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Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von PundV » Di 11. Jun 2019, 11:15

Aria hat geschrieben:Obwohl es sich in diesem Thread um einen FKK-Verein handelt, der sicher keine Probleme mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat, melden sich hier wieder welche, um Stimmung gegen Ausländer zu machen. Es sind immer die gleichen, die gerne beinahe alles, was in unserer Gesellschaft schief läuft, dieser gesellschaftlichen Gruppe in die Schuhe schieben wollen.


Richtig. Allerdings, gibt es Leute mit Migrationshintergrund in dem Verein? Wenn nicht, warum nicht? Wenn 1 pro mil der Deutschen im FKK-Vereinen sind, sollten es auch 1 pro mil der Ausländer sein, sonst läuft etwas schief mit der Integration.

 
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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von riedfritz » Di 11. Jun 2019, 11:42

Wenn 1 pro mil der Deutschen im FKK-Vereinen sind, sollten es auch 1 pro mil der Ausländer sein, sonst läuft etwas schief mit der Integration.
Wie stellst du dir denn das vor? Auch wenn du versuchst Amerikaner hier zu integrieren, wirst du nicht auf den gleichen Prozentsatz von Vereinsmitgliedern kommen, wie bei Deutschen. Das wird dir auch nicht bei einem Tischtennisverein und schon gar nicht in einem FKK-Verein gelingen. Integration heißt doch nicht Gleichmacherei und Überbordwerfen der bisherigen Kultur! Wie lange hat es gedauert, bis sich die Heimatvertriebenen trotz langer gemeinsamer deutscher Geschichte und Sprache im Westen inegriert haben?

Viele Grüße,

Fritz

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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von ostfriesenpaar » Di 11. Jun 2019, 12:21

PundV hat geschrieben:sonst läuft etwas schief mit der Integration.

"Ironie an"
Ne, das läuft doch ganz gut mit der Integration.

In Schulkantinen und Ähnlichem wird immer häufiger auf Schweinefleisch verzichtet, Nacktbadezeiten in Schwimmbädern werden gestrichen, Textilsaunen entstehen, Nacktbadestrände verschwinden, Moscheen entstehen.

Alles eine Frage der Zeit, wann wir uns vollständig integriert haben.
"Ironie aus"

 
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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von Sandmann » Di 11. Jun 2019, 13:13

Der Rückgang der FKK in Deutschland ist ein stetiger Prozess, der schon seit über zwanzig Jahren läuft und mit der "Flüchtlingswelle" nichts zu tun hat. Die jährlich rückläufige Zahl der DFK Mitglieder belegt das auch deutlich.

Wieso FKK nicht mehr 'en vogue' ist?

Primär hat sich der Zeitgeist geändert, auf Textilien zu verzichten und dabei Freiheitsgefühl einzuläuten ist nicht mehr notwendig.
Das Freizeitverhalten hat ebenfalls einen Wandel erlebt, neue Sportarten haben sich entwickelt, z.B. die auch auf dem Wasser ausgeführt werden (Wakeboard, Kiteboard,...). Hinzu kommt der propagierte (Fitness-)Körperkult und natürlich die sehr hohe Verbreitung von Smartphones und damit die Gefahr FKK-Bilder könnten im Netz landen. So dass, einige Eltern panisch reagieren und ihre Kinder strikt angezogen lassen. Diese Panik kann ich verstehen. Wir hatten früher in unserer Stadt direkt vor dem Rathaus einen Brunnen, als Kind haben wir dort mit 20-30 Kindern zusammen immer nackt geplanscht, heute sieht man dort kein einziges Kind mehr. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Daher finde ich, die 'Schuld' einfach an Minderheiten (= Sündenbocksyndrom) zu schieben fatal, es ist vielmehr ein Prozess der vielschichtig ist und von vielen Faktoren (die 'hausgemacht' sind) beeinflusst wird.

Viele Grüße
Sandmann

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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von Bummler » Di 11. Jun 2019, 13:16

Was für Integration?
:mrgreen:

Naja, aber nochmal zurück zum Thema. Die jungle.world hat wohl anlässlich der Hitze ein ganzes Paket zu dem Thema der Bekleidungslosigkeit geschnürt. Mit m.E. recht akzeptablen intellektuellen Hintergrund.

Z.B. hier:
https://jungle.world/artikel/2019/23/nackte-kontrolle
Von Fremden im Internet beurteilt und psychologisiert zu werden, ist eine normale Praxis der gegen­seitigen Kontrolle, die im 21. Jahrhundert als ein neuer Faktor des »Zivilisationsprozesses« nach Norbert Elias gelten kann. Der deutsch-jüdische Soziologe beschrieb im britischen Exil in den dreißiger Jahren eine Entwicklung, bei der »Fremdzwänge sich in Selbstzwänge verwandeln«. Diese Internalisierung von Kontrollfunktionen führt Elias zufolge zu einer je nach ­Gesellschaftsform unterschiedlich gestalteten Erfahrung der Gefühle von Scham und Peinlichkeit.


Der Elias wurde hier ja auch schon öfter zitiert.
und weiter geht es munter:

Die schamhafte Vermeidung der Nacktheit sei ein Kennzeichen des Bürgertums, meint der Historiker Jean-Claude Bologne in seinem Buch »Nacktheit und Prüderie – eine Geschichte des Schamgefühls«. Für den Bürger sei die Kleidung das äußere Zeichen seines Wohlstands, Nacktheit beraube ihn der Würde.


Auch das ist uns ja bekannt, man denke nur an die Kleidungsvorschriften in Städten aus dem Mittelalter.

Das hier ist allerdings zumindest mir unbekannt:
Samuel Schirm­beck unterstellte linken Studierenden in seinem Buch »Gefährliche Toleranz« einen Hang zur Prüderie.
Prüde sein, heißt aus lin­ker wie aus liberaler Sicht, die Freiheit anderer einzuschränken und selbst in Zwängen gefangen zu sein.


Da muss ich nochmal nachforschen, wie das gemeint ist.

Wer darf einer Frau vorschreiben, wie viel von ihrer Haut und ihrem Haar für wen zu sehen sein darf? Aber auch: Wer darf ihr vorschreiben, wie sie sich dabei zu fühlen hat? Der Vorwurf der Prüderie und Verklemmtheit begegnet mit gewisser Regelmäßigkeit Frauen, die sich »zieren«, die sich also nicht so freizügig geben, wie das Gegenüber es sich wünscht. Diese soll dann aufgeklärt, enthemmt, entideologisiert werden, womit ihnen eine neue soziale Kontrolle auferlegt wird.



Das klingt irgendwie ein wenig weit hergeholt. Natürlich gibt es diese soziale Kontrolle, das wird ja wohl jedem klar sein. Aber während man der Aufklärung noch etwas positives abgewinnen kann, wird es bei den Hemmungen schon schwierig und bei der Ideologie fällt bei mir endgültig die Akzeptanz.
Wir haben hier unter den Nackten genauso viele verschiedene Ideologien wie unter den Textilen. Welche Ideologie sollte denn die Prüderie befürworten? Ich sehe eigentlich nur eine zeitliche Parallele von Nacktheit und Ideologie, nämlich die der neoliberalen.

Aber dieser Zusammenhang wird hier ja auch bestritten.
:shock:

 
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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von PundV » Di 11. Jun 2019, 15:39

riedfritz hat geschrieben:
Wenn 1 pro mil der Deutschen im FKK-Vereinen sind, sollten es auch 1 pro mil der Ausländer sein, sonst läuft etwas schief mit der Integration.
Wie stellst du dir denn das vor? Auch wenn du versuchst Amerikaner hier zu integrieren, wirst du nicht auf den gleichen Prozentsatz von Vereinsmitgliedern kommen, wie bei Deutschen. Das wird dir auch nicht bei einem Tischtennisverein und schon gar nicht in einem FKK-Verein gelingen. Integration heißt doch nicht Gleichmacherei und Überbordwerfen der bisherigen Kultur! Wie lange hat es gedauert, bis sich die Heimatvertriebenen trotz langer gemeinsamer deutscher Geschichte und Sprache im Westen inegriert haben?


Dann sind die meisten Amerikaner eben nicht integriert.

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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von MaJu_BLN » Di 11. Jun 2019, 15:56

Da hier ja darüber spekuliert wird:
mehr als 25% unserer Mitglieder sind nicht in Deutschland geboren,sondern u. a. in China, USA, Vietnam, Iran, Japan, Moldau, Polen, Indien, UK.

In den Artikeln und in der Jungle World und Zitty von Xenia Balzereot wird ja, wenn auch nur kurz, darauf eingegangen, wie wir es geschafft haben, relativ viele relativ junge, auch weibliche, Menschen für den Verein zu gewinnen.
Hier habe ich vor 2 Jahren schonmal mehr dazu geschrieben (und das hat nichts an Aktualität verloren, auch bzgl. der "Problematik" des Zuzugs von Menschen aus anderen Kulturen):
viewtopic.php?f=14&t=7954&p=66529#p66529

 
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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von Eule » Mi 12. Jun 2019, 17:42

@ PundV
FKK ist kein Kriterium für eine gelungene Integration.


@ Ostfreisenpaar
"Ironie an"
Ne, das läuft doch ganz gut mit der Integration.

In Schulkantinen und Ähnlichem wird immer häufiger auf Schweinefleisch verzichtet, Nacktbadezeiten in Schwimmbädern werden gestrichen, Textilsaunen entstehen, Nacktbadestrände verschwinden, Moscheen entstehen.

Alles eine Frage der Zeit, wann wir uns vollständig integriert haben.
"Ironie aus"
Zu deinem Beitrag, wenn auch hinter dem Wort Ironie versteckt, kann ich dich nur, und dieses ohne "Ironie", auf den Beitrag von Aria http://fkk-freunde.info/viewtopic.php?f=2&t=13099#p114400 verweisen.

 

Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von hajo » Mi 12. Jun 2019, 17:59

Deine Kritik an Ostfriesenpaar mit dem Beitrag von Aria zu konterkarieren, halte ich für nicht angebracht.

Aria spricht davon, nicht immer die Ausländer für alles verantwortlich zu machen, Ostfriesenpaar hingegen verweist auf den Drang in unserem Land ständig Rücksicht zu nehmen und permanent unser überkommenes System an die Hinzugekommenen anzupassen.
Da wiederum kann ich den Gedanken durchaus übernehmen.
Jüngstes Beispiel:
Ramadan.
Schüler müssen nicht fasten. Tun es aber. Also werden sie vom Sportunterricht befreit, dürfen die eine oder anderen Klassenarbeit nachschreiben, weil sie ja so schwach sind etc. Gibt es wirklich!
Was soll das?

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Re: Die neuen Nudisten: Blanker Hedonismus

Beitrag von ostfriesenpaar » Mi 12. Jun 2019, 19:21

Danke hajo, genau so habe ich es gemeint.
Ich kenne kein anderes Land, in dem in diesem Umfang Rücksicht auf andere Kulturen genommen wird, die eigene Kultur sukzessive demontiert und den anderen Kulturen unterworfen wird.

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