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Mein erstes Mal FKK

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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von FKK Fan 1996 » Sa 23. Mai 2020, 09:36

So gesehen war mein erstes Mal FKK mit 13/14 (Erfahrung hatte ich schon aus der Sauna). An dem besagten Tag war ich mit meinem Vater im Harz und wir haben ein Tretboot gemietet. Es war sehr warm und sind dann einfach nackt reingesprungen.
Aktive angefangen mit 20/21 und seitdem eig nur noch FKK. Hätte ich mal früher angefangen, aber gerade so mit 13/14 schämt man sich ja eher, als das man nackt rum rennt

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Di74 » Sa 23. Mai 2020, 14:11

Da ich nun gestern "mein erstes Mal FKK (Forum) hatte möchte ich nun aber auch zum Kernthema hier zurück kommen. Somit muss ich ja dann sozusagen hier dann auch mal die Hose runter lassen und von meinen ersten Erfahrungen beim FKK berichten. Bzgl eigentlich sind es zwei...

Beim ersten Mal, bei dem ich mit FKK konfrontiert war, war ich vermutlich so ca 13 oder 14 Jahre. Ich war mit meinem Vater in einer Therme und wir probierten dann mal die Sauna aus. Komisch war es schon, im Saunabereich blank zu ziehen, aber ist halt nunmal ein textilfreier Bereich. Also blieb auch mir natürlich nichts anderes übrig. Jedenfalls erwischten wir dann eine Sauna, wo dann gleich noch ein Aufguss durchgeführt wurde. Meine Güte, aber das war für mich Teenager echt zu viel und ich bin nur noch raus.
Das wars dann für Jahre mit FKK und Sauna für mich.

Aber vor ein paar Jahren wollte ich zumindest FKK mal ausprobieren. Ist jetzt inzwischen vielleicht 7 bis 8 Jahre her. Puh, da nimmt man sich was vor und macht sich dann auf den Weg zum FKK Bereich. Und man überlegt, ob man das wirklich machen soll.
Schlussendlich habe ich es durchgezogen... Am Bugasee in Kassel.
Also Handtuch hin gelegt und Zack Klamotten aus und dann erstmal auf dem Handtuch abwarten.
Zumindest war es nicht so unangenehm und die Scham, wenn man es so mal ausdrücken kann, wurde von mal zu mal weniger.
Inzwischen ist es ganz normal und es ist ein wahrlich sehr schönes Gefühl, nackig in der Sonne zu liegen und dann noch im See zu schwimmen, ohne hinterher sich über eine nasse Badehose zu ärgern.
Sofern es die Zeit zulässt, bin ich gerne dort, auch wenn es oft nur für eine verlängerte Mittagspause ist. Aber es ist ein schönes Gefühl, was ich nicht mehr missen möchte.
Abgesehen davon bin ich auch seit der Zeit begeisterter Saunagänger (auch mit Aufguss)

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Eule » Sa 23. Mai 2020, 17:49

Es ist für mich einerseits sehr interessant und anderseits eine sehr beunruhigende Information wenn ich immer wieder von der sog. "Nacktscham" höre und lese. Dieses also nicht nur von jungen Menschen, sondern auch von alten. Diese bürgerliche Erziehungsnorm, man zeigt sich fremden Personen nicht unbekleidet, ist noch derartig fest in unserer Gesellschaft verankert. Uns allen steht hier also noch ein mächtiges Stück Arbeit bevor, diese Erziehungsnorm zu knacken und zu einem natürlichen Empfinden zu unserer Nacktheit zu kommen. Bei den jüngeren Menschen führt dieses zu einem Konflikt zwischen dem Dürfen und dem Wollen. Bei vielen männlichen Personen kommt hinzu, dass sie sich vor einer unfreiwilligen Erektion fürchten und deswegen die Neigung zur Errektion begünstigt wird. Bei den älteren Menschen führt dieses zu der Erkenntnis, dass sie sich eigentlich schämen müssten, es aber nicht tun. Dieses Nichteinsetzen der eigentlich erwarteten Scham ist für sie oftmals sehr überraschend.

Für mich ist es sehr interessant zu erfahren, dass der Einstieg zur FKK sehr oft über die Saune erfolgte. Mein persönlicher erster ausgeführte FKK-Kontakt erfolgte im Urlaub mit dem Besuch eines FKK-Vereinsgeländes. Mein erster Saunabesuch war wesentlich später. Kontakt hatte ich schon wesentlich früher zu FKK'lern, wenngleich dieser Kontakt auch dienstlich veranlasst war.

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Campingliesel » Sa 23. Mai 2020, 21:17

@ Eule: Da wir in unserer Klimazone ja die meiste Zeit angezogen sind, und eben auch außer in der möglichen Freizeit sonst überall, wirst Du diese Erziehungsnorm auch niemals knacken können. Sowohl vom Klima her wie auch am Arbeitsplatz, bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, beim Einkaufen usw IST man eben angezogen. Daraus hat sich im Umkehrschluß eben auch die fest verankerte Ansicht entwickelt, daß es schon gar keine Alternative dazu gibt. Das nennt man dann die moralische Seite.
Einzig und allein die FKK macht da eine Ausnahme, die sich aber eben nur auf freizeitliche Aktivitäten beschränkt.

Auch dazu gibt es in Wikipedia unter dem Stichwort "FKK" einen Abschnitt.

"Natürliche Nacktheit"

"Dem eigenen Selbstverständnis nach ist die im Rahmen der Freikörperkultur praktizierte Nacktheit dem Prinzip nach nicht sexuell. Diese Haltung findet sich sowohl implizit als auch explizit in den Satzungen verschiedener naturistischer Verbände und Vereine. So wird offenes sexuelles Verhalten auf dem Gelände von FKK-Vereinen, Schwimmbädern oder Campingplätzen oftmals untersagt, an frei zugänglichen FKK-Stränden ist dies in der Regel verpönt."

"Dieses Selbstverständnis ist historisch auf die Anfänge der FKK-Bewegung und deren Wurzeln in der Lebensreform des 19. Jahrhunderts zurück zu führen. Nacktheit, ebenso wie Veganismus, landwirtschaftliche Autarkie und Naturverbundenheit, ist hierbei als Rückbesinnung zur Natur und als Abkehr vom degenerierten, urbanen Leben der Industriegesellschaft zu verstehen."

Der hervorgehobene Satz spielt natürlich heute kaum noch eine Rolle, jedenfalls nicht in Verbindung mit der FKK.


„Bei der naturalistischen Bewegung ging es nicht um die Sexualisierung des Körpers, sondern um Gesundheit und auch die Idee, die Menschen von der Scham zu befreien,
sowie von sozialer Ungleichheit und den ungesunden Lebensbedingungen in übervölkerten Städten während der beginnenden Industrialisierung.“

Gleichwohl stand die Bewegung in jener Zeit in klarem Widerspruch zu gesellschaftlichen Normen und Konventionen, deren Überwindung sie sich ja auch zum Ziel gemacht hatte. Eine Etablierung von Nacktheit als eindeutig asexuell, versehen mit Attributen wie Natürlichkeit, Reinheit und gegenseitigem Respekt diente einerseits der Selbstdefinition und Abgrenzung, nicht zuletzt aber auch der Vermeidung von Verfolgung und Verboten durch staatliche Behörden."

„Im Verständnis der FKK-BefürworterInnen kam der Nacktheit eine lustsenkende Funktion zu, da der regelmäßige Anblick nackter Körper die Menschen an die Nacktheit gewöhne, wodurch der Sexualtrieb gemindert werde und das sexuelle Verlangen ein gesundes und natürliches Ausmaß annehme, was letztendlich zu einer Enterotisierung der Nacktheit führe."


Wissenschaftliche Studien und persönliche Erfahrungsberichte stimmen überein, dass Nacktheit innerhalb der Freikörperkultur ihre sexuelle Bedeutung verliert. Durch die gewohnheitsmäßige Konfrontation mit Nacktheit in alltäglichen Situationen, die eindeutig nicht sexuell sind, findet eine Entkontextualisierung von Nacktheit statt. Der Blick gewöhnt sich an nackte Körper beiderlei Geschlechts, die in unserem Kulturkreis sozialisierte Verbindung „Nacktheit → Sex“ löst sich auf. Somit entfallen die Motive für Exhibitionismus und Voyeurismus. Der Anblick von gegengeschlechtlicher Nacktheit behält zwar seinen ästhetischen Wert und eine gewisse Neugier in Bezug auf die Körper anderen Menschen bleibt bestehen. Der nackte Körper per se ist jedoch nicht mehr sexuell erregend, sobald die gesellschaftlich erlernten Schema wegfallen."


Was Deinen letzten Absatz angeht, ist das doch einfach zu erklären.
Saunen gibt es zwar auch schon sehr lange, aber diese großen Sauna-Anlagen in Verbindung mit Schwimmbädern und allem möglichen Drum und Dran gibt es noch nicht so lange. Die entstanden so allmählich in den 90ern. Früher gab es höchstens mal in Hotels eine Saunakabine und ein Schwimmbecken oder jemand hatte das privat im großen ausgebauten Keller eingerichtet. So hatte ich das in den 80ern mal kennengelernt. Aber eine der heute existierenden Thermen und Sauna-Anlagen sah ich z.B. das 1. Mal so ca 2006 oder 2007. In dieser Zeit wurde auch an vielen vorhandenen Hallenbädern eine Sauna-Anlage dazugebaut.

Es ist also logisch, daß Leute wie Du oder ich, also über 30 - 40 jährige meistens die FKK schon lange vorher in Vereinen oder an freien Plätzen oder im Urlaub kennengelernt haben, ehe man mal in einer Therme war.
Bei jüngeren Leuten ist das eher umgekehrt, weil diese Anlagen den Einstieg zur FKK erleichtern können.
Echte FKKler sagen ja sogar häufig, daß die Nacktheit in den Saunen eigentlich gar nicht so viel mit FKK zu tun hat, weil viele Saunabesucher die Nacktheit meist nur direkt in den Saunakabinen praktizieren, oder noch beim Schwimmen oder den Whirl.Pools, aber ansonsten sind sie ja häufig eingehüllt.

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Blood Moors » Sa 23. Mai 2020, 21:43

@ Campingliesel:
Viel geschrieben, vor allem zu deinem Lieblingsthema FKK und Sexualität. Aber darum ging es hier doch gar nicht. Der von Eule eingeworfene Begriff "Nacktscham" ist doch viel weitergehend zu verstehen, als nur bei FKK-Anhängern. Ich verstehe darunter vor allem z. B. das bekleidete duschen in Schwimmbädern, das umständliche Unter-dem-Handtuch-wechseln der Badebekleidung, der Horror vor Sammelumkleidekabinen, die Scheu, sich beim Arzt auszuziehen usw. All das hat mit der FKK nichts zu tun.

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Campingliesel » Sa 23. Mai 2020, 22:02

Blood Moors hat geschrieben:@ Campingliesel:
Viel geschrieben, vor allem zu deinem Lieblingsthema FKK und Sexualität. Aber darum ging es hier doch gar nicht. Der von Eule eingeworfene Begriff "Nacktscham" ist doch viel weitergehend zu verstehen, als nur bei FKK-Anhängern. Ich verstehe darunter vor allem z. B. das bekleidete duschen in Schwimmbädern, das umständliche Unter-dem-Handtuch-wechseln der Badebekleidung, der Horror vor Sammelumkleidekabinen, die Scheu, sich beim Arzt auszuziehen usw. All das hat mit der FKK nichts zu tun.


Das ist schon klar, daß das eigentlich nichts mit FKK zu tun hat. Das ist eben die allgemeine gesellschaftliche gedankliche Verankerung, daß man eben grundsätzlich nicht vor anderen Leuten nackt ist, ja sogar meistens nicht mal in der Familie untereinander. Und dieses wird man vermutlich auch nie aus den Köpfen rauskriegen. Die einzigen Leute, die dieses Denken abgelegt haben, sind FKKler. Wobei es da auch Unterschiede gibt. Die einen leben zu Hause meistens nackt, und auch sonst so oft wie möglich, auch nicht auf FKK-Plätze beschränkt. Die anderen sind eben nur auf FKK-Plätzen nackt. Zu Hause nicht ständig, aber eben bei der Körperpflege, wobei sie aber keine Türen zusperren, um sich zu baden oder sich um- oder anzuziehen. usw. Sie haben natürch auch keine Scheu innerhalb der Familie, auch wenn sie nicht dauernd nackt leben. Das ist halt eine Gewohnheit.

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Campingliesel » Sa 23. Mai 2020, 22:27

@ Blood Moors:
noch eine Ergänzung: (weil Du geschrieben hast, daß es hier nicht um mein Lieblingsthema FKK und Sexualität gehen würde).

Wenn die Leute bei all den Dingen, die du aufgezählt hast, Probleme haben sich auszuziehen, und es gibt sicher noch mehr Beispiele, dann stellt sich doch die Frage, wo sie denn keine Probleme haben? Was bleibt da noch übrig? Jedenfalls bei Erwachsenen? Ganz einfache Antwort: Beim Sex. Auch wenn es unterschiedlich lange dauernd kann, bis es dazu kommt. Bei so manchen Leuten geht das ja ziemlich schnell. Aber würdest Du genau solche Leute vorher fragen, ob sie sich einfach so voreinander ausziehen würden, dann käme wohl meistens die Antwort: "Niemals".

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Eule » Sa 23. Mai 2020, 23:01

@ Campingliesel
Deine Ausführungen greifen zu kurz und beschreiben nahezu vollständig die Erziehungsnorm der bürgerlichen Moral. Wie Blood Moors es schon sagte, es geht hier nicht um eine Zweiteilung der Ansicht, die Textiler, die grundsätzlich vollständig der Erziehungsnorm der bürgerlichen Moral unterliegen gegen die FKK'ledr, die nur innerhalb ihrer Freizeit unbekleidet sind. Dieses wäre in der Tat ein sehr verengtes Bild.

Wenn die Witterung Kleidung erfordert, so wird auch ein überzeugter FKK'ler in seiner Freizeit nicht auf Kleidung verzichten wollen. Ebenso wird ein überzeugter FKK'ler auch bekleidet seiner Berufstätigkeit nachgehen. Um diesen Sachverhalt geht es hier nicht.

Warum sollte im beheizten Hallenschwimmbad nicht grundsätzlich auf die Badebekleidung verzichtet werden? Die Verpflichtung zum Tragen einer Badekappe ist entfallen, das Argument wegen dem Schutz vor Haaren in den Pumpen ist entfallen. Warum kann dann nicht die gesamte Badebekleidung entfallen? Warum soll man nicht unbekleidet im Stadtpark umher gehen können, wenn es die Witterung erlaubt. Warum wird die Nacktheit nur bei vorschulpflichtigen Kindern gestattet? Was spricht dagegen, von den Frauen das Tragen von BH's nicht mehr zu erwarten? Was spricht dagegen, an allen öffentlich zugänglichen Badestellen ohne Badebekleidung baden zu gehen? Warum sollte ich, um dieses alle zu können, einem FKK-Verein beitreten müssen?

Wie du siehst, eine Vielzahl von Fragen, von denen keine einzige die Frage der Sexualität aufwirft oder behandelt. Oder gibt es eine zwingende Notwendigkeit, dass das unbekleidet-Sein zwingend nur etwas mit der Sexualität zu tun hat und man dieser Annahme nur dann entgeht, wenn man einem FKK-Verein beitritt?

Der nackte Körper per se ist jedoch nicht mehr sexuell erregend, sobald die gesellschaftlich erlernten Schema wegfallen.
Wenn dieser Satz wirklich so in Wikipedia steht, dann kann ich nur sagen, der Autor spinnt. Während meines Studium in den 1970-ger Jahren habe ich mehrmals eine Praktikum in einer Psychiatrischen Uni-Klinik gemacht. Bei meinem letzten Praktikum war es so, dass es einen Überhang an männlichen Pflegern gab und ein Mangel an Krankenschwestern. Ich habe dann erfahren, dass die "Herren der Schöpfung" sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt haben, Dienste auf den Frauenstationen übernehmen zu müssen. Sie haben es damit begründet, dass sie bei dem täglichen Anblick der vielen unbekleideten Frauen Impotent werden könnten. :shock: Diese "Herren der Schöpfung" hatten aber keine Sorge, dass die Krankenschwestern beim Anblick der vielen unbekleideten Männern auf den Männerstationen impotent werden könnten. Scheinbar sind Frauen in ihrer sexuellen Potenz widerstandsfähiger als Männer. Oder wie soll ich diesen Quatsch verstehen? :roll: Für mich kann ich nur sagen, meine sexuelle Potenz hat darunter, dass ich eine eigene Station auf der Frauenseite hatte, mit mehreren also den ganzen Tag alleine war, obgleich diese sich weigerten, etwas anzuziehen, weder gelitten oder ist mir diese abhanden gekommen. Ich habe nämlich später erst geheiratet und meine Kinder bekommen.

Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung heraus nur folgendes sagen, der Anblick einer unbekleideten Frau, und sei diese auch noch so erotisch, alleine reicht bei mir nicht aus, um sexuelle Impulse auszulösen. Ich kann auch den Anblick eines Mannes erotisch empfinden, ohne dass hierbei sexuelle Interessen bei mir geweckt würden. Folgende Aussagen des Autors:
Wissenschaftliche Studien und persönliche Erfahrungsberichte stimmen überein, dass Nacktheit innerhalb der Freikörperkultur ihre sexuelle Bedeutung verliert. Durch die gewohnheitsmäßige Konfrontation mit Nacktheit in alltäglichen Situationen, die eindeutig nicht sexuell sind, findet eine Entkontextualisierung von Nacktheit statt. Der Blick gewöhnt sich an nackte Körper beiderlei Geschlechts, die in unserem Kulturkreis sozialisierte Verbindung „Nacktheit → Sex“ löst sich auf. Somit entfallen die Motive für Exhibitionismus und Voyeurismus.
halte ich für nicht haltbar. Da würde ich doch gerne mal diese Untersuchung von ihrer Fragestellung, von seinem Datenbestand, seinen Ergebnissen und der Methode der Erkenntnisgewinnung sehen. Solche "wissenschaftliche Ergebnisse" ordne ich mehr der Regenbogenpresse als der seriösen Wissenschaftsarbeit zu.

Die Sauna gab es schon vor 1990. Du hast, wie du sagst, diese ja auch schon im privaten Bereich in den 1980-ger Jahren kennen gelernt. Daher ist es mir nicht verständlich, warum du dich hier ständig auf die 1990-ger Jahre versteifst. Im Unterschied zu dir bin ich in einer Großstadt aufgewachsen und bin erst vor der Geburt meines zweiten Kindes aufs Land in ein Dorf gezogen. Du magst die Entwicklung der Saunamöglichkeiten so erlebt haben, wie du es hier vorträgst. Dein persönliches Erleben spiegelt aber nicht die Realität, zumindest die innerhalb der Großstädte. Ja, es ist völlig realistisch, wenn festgestellt wird, dass der ländliche Raum in vielen Entwicklungen denen in den Großstädten nachhinkte. Dieses konnte ich selbst feststellen, weil ich öfters für längere Zeit bei meiner Tante in einer ländlichen Kleinstadt, obgleich Sitz der Kreisverwaltung, lebte. Ich sehe dieses jetzt in dem Dorf, in dem ich lebe, wie so manche Entwicklung uns hier erst später erreicht, weil der Ort als Ort zu wenige Einwohner habe. Aber ich kann doch das, was ich jetzt persönlich an meinem Wohnsitz erlebe, nicht verallgemeinern! Nicht nur deswegen, weil ich die Situation aus mehreren Großstädten sehr gut kenne. Gut, ich weiß, wie unsere Wirtschaft funktioniert oder auch versagt.

Ich kann mich hier nur wiederholen, deine persönliche Erfahrungen und die Aussagen von Autoren in den Lexiken bilden nicht immer die gesamte Realität ab. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen darfst du dir nicht nur das Ergebnis ansehen, du musst die Fragestellung, die Methode der Datenerhebung und -auswertung berücksichtigen, um dir ein Bild von der Lage machen zu können. Wenn man den Wissenschaftsbetrieb nicht kennt, kann man leicht in die Irre geführt werden. Es ist also immer äußerste Vorsicht geboten, wenn einem Ergebnisse, ja auch wenn es sich um wissenschaftlich korrekt erhobene und ausgewertete Ergebnisse, veröffentlicht wird.

Es ist also logisch, daß Leute wie Du oder ich, also über 30 - 40 jährige meistens die FKK schon lange vorher in Vereinen oder an freien Plätzen oder im Urlaub kennengelernt haben, ehe man mal in einer Therme war.
Für mich persönlich ist dieses nicht logisch. Ich hätte die Möglichkeit gehabt, wesentlich früher die Sauna besuchen zu können, wenn ich damals das Geld dafür gehabt hätte. Es war mir finanziell einfach erst nicht möglich und später fehlt mir die Zeit hierfür. Meinen ersten Saunabesuch habe ich gemacht, als ich mich in einer Kurmaßnahme befand und der Besuch der Sauna für mich kostenlos war. Und in einer Kur hatte ich auch die Zeit hierfür frei.
Du siehst, bei mir waren es völlig andere Voraussetzungen, als du dir diese vorgestellt hast. Meine Kontaktaufnahme mit der FKK und der Sauna würde ich weder als typisch oder atypisch bezeichnen. Es war eine von vielen Möglichkeiten.

 
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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Campingliesel » Sa 23. Mai 2020, 23:45

@ Eule: Was die großen Sauna- und Thermenanlagen angeht, brauchst Du doch nur mal nachschauen oder nachfragen, wann diese entstanden sind und gebaut wurden. Und diese sind ja meist in Großstädten zu finden. In kleineren Orten, wo es meistens nur ein Freibad gab, und erst später ein Hallenbad, was dann noch später ein Saunadorf dazubekam, war das jedenfals nicht vor den 90ern. Diese Zeitangabe hat jetzt nichts mit meinen sonstigen Beobachtungen in den 90ern zu tun, was die Veränderung der FKK allgemein beitrifft.

Sicher gab es auch vorher die Möglichkeiten, in eine Sauna zu gehen. ABer es waren eben keine solche Massen wie heute, die das taten und wo man heute oft regelmäßig hingeht. Es war auch nicht verbunden mit den Spaß-Bädern usw. Auch nicht in den Großstädten.


Wenn die Witterung Kleidung erfordert, so wird auch ein überzeugter FKK'ler in seiner Freizeit nicht auf Kleidung verzichten wollen. Ebenso wird ein überzeugter FKK'ler auch bekleidet seiner Berufstätigkeit nachgehen. Um diesen Sachverhalt geht es hier nicht.


Natürlich wird ein überzeugter FKKler in diesen Situationen auch KLeidung haben müssen und wollen. Es heißt ja nicht, daß ein überzeugter FKKler in jeder Situation unbedingt nackt sein muß. Habe ich auch nicht gesagt.
Und warum das alles nicht möglich ist, was Du aufgezählt hast, liegt eben einfach daran, daß man in unserer Gesellschaft eben nicht grundsätzlich nackt lebt. Und das wird auch niemals möglich sein. Die Frage, warum das wohl so ist, wirst Du nie beantworten können. Und ändern wirst Du das erstrecht nicht. Auch wenn es Dir so einfach erscheinen mag, das einfach zu tun.

Warum sollte im beheizten Hallenschwimmbad nicht grundsätzlich auf die Badebekleidung verzichtet werden?
Warum kann dann nicht die gesamte Badebekleidung entfallen? Warum soll man nicht unbekleidet im Stadtpark umher gehen können, wenn es die Witterung erlaubt. Warum wird die Nacktheit nur bei vorschulpflichtigen Kindern gestattet? Was spricht dagegen, von den Frauen das Tragen von BH's nicht mehr zu erwarten? Was spricht dagegen, an allen öffentlich zugänglichen Badestellen ohne Badebekleidung baden zu gehen? Warum sollte ich, um dieses alle zu können, einem FKK-Verein beitreten müssen?


Tust Du das denn, daß Du einfach nackt durch die Stadt gehst oder sonst irgendwo hin?

Natürlich hat das alles nichts mit Sex zu tun.

Oder gibt es eine zwingende Notwendigkeit, dass das unbekleidet-Sein zwingend nur etwas mit der Sexualität zu tun hat und man dieser Annahme nur dann entgeht, wenn man einem FKK-Verein beitritt?


Es ist keine zwingende Notwendigkeit, aber es ist eben nunmal in den Köpfen der meisten Leute so, daß man eben nur beim Sex nackt ist.(außer den notwendigen Dingen wie Körperpflege). Die meisten können sich das nicht anders vorstellen. Außer den FKKlern eben, die wissen, daß man auch nackt vor anderen Menschen sein kann, ohne sexuelle Interessen zu haben oder zu zeigen.

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Re: Mein erstes Mal FKK

Beitrag von Hans H. » So 24. Mai 2020, 00:27

Campingliesel hat geschrieben:Die meisten können sich das nicht anders vorstellen. Außer den FKKlern eben, die wissen, daß man auch nackt vor anderen Menschen sein kann, ohne sexuelle Interessen zu haben oder zu zeigen.
Und wie viele sind das diese "meisten"?
Danach zu urteilen: https://www.reisereporter.de/artikel/84 ... den-urlaub sind es jedenfalls weniger als die Hälfte der Bevölkerung bei uns und damit sind es schon mal nicht "die meisten".

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