denn bei Bedarf werden andere Vorschriften angewendet.
Und das ist bei uns immer wieder der § 118 OWiG.
Wo Du mich zitierst, gatte ich nicht von "vielen anderen Ländern" gesprochen, sondern nur von Spanien. Wenn Du meinst, da sei es ähnlich, wie in Deutschland, dann schreib doch mal, welcher § es sein soll, der da ähnlich schwammig und unbestimmt ausgedrückt ist und auch bei Nacktheit entsprechend angewendet wird, wie der § 118 OWiG bei uns.

 
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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Eule » So 18. Aug 2019, 16:32

@ Aria
Die Kürzung der Rocklänge ist ein Entwicklungsprozess, der nicht erst 1962 begonnen hat, sondern bereits mindestens ab Mitte der 1950er Jahre. Die sog. "sexuelle Revolution" kam also 10-15 Jahre später. Interessant ist es, dass die Frauen der Aussteiger der 1969er-Jahre alle lange Kleider trugen, also die Modewelle des Minirocks nicht mitmachten. Die sog. "freie Liebe" war jedoch in dieser Bevölkerungsgruppe weit verbreitet und nicht bei den Minirockträgerinnen. Hier ist also ein Widerspruch zu deiner Theorie, dass die Kürzung der Rocklänge zu einer Liberalisierung der Sexualität geführt habe.

Die Reformkleider der 1920er-Jahre zeichneten sich nicht durch deren Kürze aus, sondern aus ihrer Befreiung von der Enge eines Korsetts.

Sowohl in den 1920er als auch in den 1960er und 1970er gab es grundlegenden Wandel der bis dahin geltenden sexuellen Moral.
Hierfür sehe ich wirklich keine Belege, die diese deine Meinung untermauern können. Und die Aussage:
Auch das ist ein Indiz, wie eng Nacktheit und Sex verknüpft waren und sind.
entspricht mehr der Meinung, die aus der Erziehungshaltung heraus formuliert wurde, die du durchlaufen hast, als einer allgemeingültigen Aussage. Deiner Theorie und Meinung kann ich beim besten Willen immer noch nicht zustimmen.

 
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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von svench » So 18. Aug 2019, 23:56

Ich bin eigentlich gross geworden damit. Ich möchte aber diese Zeit mit der heutigen Zeit nicht vergleichen. Es wurde einem viel mehr Freiheit zugestanden und man Kommunizierte miteinander und wurde zurechtgewiesen wenn man es übertrieb. Heute rennen die Leute zur Polizei, Rechtsanwalt und Presse mit ihren Ansichten. In den 90 Jahren wurde FKK mit Sex gleichgesetzt, und das merkt man heute noch.Bin ich in einem gekennzeichneten Bereich , bin ich Geschützt vor Personen , die beim Anblick eines Nackten eine Belästigung empfinden , oder Nacktheit ablehnen aus diversen Gründen. Die einfache Nackheit ist für mich Normal, wobei ich Situativ Entscheide ob ich lieber aufs Nacktsein verzichte. Ich kann mehrere Stunden Nacktwander und am See sein und in der Regel es ist den Leuten egal. Die Gewaltbereitschaft gegenüber Nackte mit Worten und Fäuste ist in der heutiger Zeit nicht zu unterschätzen. Zur Zeit ist eben Gewaltdarstellung mehr Akzeptiert als die Nackte Bewegung. Mal sehen , was die Zeit bringt.

 
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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von PundV » Mo 19. Aug 2019, 09:37

Hans H. hat geschrieben:
PundV hat geschrieben:Die Gesetzeslage ist in vielen anderen Ländern, auch in Deutschland, ähnlich. Das heißt aber nicht, dass man einen ANSPRUCH darauf hat, dort nackt zu baden, denn bei Bedarf werden andere Vorschriften angewendet.
Und das ist bei uns immer wieder der § 118 OWiG.
Wo Du mich zitierst, gatte ich nicht von "vielen anderen Ländern" gesprochen, sondern nur von Spanien. Wenn Du meinst, da sei es ähnlich, wie in Deutschland, dann schreib doch mal, welcher § es sein soll, der da ähnlich schwammig und unbestimmt ausgedrückt ist und auch bei Nacktheit entsprechend angewendet wird, wie der § 118 OWiG bei uns.


Tatsache ist, nachdem es im Internet hieß, man darf überall in Barcelona nackt sein, dass die Regierung dort Bekleidungsvorschriften entlassen hat. Hierzu wurde viel berichtet, auch hier im Forum.

Ob man einen bestehenden Paragraphen anwendet, oder von Fall zu Fall einen neuen beschließt, ist egal.

Die Rechtslage in Spanien ist in Bezug auf öffentliche Nacktheit praktisch die gleiche wie in Deutschland.

 
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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von PundV » Mo 19. Aug 2019, 09:40

Eule hat geschrieben:
Sowohl in den 1920er als auch in den 1960er und 1970er gab es grundlegenden Wandel der bis dahin geltenden sexuellen Moral.
Hierfür sehe ich wirklich keine Belege, die diese deine Meinung untermauern können.


Ich formuliere es etwas anders: Die Sexualmoral in Deutschland war in den 1920er Jahren nicht entscheidend anders als davor und in den 1930er, 40er, und 50er Jahren, und in den 60er und 70er Jahren hat sich die Sexualmoral nicht gegenüber der in den 50er geändert.

Glaubst du das wirklich?!?!??!

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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Aria » Mo 19. Aug 2019, 17:38

Eule hat geschrieben:Hier ist also ein Widerspruch zu deiner Theorie, dass die Kürzung der Rocklänge zu einer Liberalisierung der Sexualität geführt habe.
Du verdrehst meine Aussage, dass der Zeitgeist sich gewandelt und die Kürzung der Röcke quasi erzwungen hatte. Merke: Bis zum Minikleid musste der Rock die Knie bedecken, andernfalls galt eine Frau als Flittchen.

Eule hat geschrieben:Die Reformkleider der 1920er-Jahre zeichneten sich nicht durch deren Kürze aus, sondern aus ihrer Befreiung von der Enge eines Korsetts.
Das auch, aber die langen Röcke bis zum Boden waren jahrhundertelang obligatorisch für die Frauenkleidung, deshalb war der Schritt zu diesen Kleidern

Bild

wichtiger. Übrigens hat es kaum 10 Jahre gedauert und Frauen trugen wieder einengende Büstenhalter, während der verhältnismäßig kurze Rock blieb. Das wiederholte sich auch in den 1970er Jahren, als BHs zum absoluten NoGo wurden, jetzt es aber kaum eine Frau wagt, ohne zu gehen. Mehr noch: Heutige BHs gleichen wieder den gepanzerten aus den 1950er Jahren – Zitat Ulrich Greiner, der das Buch "Schamverlust" geschrieben hat, in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks vom 28. September 2014:

„Weil an diese Phase kann ich mich noch erinnern, damals war es eben absolut, ja man trug keine Büstenhalter. Man fand das als beklemmend, als einengend, als spießig, als bürgerlich. Und die Mädchen, die Frauen meiner Generation trugen eben ziemlich lange keine BHs, das war einfach nicht üblich.
(…)
Das ist ja auch wieder vorbeigegangen, ich glaube, soweit ich beobachte, dass die Frauen heute alle BHs tragen, und zwar nicht irgendwelche, sondern diese gepanzerten.“


Ich weiß, du wirst das alles wieder negieren, um deine These, dass die gesellschaftlichen Veränderungen in den 1920er und 1960-1970er Jahren die Sexualmoral nicht verändert hätten, aufrecht erhalten zu können.

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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Hans H. » Di 20. Aug 2019, 00:21

PundV hat geschrieben:Tatsache ist, nachdem es im Internet hieß, man darf überall in Barcelona nackt sein, dass die Regierung dort Bekleidungsvorschriften entlassen hat. Hierzu wurde viel berichtet, auch hier im Forum.

Natürlich, weil es da manche extrem übertrieben und damit wirklich das Empfinden breiter Schichten der spanischen Bevölkerung verletzt haben! Und dort konnte erst eingegriffen werden, nachdem die Stadtregierung die neuen Vorschriften erlassen hat, während bei uns sofort und in jeder Stadt eingegriffen würde, ohne dass es in der Stadt dazu eine Verordnung bräuchte, weil eben die Rechtslage tatsächlich völlig verschieden ist!

Ich hatte ja zuvor geschrieben, dass es nur dort verboten ist, wo eine Stadt oder Gemeinde ein Verbot explizit erlassen hat und dass dieses Verbot sich auch nur auf das Gemeindegebiet beziehen kann. In einer spanischen Zeitung stand im Frühjahr die Anzahl der Gemeinden, die bisher ein solches Verbot entweder für den Ortsbereich insgesamt oder für ihren Ortsstrand erlassen haben. Die Zahl weiß ich nicht mehr genau, aber sie war einstellig. Solange keine Nackt-Touristen kommen, die in provozierender Art und Weise wie damals in Barcelona die Möglichkeiten des Rechts extrem ausnutzen, wird es auch bei den wenigen Verboten bleiben.

PundV hat geschrieben:Ob man einen bestehenden Paragraphen anwendet, oder von Fall zu Fall einen neuen beschließt, ist egal.
Nein, überhaupt nicht, denn das Anwenden des bestehenden Paragraphen ist hier jederzeit und überall möglich, während man in Spanien leicht erfahren kann, wo es Verbotsregelungen gibt und daher nicht ständig die Rechtsunsicherheit wie hier im Rücken hat.

PundV hat geschrieben:Die Rechtslage in Spanien ist in Bezug auf öffentliche Nacktheit praktisch die gleiche wie in Deutschland.
Auch die Wiederholung falscher Aussagen macht sie nicht richtig.

 
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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Eule » Di 20. Aug 2019, 15:05

@ PundV
Die Sexualmoral in Deutschland war in den 1920er Jahren nicht entscheidend anders als davor und in den 1930er, 40er, und 50er Jahren, und in den 60er und 70er Jahren hat sich die Sexualmoral nicht gegenüber der in den 50er geändert.

Glaubst du das wirklich?!?!??!
Die Sexualmoral hat sich in ihren Grundzügen nicht wesentlich verändert. Es wird heute jedoch viel offener darüber gesprochen und viele „sexuelle Übertretungen“ werden heute nicht mehr versteckt. Heiratete man früher, weil man ein Kind bekam so bekommt man heute ein Kind, um heiraten zu können.
Heutzutage sind uneheliche Kinder den ehelichen Kindern rechtlich gleichgestellt. Aber in der Realität ist von dieser Gleichstellung nicht viel zu sehen.


@ Aria
Eule hat geschrieben:
Hier ist also ein Widerspruch zu deiner Theorie, dass die Kürzung der Rocklänge zu einer Liberalisierung der Sexualität geführt habe.

Du verdrehst meine Aussage, dass der Zeitgeist sich gewandelt und die Kürzung der Röcke quasi erzwungen hatte. Merke: Bis zum Minikleid musste der Rock die Knie bedecken, andernfalls galt eine Frau als Flittchen.
Der Minirock war das Ergebnis der Kürzung der Rocklänge. Zwischen dem Minirock und den das Knie bedeckenden Rock gab es noch Zwischenlängen. Und die Sache mit dem Flittchen hatte sich schnell überholt.

Was ich unter einem gepanzerten BH verstehen soll, weiß ich nicht. Ich habe in meinem Berufsleben es nur bei einer Frau erlebt, wo sich die Brüste in einer unnatürlichen Position sich befanden.

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Re: Braucht es Grenzen?

Beitrag von Hans H. » Di 20. Aug 2019, 20:54

Da Aria die Kleidermoden im Zeitgeist ansprach ist dies hier auch interessant, denn zumindest sehen wir, dass es nicht einen einheitlichen Zeitgeist gibt. Hier auf der einen Seite die Zeitung Libero und auf der anderen Seite die zu Recht protestierenden Frauen.
https://www.focus.de/perspektiven/aufru ... s_outbrain

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