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Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von hajo » Di 4. Dez 2018, 19:22

Seelöwe hat geschrieben:... doch, praktizierte Gruppendynamik! :D
Genau.

Hättest du es nicht geschrieben...

Wir SIND beim Thema.
Und so manches, was hier geschrieben wird - ich meine überhaupt im Forum - lässt bisweilen ein Schamgefühl vermissen.

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von Bummler » Mi 5. Dez 2018, 16:04

Dann will ich den Link nochmal bringen:

https://www.geo.de/magazine/geo-kompakt ... er-bloesse

Hat also erst die Scham den Zivilisationsprozess möglich gemacht? Der Tübinger Evolutionsbiologe Thomas Junker jedenfalls meint, dass sich kulturelle Errungenschaften wie Ackerbau, Viehzucht, Städtebau und Wissenschaft auch deshalb entwickelten, weil der Mensch – ohne sexuelle Ablenkung – die notwendige Zeit und Konzentration dafür aufbringen konnte.

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von Aria » Mi 5. Dez 2018, 20:19

Bummler hat geschrieben:https://www.geo.de/magazine/geo-kompakt/6156-rtkl-schamgefuehle-so-erklaeren-forscher-unsere-angst-vor-der-bloesse
Hat also erst die Scham den Zivilisationsprozess möglich gemacht? Der Tübinger Evolutionsbiologe Thomas Junker jedenfalls meint, dass sich kulturelle Errungenschaften wie Ackerbau, Viehzucht, Städtebau und Wissenschaft auch deshalb entwickelten, weil der Mensch – ohne sexuelle Ablenkung – die notwendige Zeit und Konzentration dafür aufbringen konnte.
Dieser Aussage stimme ich nach wie vor zu.

Aber ich frage mich, warum du, Bummler, den Link gebracht hast, schließlich behauptest du – anders als in dem Artikel gesagt wird –, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der Nacktheit und der Sexualität.

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von NackteBohne » Mi 5. Dez 2018, 20:33

Ich persönlich glaube, dass die Nacktheit schon mit der Erfindung der Kleidung sexualisiert wurde. Mal ganz verkürzt und prägnant: Man war nackt für den Vollzug oder zur Anbahnung des Geschlechtsakts, allenfalls noch zur Körperreinigung, ansonsten war Mensch bekleidet.
Erst in jüngster Zeit gibt es m.E. (teilweise) die Bewegung weg von dieser Verbindung Nacktheit - Sex. Und zwar als eine geistig-kulturelle Befreiung von dieser "Fesselung". Zu dieser Befreiuung kann jeder für sich durch Einsicht kommen oder durch Anschauung im sozialen Umfeld.

Nochmal zu meiner Person: Für Nacktheit schäme ich mich heute vielleicht noch in einem Umfeld, von dem ich weiß, dass diese Einsicht noch nicht vorherrscht. Bspw. bei textilen Begegnungen bei einer Nacktwanderung (ob alleine oder in Gruppe) schäme ich mich hingegen nicht, weil mir die Ansicht der Textilen im Grunde egal sein kann.

 
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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von Campingliesel » Mi 5. Dez 2018, 22:37

@ NackteBohne: Ich kann diese Bewegung weg von der Verbindung Nacktheit - Sex nicht sehen, sondern eher das Gegenteil. Warum bringen denn soviele Menschen die Nacktheit (also bei der FKK) irgendwie automatisch mit Sex in Verbindung (Wobei ich nicht unbedingt nur GV meine) Das fängt schon damit an, daß manche sagen: Sie machen FKK, um sich zu andren zu zeigen oder um andere zu sehen. Und was ist denn wirklich interessant, was man unbedingt sehen will oder zeigen will? Arme und Beine, Bauch und Rücken wohl sicher nicht.

Weg von dieser Verbindung war die FKK von den Anfängen bis in die 80er Jahre. ABer danach hat sich das gewandelt. Der Unterschied heute ist doch nur, daß viele meinen, auch öffentlich sexuelle Tabus brechen zu können im Vergleich zu der Zeit, bevor die ersten Nackten in der Natur ihre Nacktheit genossen. Damals fand das Sexuelle nur im privaten Bereich statt. ABer für jeden war klar, daß " man nur nackt für den Vollzug oder zur Anbahnung des Geschlechtsakts, allenfalls noch zur Körperreinigung war, ansonsten war Mensch bekleidet" - wie du richtig geschrieben hast. Heute meinen viele, das auch öffentlich sichtbar zu machen, und praktischerweise am einfachsten auch noch gleich am FKK-Platz.

 
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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von Eule » Mi 5. Dez 2018, 23:32

Ich halte es für eine europäische Fehlinterpretation, die die Zivilisierung des Menschen mit der Bekleidung verbindet. Die erste Funktion der Kleidung war der Schutz des Körpers vor den Unbilden der Natur.

Für mich ist die Verbindung der Nacktheit mit der Sexualität ein Symptom für eine Störung und/oder Schwächung des sexuellen Empfindens. Es wird angenommen, dass die bessere Kleidung schnell ein Zeichen der Macht wurde und so die Kleidung mit einem Sinn versehen wurde, der den Menschen als Gemeinschaft und in der realen Natur keinen Vorteil bringt. Völker, die ohne Kleidung leben, haben auch einen zivilisatorischen Prozeß durchlaufen, sind also nicht unzivilisiert. Sie haben auch ein Moralempfinden, auch wenn dieses sich von dem unsrigen unterscheidet.

Ja, der Mensch ist ein sexuelles Wesen. Unabhängig davon, ob dieser bekleidet ist oder nicht.

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von Bummler » Do 6. Dez 2018, 09:00

Aria hat geschrieben:
Aber ich frage mich, warum du, Bummler, den Link gebracht hast, schließlich behauptest du – anders als in dem Artikel gesagt wird –, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der Nacktheit und der Sexualität.


Ja, aber ich überspitze nur deshalb, weil es dem Wesen nach auch so ist. Das Nacktheit und Sexualität einen Zusammenhang haben können, im Tucholskyschen Sinne (Mit dem nackten Körper stets den Begriff der Erotik zu verbinden, das ist ungefähr so intelligent, wie beim Mund stets ans Essen zu denken.), erlaubt doch nicht deren Gleichsetzung.

Das passiert aber landauf und landab. Wir haben es mit einer klassischen kognitiven Fehlleistung zu tun. Nur begreifen das viele nicht, weil sie entweder intellektuell dazu nicht in der Lage sind oder zu faul zum Denken sind oder einfach gerne frivol sind, also einen Zusammenhang sehen wollen.

 
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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von Tim007 » Do 6. Dez 2018, 09:38

Ist es tatsächlich eine kognitive Fehlleistung?

Wer sich (von der verschwiegenen Körperpflege abgesehen) nur auszieht, wenn Sex ansteht, argumentiert nur konsequent, dass ein Zusammenhang zwischen Nacktheit und der Sexualität bestünde.

Das gilt auch für "zeigefreudige" Menschen, die sich nur ausziehen, um ihre Pracht zu präsentieren. Das ist die dritte Kathegorie, auf die Bummler hinweist.

Ferner gibt es Geschäftsleute, die ihr frivoles Metier gerne niedlich verpacken. Das sind die Leute, die früher Geschäfte für Ehehygiene betrieben hatten. Daran wird sich auch künftig nichts ändern.

Ohne diese Leute pauschal verurteilen zu wollen (gäbe es etwa die "Zeigefreudigen", wenn mit dem Thema "Nacktheit" weniger verkrampft umgegangen werden würde?), kann ich nur für mich sprechen. Ich sehe das wie Bummler. Wenn ich nackt schwimme oder mich sonne oder im Garten Unkraut zupfe, dann ganz gewiss nicht aus sexuellen Gründen. (Auch wenn es meine Frau vielleicht antörnt, wenn ich nackt den eingegangenen Stachelbeerbusch auf den Komposthaufen werfe).

Als ich zwanzig war, mag das etwas anders gewesen sein. Angezogen aber auch.

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von hajo » Do 6. Dez 2018, 10:25

Wir Menschen sind nun mal so gebaut, dass man nackt recht viel sieht - normale Körpermaße vorausgesetzt.
Wie man bei anderen Hominiden problemfrei erkennt, wären weder fettumhüllte Milchdrüsen noch ausgeprägte Phalli für eine gelungene Fortpflanzung notwendig.
Sie haben sich aber nun mal entwickelt.
Vermutlich sollen sie anziehend wirken. Gerade wenn man ausgezogen ist.
Das heißt sehr wohl, diese Körperteile zu betonen (Papuas: Phallocrypt), bedeutet jedoch nicht, ganztägig aufs Essen, Reden, Ausscheiden zu verzichten, weil die Prostata nervt.

Wir Menschen haben nun mal diese seltsame Eigenschaft, alles, was in einer gegebenen Umgebung ungewöhnlich erscheint, als "besonders" zu betrachten und gleich eine Riesensache draus zu machen. Das ist womöglich verständlich, in meinen Augen aber dumm.
Da wird das Smartphone gezückt, wenn es gekracht hat. Erst Recht, wenn es bummst...

Ich bin da bei Tim und Bummler.

Ich habe mein gesamtes Erwachsenenleben im privaten Bereich nackt verbracht. Zu Hause, im Urlaub, oft bei richtigen Freunden. Das dürfte mehr als die Hälfte meiner erwachsenen Lebenszeit sein.
Die weitaus meiste Zeit hatte ich mit Sex nichts zu tun.
Das bedauere ich nicht. Obwohl ich Sex mag.
Sehr.

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Re: Nacktheit- Schamgefühl- Gruppendynamik

Beitrag von homo sapiens » Do 6. Dez 2018, 11:25

Eule hat geschrieben:Für mich ist die Verbindung der Nacktheit mit der Sexualität ein Symptom für eine Störung und/oder Schwächung des sexuellen Empfindens.
Ist das so...?

Ich halte die _nichtverbindung_ von Sexualitaet und Nacktheit fuer eine
partiell mentale verbloedung einer verschwindend kleinen Gruppe von Personen,
hervorgerufen durch den irrigen Glauben, es waere moeglich, tausende Jahre
menschlicher Evolution einfach wegzureden.

Wenn dem nicht so waere, dann waeren Frauen, insbesondere nackte, fuer einen
Grossteil der Maenner uninteressant. Dann wuerde es auch keine vor Begeisterung
tobenden Frauen bei einem Maennerstrip geben. Ebenso wuerde Werbung mit viel
nackter Haut keine Aufmerksamkeit nach sich ziehen.

Witzig auch, dass Behauptungen wie: "Fkk hat nichts mit Sexualitaet zu tun..."
ueberwieged von den Menschen kommt, deren sexuelle Attraktivitaet beim anderen
Geschlecht gegen Null geht. Zu alt, zu dick, zu klein, zu haesslich - da braucht
es schon eine Menge teurer Kinkerlitzchen (Statussymbole) um diese Mankos
wieder wett zu machen.

Selbst ueber hundert Jahre "Frei-Koerper-Kultur" konnten kein Umdenken der
Menschheit bewirken. Also sind alle Andersdenkenden nur zu doof - und das ist,
mit Verlaub, an Absurditaet nicht zu toppen.


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