Aktuelle Zeit: Mo 20. Mai 2019, 02:48

FKK-Freunde.info

Das deutsche FKK-Forum

Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Alles rund um das Thema FKK
 
Beiträge: 1982
Registriert: 29.11.2005
Wohnort: Bremen

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Tim007 » Mi 13. Mär 2019, 16:55

hajo hat geschrieben:Und - warum um alles in der Welt stellst du mir diese Frage?


:lol:

 
Beiträge: 1982
Registriert: 29.11.2005
Wohnort: Bremen

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Tim007 » Mi 13. Mär 2019, 17:01

Ich will die Diskussion ja nicht abwürgen.
Doch eigentlich sollten wir uns alle darüber einig sein:

Jeder, der sich kriminell verhält, muss sich "ohne Ansehung der Person" strafrechtlich verantworten.
Jeder.

Und wenn gemauschelt wird, muss das gleichfalls sanktioniert werden.

Benutzeravatar
 
Beiträge: 2337
Registriert: 05.12.2005
Wohnort: Lübben im Spreewald
Geschlecht: Männlich ♂
Alter: 63

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Bummler » Do 14. Mär 2019, 13:28

Aria hat geschrieben:Auch jetzt wird vom allgemeinen Verfall der Sitten gesprochen, nur ist das nicht mehr die Sache der Konservativen, sondern die übereinstimmende Meinung weiter Teile der Gesellschaft. Das bedeutet, dass wir wieder in einer ähnlichen Phase sind wie vor 1920er und 1970er Jahren, als die Prüderie Trumpf war.


Nur mit dem Unterschied, dass jetzt offen über Sexualität geschrieben wird und mittels Internet Sexualität in allerlei Spielarten und für alle erlebbar ist. Mithin ist die gegenwärtige Prüderie nur eine Fassade hinter der es recht doll zugeht.

Nur mal zum Vergleich, der Joyclub hat 3 Millionen Mitglieder, hier sind es 6000. Nun müssten ja zumindest die Frivolen auch der Nacktheit fröhnen, wenn eine freie Sexualität die Nacktheit befördern sollte. Dummerweise ziehn die sich mehrheitlich lieber was neckisches an, als ganz aus, klar, weil nackt eben nicht sexy aussieht - mehrheitlich. :mrgreen:

Das die das dann auch lieber im geschützten Bereich treiben und nicht in der Öffentlichkeit, hat dann aber auch nichts mit Scham zu tun, denn bei ihrem Tun schämen sie sich ja nicht, sondern mit der Akzeptanz von anderen Ansichten, eben derjenigen (Konservativen) die keinen Spaß an sexuellen Spielarten haben, sondern mit ihrem sexuellen Status zufrieden sind. Bis auf die paar Hardcore-Exhis. Ausnahmen gibt es immer.

Aber so vom Prinzip her.

Benutzeravatar
 
Beiträge: 3618
Registriert: 24.01.2012
Wohnort: München
Geschlecht: Weiblich ♀

Re: Die Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Aria » Do 14. Mär 2019, 16:41

Bummler hat geschrieben:
Aria hat geschrieben:Auch jetzt wird vom allgemeinen Verfall der Sitten gesprochen, nur ist das nicht mehr die Sache der Konservativen, sondern die übereinstimmende Meinung weiter Teile der Gesellschaft. Das bedeutet, dass wir wieder in einer ähnlichen Phase sind wie vor 1920er und 1970er Jahren, als die Prüderie Trumpf war.
Nur mit dem Unterschied, dass jetzt offen über Sexualität geschrieben wird und mittels Internet Sexualität in allerlei Spielarten und für alle erlebbar ist. Mithin ist die gegenwärtige Prüderie nur eine Fassade hinter der es recht doll zugeht.
Erlebbar ist im Internet gar nichts, höchstens ist da was zu sehen. Und toll getrieben habe es die Menschen zu allen Zeiten, womöglich in den prüderen noch mehr als in Zeiten der relativen sexuellen Freiheit – Zitat:

Das im Zusammenhang mit der sexuellen Revolution gewachsene Angebot an kostenlosem und unverbindlichem Sex führte zu einem drastischen Rückgang der Zahl der Prostituierten und einem starken Preisverfall ihrer Dienste.

Man könnte auch sagen: Sexaktivitäten gibt es proportional zur Bevölkerungsgröße, nur die Wahrnehmung darüber ändert sich je nach Zeitgeist.

 
Beiträge: 2783
Registriert: 08.07.2009
Geschlecht: Männlich ♂

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Eule » Do 14. Mär 2019, 23:45

@ Seelöwe
Wurde nicht die (ach so böse) Sexualität instrumentalisiert, um die Nacktheit zu unterbinden in dem von Bummler genannten Beispiel aus der DDR?
Ich verstehe deine Frage nicht, denn genau dieses habe ich gesagt.

Aber wir brauchen hier nicht auf die DDR „eindreschen“, denn im Westen war genau das gleiche Argument genutzt worden bzw. wird auch heute noch so genutzt.

Erst mit einer freieren Einstellung zur Sexualität später konnte man die ökonomischen Vorteile der Nacktheit (keine Badebegleidung erforderlich) zulassen.
Ob die freiere Sexualität in der DDR zu einer Verschiebung der Propaganda geführt hat, kann ich nicht sagen. Ich habe jedenfalls ein derartiges Argument nicht gehört. Sollte es eine derartige Argumentation wirklich ernsthaft gegeben haben, so wäre diese Argumentation wirklich entlarvend blödsinnig.

@ FKK ist Freude
Eine zentrale Frage ist, so vermute ich ist, warum empfinden Menschen Nacktheit als bäh bzw als ekelig?
Für mich ist diese Frage einfach zu beantworten. Dieses ist das Ergebnis unserer Zivilisationsgeschichte und der Entwicklung unserer bürgerlichen Moral.
Ich habe schon von Ausscheidungen geschrieben, da möchte ich mal die Vermutung äußern, daß wir uns damit einfach nicht gedanklich auseinander setzen möchten, erinnert es uns doch daran, dass wir Lebewesen sind aus Fleisch und Blut. Wir benötigen Nahrung und Flüssigkeit um zu leben, um zu überleben.
Ein für mich nicht so einfach nachvollziehbarer Gedankengang. Ich sehe da wirklich keinen Bezug zur Nacktheit als solches.

Deinen Gedankengang über die Nahrung und den Ausscheidungen will ich hier nicht weiter vertiefen, weil dieses ein völlig anderes Thema ist und mit dem dieses Threads wirklich in keinem Zusammenhang steht.
Wenn die anderen Menschen mich als ekelig empfinden, einstufen, so möchten wir dieses natürlich nicht, wir möchten angenommen werden, dazu gehören, zur Gemeinschaft, zur Gemeinschaft der als anständig angesehenen Menschen.
Gehört ein unbekleideter Mensch nicht auch zu den als anständig angesehenen Menschen? Macht erst die Kleidung einen Menschen zu einem anständigen Menschen?
Ein einfacher menschlicher Mechanismus, der uns in unserer Entwicklung blockiert.
Wo siehst du die Blockade?
Wir zeigen uns dann nicht mehr so wie wir sind, sondern richten uns nach unserem Umfeld, nach anderen Menschen aus.
Ist dieses wirklich unser Erziehungsziel?
Das kann zu keiner eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeit führen, die ihr Glück im Leben haben, erleben möchte.
Die erste Aussagehälfte kann ich voll und ganz unterschreiben. Bei der zweiten habe ich meine Bedenken. Es soll nämlich Menschen geben, die sich glücklich fühlen und als solches erleben, wenn eine andere Person die Verantwortung für ihr Tun übernimmt und sie also nur seinen Anweisungen folgen. Jeder Mensch muss für sich selbst die Möglichkeit haben und erhalten, über sein eigenes Glücksgefühl und –empfinden selbst entscheiden und bestimmen zu können und zu dürfen.
Wir finden unser Glück dort, wo unsere eigenen Vorstellungen über unser Leben leben.
Ja, so sehe ich dieses auch. Und darum ist das persönliche Glücksempfinden so unterschiedlich.

Kinder sollen und müssen ihren Körper wahrnehmen und erfahren, dies gehört wohl zu einer gesunden Entwicklung.
Dieser Satz ist völlig zutreffend. Es stellt sich nur die Frage, ob hierzu die Nacktheit als solches zwingend erforderlich ist oder nicht.

Wir müssen lernen unsere Bedürfnisse und Wünsche unseren Mitmenschen zu sagen um im Dialog miteinander Freiräume zu erhalten.
Vorsicht! Hierzu müssen die äußeren Bedingungen auch stimmen!
Wer möchte sich heute als Nackter hinter einem hohen Zaun verstecken, wenn er mal nackt sein möchte? Es ist dann doch das Gefühl, dass ich mich dann für meine Nacktheit schämen muss. Und wer möchte das? Darum habe ich mich auch darüber mokiert, dass ich mir auf einem FKK - Gelände morgens nicht nackt meine Brötchen kaufen darf.
[/quote][/quote]Der Mensch ist ein soziales Wesen und hat hierbei stets die Regeln der dort herrschenden Gruppen zu beachten. Was natürlich nicht bedeutet, hierfür nicht werben zu sollen und zu können.

 
Beiträge: 2783
Registriert: 08.07.2009
Geschlecht: Männlich ♂

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Eule » Do 14. Mär 2019, 23:55

@ Aria
Zu deinen Ausführungen bezüglich Josef Ratzinger ist nur zu sagen, ich finde es gut, dass du jetzt meiner Argumentration beigesprungen bist und beide Seiten des Handelns von Josef Ratzinger darlegst. Mir sind auch weitere Vorwürfe gegen Josef Ratzinger bekannt, jedoch nicht, um dieses klarzustellen, darüber, dass er selbst sexuellen Missbrauch betrieben hätte. Er hatte jedoch erst als Papst die Möglichkeit, die entsprechende päpstliche Order zu ändern oder zu erlassen. Warum er hierzu so lange gebraucht hat, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten. Auch will ich sein (so spätes) Handeln hier nicht moralisch bewerten oder gar entschuldigen. Dieses bringt uns hier nicht weiter. Ich kann nur sagen, dass ich auf meiner politischen Ebene hierzu bereits praktische Konsequenzen gezogen habe. Ich handle, innerhalb und außerhalb der kath. Kirche und ich weiß meine Chancen hier realistisch einzuschätzen.

Bummler hat geschrieben:
Das Nacktheit "bah" ist, war schon ziemlich immer und unabhängig vom Alter die Mehrheitsmeinung.
Stimmt – nur hat man in den 1920er und 1970er Jahren als junger Mensch die Mehrheitsmeinung nicht beachtet.
Nicht nur zu diesen beiden Zeitpunkten.
Diejenigen, die die FKK praktizieren, bekennen das nicht oder nur selten gegenüber ihrer Umgebung – es ist, als ob sie sich dessen schämten.
Diese deine Aussage und den von dir daraus gezogenen Schluss kann ich so nicht folgen. Ich halte die Problemlage für sehr viel komplizierter.
Da sowohl in den 1920er, als auch in den 1970er Jahren die Sexualität jeweils von den zuvor herrschenden Zuständen befreit wurde, folge ich daraus, dass auch die Toleranz gegenüber Nacktheit kein Problem mehr war – ausgenommen natürlich bei konservativen Kreisen, die beide Male vom Verfall der Sitten sprachen – was folglich das Nacktbaden, Nackttanz, nackte Darstellungen in Theater usw. zumindest in urbanen Zentren ermöglichte.
Hier denke ich, dass du dir die Sache wirklich zu einfach machst. Hier setzt du die propagierte Meinung einer Randgruppe und einer etwas breiteren Gruppe von Mitläufern der Allgemeinheit gleich. Es wurde damals und es wird heute viel befreiter über die Nacktheit und Sexualität gesprochen, aber eine belastbare Veränderung in der Haltung der Menschen zur Nacktheit und zur Sexualität war und ist auch heute nicht zu seriös zu beobachten. Es wäre wirklich schön und hilfreich, wenn unsere Gesellschaft zumindest mehrheitlich ein befreites Verhältnis zur Nacktheit als solches und zur Sexualität hätte, wobei diese beiden Punkte völlig getrennt und losgelöst vom anderen Punkt betrachtet werden müssen, wie du dieses beschreibst. Dann wäre das Problem des sexuellen Missbrauches besser lösbar und wir könnten hier zu einem besseren und wirksameren Opferschutz (Vorbeugung) kommen.
Auch jetzt wird vom allgemeinen Verfall der Sitten gesprochen, …
Diesen Spruch gab es schon in der Antike und ist ebenso alt wie der Spruch, dass die Jugend kein ordentliches Benehmen mehr haben. Auf solche Aussagen kannst du nicht bauen.

@ Tim
Jeder, der sich kriminell verhält, muss sich "ohne Ansehung der Person" strafrechtlich verantworten.
Jeder.
Hier denke ich, dass wir uns alle einig sind.
Und wenn gemauschelt wird, muss das gleichfalls sanktioniert werden.
Die Möglichkeit hierzu gibt es schon. Dass nennt man dann Strafvereitelung.

@ Bummler
Mithin ist die gegenwärtige Prüderie nur eine Fassade hinter der es recht doll zugeht.
Das war sie zu jeder Zeit, nicht nur gegenwärtig.

@ Aria
Und toll getrieben habe es die Menschen zu allen Zeiten, womöglich in den prüderen noch mehr als in Zeiten der relativen sexuellen Freiheit – Zitat:

Das im Zusammenhang mit der sexuellen Revolution gewachsene Angebot an kostenlosem und unverbindlichem Sex führte zu einem drastischen Rückgang der Zahl der Prostituierten und einem starken Preisverfall ihrer Dienste.
Aria, du beklagst, dass es heutzutage zu einem Rückfall in die Prüderie gekommen sei. Im Hinblick auf das von dir hier vorgestellte Zitat stellt sich die Frage, warum des den Bordellen in der heutigen Zeit so schlecht geht? Hier muss also eine neue Interpretation her. Und das oben genannte Zitat passt nur zum Thema der Sexualität, jedoch nicht zum Thema der Nacktheit als solches.

@ alle
Das Thema dieses Thread lautet: "Die Unterscheidung von Nacktheit und Sexualität“ sollten wir uns wieder mehr um die Punkte kümmern, wo sich die Nacktheit von der Sexualität unterscheidet.

Benutzeravatar
 
Beiträge: 2473
Registriert: 19.11.2002
Wohnort: Paderborn
Geschlecht: Männlich ♂
Skype: Nie

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von hajo » Fr 15. Mär 2019, 03:27

Eule hat geschrieben:Der Mensch ist ein soziales Wesen und hat hierbei stets die Regeln der dort herrschenden Gruppen zu beachten.
Das versteh ich nicht.

Der(!) Mensch sei sozial - also gemeinschaftlich orientiert - und das muss zur Unterordnung unter "herrschende" Gruppen (wohl der Mitmenschen) führen?
Devotismus als Beleg für Sozialität?

ICH (wieder Gebrüll, Nudi :roll: ) kapier das nicht.

Benutzeravatar
 
Beiträge: 2337
Registriert: 05.12.2005
Wohnort: Lübben im Spreewald
Geschlecht: Männlich ♂
Alter: 63

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Bummler » Fr 15. Mär 2019, 09:37

hajo hat geschrieben:Der(!) Mensch sei sozial - also gemeinschaftlich orientiert - und das muss zur Unterordnung unter "herrschende" Gruppen (wohl der Mitmenschen) führen?


Alternativ kann man natürlich auch selbst herrschen, wenn man dazu in der Lage ist.

Die Philosophentruppe Rammstein formulierte das so: Manche führen, manche folgen!
https://www.youtube.com/watch?v=Q344Zgh_btE

 
Beiträge: 1982
Registriert: 29.11.2005
Wohnort: Bremen

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von Tim007 » Fr 15. Mär 2019, 09:51

Eule hat geschrieben:
Jeder, der sich kriminell verhält, muss sich "ohne Ansehung der Person" strafrechtlich verantworten.
Jeder.
Hier denke ich, dass wir uns alle einig sind. .


Wenn dem so wäre ...

Benutzeravatar
 
Beiträge: 2473
Registriert: 19.11.2002
Wohnort: Paderborn
Geschlecht: Männlich ♂
Skype: Nie

Re: Der Unterscheidung zwischen Nacktheit und Sexualität

Beitrag von hajo » Fr 15. Mär 2019, 12:22

Tim007 hat geschrieben:
Eule hat geschrieben:
Jeder, der sich kriminell verhält, muss sich "ohne Ansehung der Person" strafrechtlich verantworten.
Jeder.
Hier denke ich, dass wir uns alle einig sind. .


Wenn dem so wäre ...

Dass er denkt? ;)

VorherigeNächste

Zurück zu FKK Allgemein

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: laurivp16 und 4 Gäste